Mama, s'LUZART komposchtiert

Sound oder nicht Sound, das ist hier die Frage (frei nach William Shakespeare). Sie entscheiden über das Controlpanel.

Nach em Räge schint d'Sunne. Gällid

Donnerstag, 28. Juli 2016

Jacques Piccard, Schweizer Tiefseeforscher, der u. a. 1960 im von seinem Vater Auguste konstruierten Tauchboot «Trieste» mit Don Walsh als erster Mensch das Challengertief im Marianengraben in 10.900 Metern erreichte, würde heute seinen 94. Geburtstag feiern, wenn er nicht am 1. November 2008 mit 86 Jahren in La Tour-de-Peilz in der Schweiz gestorben wäre.

Video zum Geburtstag: Rolex presents: The Trieste's Deepest Dive

Unser heutiges Geburtstagskind

Nach dem Studium von Wirtschaft und Geschichte war Jacques Piccard als Mitarbeiter seines Vaters Auguste Piccard an der Konstruktion und am Bau des Tiefseetauchgeräts (Bathyscaph) Trieste beteiligt. Die US-amerikanische Marine war von dem U-Boot sehr angetan, finanzierte Probetauchgänge vor der italienischen Insel Capri, erwarb daraufhin die Trieste und stellte Jacques Piccard als wissenschaftlichen Berater an. Kurz vor dem Rekordtauchgang wollten die US-Amerikaner ihn gegen einen ihrer Landsleute austauschen, was er jedoch erfolgreich verhindern konnte.

Am 23. Januar 1960 tauchten Piccard und der amerikanische Marineleutnant Don Walsh mit der Trieste auf den Grund des Challengertiefs im Marianengraben. Sie erreichten eine Tiefe von 10.916 Metern, es herrschte ein Wasserdruck von circa 1100 bar. In verschiedenen Nachschlagewerken wird fälschlich eine Tiefe von über 11.000 Metern angegeben. Die Differenz ist auf die fehlerhafte Kalibrierung des Tiefenmessgerätes zurückzuführen, die im Süsswasser durchgeführt wurde. Daraufhin wurde er durch die Presse weltbekannt und zum Gegenstand eines grossen Medieninteresses.

In den folgenden Jahren entwickelte Piccard das Tauchboot Auguste Piccard. Es sollte anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung 1964 in Lausanne im Genfersee als Touristikattraktion in Dienst gestellt werden. Die »Auguste Piccard« wurde zu diesem Zweck von der Schweizer Regierung in Auftrag gegeben. Bei der Ausführung des Auftrags musste sich Piccard mit diversen naturwissenschaftlichen Experten auseinandersetzen. Diese hatten zwar niemals ein U-Boot betreten, misstrauten jedoch seinem U-Boot-Konzept, da sein Konstrukteur kein studierter Ingenieur war. Letztendlich wurden Piccards Pläne genehmigt und das Boot konnte rechtzeitig seinen Betrieb aufnehmen. Es ist das grösste jemals gebaute Tourismus-U-Boot und das grösste nicht-militärische Unterwasserfahrzeug. Es beförderte 1964 etwa 33.000 Passagiere auf den Grund des Genfer Sees.

1969 startete das von ihm entwickelte U-Boot Ben Franklin zur Erforschung des Golfstroms. Zwei Tage vor dem Start der Mondlandemission Apollo 11 ging das Boot vor der Küste Floridas nahe Palm Beach in See. Die Crew von sechs internationalen Wissenschaftlern wurde von Piccard als Missionsleiter angeführt. In etwa 300 bis 350 Metern Tiefe liess sich die Crew vier Wochen unter Wasser mit dem Golfstrom treiben. Nach gelungener Mission besuchte ihn der deutschstämmige Raketenkonstrukteur Wernher von Braun und besichtigte das U-Boot. Die NASA interessierte sich sehr für die Missionsauswertungen im Hinblick auf neue Techniken für Raumkapseln und die psychischen Auswirkungen während einer so langen Mission auf die Crew und deren Leistungsfähigkeit. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Skylab-Missionen und das Space-Shuttle-Programm ein.

Anschliessend entwickelte Piccard das U-Boot F. A. Forel, um die Schweizer Seen zu erforschen. Alle seine Tauchfahrzeuge existieren noch heute und sind teilweise als Ausstellungsstücke zu besichtigen.

Piccard setzte sich mit der von ihm in Cully gegründeten Stiftung intensiv für die Bewahrung und die Erforschung des marinen Lebens ein. Bis ins hohe Alter, mit 82 Jahren, nahm er noch an Tiefseeexpeditionen teil.

Zu seinem 85. Geburtstag gab er der Neuen Zürcher Zeitung ein Interview, in dem er erzählte, dass er auch gerne Astronaut geworden wäre. Am 1. Februar 2008 wurden er und sein Sohn Bertrand zu Ehrendoktoren der Université catholique de Louvain ernannt.

Am 1. November 2008 verstarb Jacques Piccard in seinem Haus am Genfersee 86-jährig, wie ein Sprecher des Projekts Solar Impulse den Medien am selben Tag mitteilte.

Phil Mundwiller, Sprecher von Piccards Forschungsobjekts Solar Impulse, betonte, dass Piccard jedes Unterseeboot, mit dem er die Meere erforschte, selbst entworfen hatte.

Mehr über Jacques Piccard erfahren Sie hier ...

28.7.2016

Tuesday News

Tuesday News

Rio de Janeiro ist die Stadt der 1000 Elendsquartiere. Ihr droht nach dem Ende des olympischen Karnevals ein jahrelanger Katzenjammer.

Mit steinerner Miene blickt er über dieses Spektakel von Stadt. Seit bald 85 Jahren wacht der Cristo Redentor über Rio de Janeiro, diese 12-Millionen-­Metropole zwischen Bergen, Bucht und Ozean, die sie «cidade maravilhosa» nennen, die «wunderbare Stadt».

Vom Gipfel des Corcovado in 710 Meter Höhe war Christus Zeuge, wie Wolkenkratzer aus tropischen Gärten emporschossen, wie sich Elendsquartiere über die Hänge ausbreiteten, wie Ipanema und Leblon von Strand­kolonien zu Luxusquartieren mutierten. Wie Millionen Arme aus Brasiliens Nordosten zuzogen. Und wie Drogengangs und Polizeischwadrone weite Teile der Stadt unterwarfen. Zu Füssen des Cristo regierte Gétulio ­Vargas, der populistische Präsident, es zechte Ronald Biggs, der legendäre ­Räuber des britischen Postzugs, und es stolzierte – tall and tanned and young and lovely – Heloísa Eneida Menezes Paes Pinto, das auf ewig besungene Girl from Ipanema. Millionen Touristen hat der Gottessohn aus Stahlbeton unter seinem Monument ausgestanden, ebenso wie zwei (verlorene) Weltmeisterschaften, sechsmal Rock in Rio und 84 Karnevals. Er wird auch die Olympischen Spiele überstehen.

Aber schafft Rio das auch?

Rio hat sich schön gemacht

«Welcome to Hell» begrüsste Anfang Juli ein in Englisch getextetes Transparent Ankömmlinge am Flug­hafen Antônio Carlos Jobim. «Polizisten und Feuerwehrleute werden nicht ­bezahlt. Wer nach Rio kommt, ist nicht sicher.» Sieben Wochen vor den Spielen hatte die Regierung des Bundesstaates Rio de ­Janeiro die «calamidade pública» erklärt, den öffentlichen Notstand, der eigentlich nur ausgerufen wird nach ­Naturkatastrophen. Doch Rio verheerte kein Sturm, kein Erdbeben und keine Monsterwelle. Die Stadt der 1000 Elendsviertel schickt sich lediglich an, Olympische Spiele auszurichten, obwohl Lehrer, Ärzte und Sicherheitskräfte nicht bezahlt werden können.

Rio, das ist unübersehbar, hat sich schön gemacht für den olympischen Karneval, mit Asphalt und Anstrich, Tunnels und Trams, permanenten und temporären Sportstätten und einem Olympiadorf aus 31 neu errichteten Wohntürmen. Knapp 18'000 Sportler und Betreuer aus 206 Teilnehmerländern sollen kommen, eine halbe Million Besucher und 85'000 Polizisten und Soldaten, abgestellt von Stadt, Bundesstaat und Zentralregierung. «Olympia ist wie mehrere Grossereignisse gleichzeitig», erklärte Bürgermeister Eduardo Paes kürzlich seinen Bürgern. Als gäbe es wirklich noch jemanden, der das nicht mitbekommen hätte.

«Ist die Avenida Rio Branco offen?», fragt im Zentrum ein Lieferwagenchauffeur den Fahrer des neben ihm haltenden Busses. «Ja, aber für LKWs erst ab Samstag 14 Uhr!» Solche Dialoge sind Alltag in der Stadt, in der seit Jahren Viadukte abgetragen, Einbahnstrassen umgedreht, Buslinien umgeleitet, Radwege ausgeschildert und Strassenbahnschienen neu verlegt werden. Rios geschäftiges Zentrum wurde vom Verkehrs­knoten zur Verknotung.

Mehr Platz für Kleinbusse

Nun, in der olympischen Sonder­periode, dürfen Lastwagen Innenstadt und Südzone nur noch nachts befahren, so bleibt mehr Platz für die Tausende Kleinbusse mit dem Olympialogo, die Sportler, Betreuer und Funktionäre zwischen dem Flughafen und den vier Veranstaltungszonen verfrachten sollen. Auf den wichtigsten Avenidas werden eigene Spuren reserviert, die blauen Markierungen sind schon aufgesprüht. Und wenn alles gut geht, soll am 1. August die U-Bahn-Linie 4 endlich ihren Vollbetrieb aufnehmen – genau vier Tage vor der Eröffnung der Spiele.

Immerhin: Das sportlich Wichtige steht. Und es steht grossteils weit weg vom Sandstrand von Copacabana, den Kopfsteinpflaster-Trottoirs des alten Rio und der Guanabara-Bucht, deren stinkende Fluten nie wie zugesagt geklärt werden konnten.

Ein Investor als Olympiasieger

Aus der Vila Olímpica können die Sportler den 35 Kilometer entfernten Cristo nicht sehen, stattdessen bietet die Aussicht vierspurige Schnellstrassen, Spiegelglasfassaden und die protzigsten Shoppingmalls Brasiliens. Mit seinen ­Apartmentblocks zwischen Strand und Lagunen wirkt das Viertel Barra da ­Tijuca, als hätte ein überirdischer Riese einen Stadtteil von Miami zwischen die Küstenberge fallen lassen. Lange lebten hier vor allem Mücken, Möwen und Kaimane, in den 1950ern wurde der mit 18 Kilometern längste Strand auf dem ­Gemeindegebiet Rio zum Ausflugsziel. 1980 wohnten in Barra, so die gebräuchliche Kurzform, gerade mal 25'000 Menschen. Heute ist es Heimstatt für 300'000, die in umzäunten, voll klimatisierten und allzeit bewachten Apartmentkomplexen siedeln, ihre Wege motorisiert erledigen, und das gern in allradgetriebenen Autos mit stark abgedunkelten Scheiben.

Auch die neuen Türme der Vila Olímpica sollen für die gehobene Kundschaft aufgemöbelt werden, sobald die letzten Teilnehmer der Paraolympischen Spiele nach dem 18. September abziehen. Dann werden die nun aufgestellten 19'000 Betten, 10'650 Schränke und 3604 Sofas ebenso rausfliegen wie die Trennwände. Die spartanischen 3604 Kleinapartments sollen zu Wohnsuiten mutieren. Ein 160 Quadratmeter-Apartment werde etwa 360'000 Euro kosten, verrät die Internetpräsentation der «Reinen Insel», so der künftige Name der dann um Swimmingpools und Tennisplätze angereicherten Siedlung.

London verwandelte nach 2012 sein Olympiadorf im armen East End in Wohnraum für sozial Schwache. Aber Rio, die Stadt der Wunder, nutzt die Olympischen Spiele, um Reichenviertel zu bauen, mit allen Anbindungen auszustatten und nebenbei auch noch die ­Armen zu vertreiben. Am Rande der Fläche des Parque Olímpico, vormals ein Autodrom, klebte seit Jahrzehnten eine kleine Favela, bewohnt von Bauarbeitern und Fischern. Nach und nach wurden sie abgesiedelt in den Norden. «Sie sollen ihrem Standard entsprechend wohnen», befand der Investor Carlos Carvalho, dem 6 Millionen Quadrat­meter in Barra da Tijuca gehören, auch der Boden, auf dem jetzt das olympische Dorf steht. Er hat schon mehr gewonnen als alle Olympiasieger zusammen. Die Sause soll ihn um 1 Milliarde Dollar reicher machen, berichten die Medien.

Golf im Naturschutzgebiet

In jedem Interview bekräftigt Bürgermeister Paes, dass Olympia in Rio überwiegend privat finanziert sei, lediglich 42 Prozent der Kosten von 39,1 Milliarden Reais (aktuell 11,8 Milliarden Franken) trage die öffentliche Hand. Aber dass er vor ein paar Jahren die Bauordnung ändern liess, und den Baufirmen damit acht Geschosse mehr pro Wohnturm gewährte, erwähnt er ebenso ­ungern wie die Wahlkampfspenden der Konzerne oder den Gemeindebeschluss, das Naturschutzgebiet Marapendi zum olympischen Golfplatz auszubauen, obwohl Barra bereits über zwei grosse Courts verfügte.

Von der Avenida das Américas aus sind die Gestänge der mobilen Tribünen für das erste olympische Golfturnier seit 1904 bereits zu sehen. Vor einem Wohnblockviertel namens Riserva Uno biegt eine Strasse ab, die bis zum Eingang des Golfgeländes führt. Polizisten kontrollieren die Papiere aller, die auf das Green, so gross wie 100 Fussballfelder, gelangen wollen. Jetzt haben die Sicherheitskräfte volle Kontrolle über die ­Gegend, lange hatten Umweltschützer der Gruppe «Ocupa Golfe» protestiert und sich mehrfach zusammenknüppeln lassen. Nun sind die 18 Löcher aufnahmebereit. Ebenso die Fläche nördlich des Courts. Dort werden nach der letzten Siegerehrung weitere Apartmentblocks hochgezogen. Nun ist das ja kein Naturschutzgebiet mehr.

Vorigen Sonntag zogen die ersten Teams ins olympische Dorf, das offenbar noch nicht ganz wettkampftauglich war. Australiens Equipe wechselte vorübergehend ins Hotel, weil in ihrem Gebäude Gasinstallationen leckten und Abflussrohre verstopft waren, zudem hingen Kabel frei herum. Andere Teams, etwa die USA und Italien, heuerten auf eigene Rechnung Handwerker und Putztrupps an, um die Unterkünfte bewohnbar zu bekommen. Hunderte von Bauarbeitern sollen in dieser Woche in Tag-und-Nacht-Schichten alle Mängel beheben.

Schon Anfang Juli bezog die Nationalgarde Posten hinter dem hohen grünen Zaun, der das Areal umgibt. Wer sich dem Gelände, das zudem noch von einem Bauzaun umschlossen war, näherte, wurde per Fernglas observiert. Brasilien muss fürchten, durch das Grossereignis Olympia zum Terrorziel zu werden, deutliche Drohungen kamen vom Islamischen Staat via Twitter. Darum stellte die Regierung doppelt so viele Polizisten und Soldaten ab wie London vor vier Jahren.

77'000 Menschen umgesiedelt?

Bürgermeister Eduardo Paes ärgert sich über viele, vornehmlich ausländische Medienberichte. «Das ist doch verrückt, zu behaupten, es sei nicht in arme Gegenden investiert worden.» Drei Viertel des öffentlichen Budgets für die Spiele seien in weniger betuchte Gegenden geflossen. Meint Paes damit die neue Lärmschutzwand, die nun den Favela-Komplex Maré neben der Flughafenautobahn blicksicher verdeckt? Eher wohl das Militärgelände Deodoro, wo Reiter, Fechter, Schützen, BMX- und Mountainbiker, Moderne Fünfkämpfer und Wildwasserkanuten ihre Wettkämpfe austragen. Das Terrain werde später zum grössten ­öffentlichen Park der Nordzone. Der ­Bürgermeister versichert ebenfalls, dass ­wegen der Neubauten von Sportstätten und Busstrassen nicht mehr als 1000 Menschen umgesiedelt wurden. Seine ­Kritiker widersprechen deutlich.

Im Zentrum Rios residiert in einem etwas angejahrten Wohngebäude das ­Institut «Políticas Alternativas para o Cone Sul», das Rios Häutungen seit 2005 dokumentiert. «Olympia Rio 2016 – die Spiele der Ausgrenzung» heisst ein 194 Seiten starkes Dossier, dessen Autoren auf Basis öffentlicher Meldedaten darlegen, dass zwischen 2009 und 2015 mindestens 77'206 Menschen umgesiedelt worden seien. «Und dazu kommen noch viel mehr Bürger, die ihr Stadtviertel verlassen mussten, weil die Mieten explodierten», sagt die Ökonomin Sandra Quintela. In den sieben Jahren seit dem Olympiazuschlag sind die Immobilienpreise in Rio um 260 Prozent gestiegen. «Diese Spiele sind vor allem ein Fest für Spekulanten», sagt Quintela, die sich besonders ärgert über die Zauberformel der öffentlich-privaten Partnerschaften, die den Bürgermeister fasziniert. «Reine Augenwischerei», so Quintela. Im neuen Loft-Gelände Porto maravilha, dessen Rückbau die öffentliche Hand bezahlte, betrieben nun Privat­firmen sämtliche Geschäfte. Auch die neuen Trams und Busse, die bis zum Ende der Spiele gratis verkehren, würden später Konzessionären übergeben. «Solche Mega-Events nutzen allein dazu, die Bevölkerung noch weiter zu spalten und sie für die Zwecke der Privatwirtschaft einzuspannen. Am Ende werden viele Bewohner aus der eigenen Stadt ausgeschlossen.»

14 Prozent mehr Morde

Gut möglich, dass die Spiele ein sportlicher Erfolg werden, sagt die Ökonomin, Rio habe ja reichlich Erfahrung mit ­Mega-Events. Und die Zentralregierung hat Anfang Juli – nach dem Höllentransparent der Polizisten – umgerechnet etwa 877 Millionen Franken an den klammen Bundesstaat überwiesen. Die Mordrate ist in der Stadt in diesem Jahr um fast 14 Prozent angestiegen, zwischen Januar und Mai wurden 2083 Menschen umgebracht, 40-mal mehr als in der Schweiz im ganzen letzten Jahr. Diebstähle und Raubüberfälle nahmen um 43 Prozent zu. Und in den etwa 40 Favelas, die in den letzten Jahren vor allem in der Südzone von einer «Befriedungspolizei» halbwegs ruhiggestellt wurden, haben die Drogenbanden wieder die Waffen ergriffen. Die Sonderzahlung aus Brasilia dürfte bestenfalls bis zum Ende der Spiele reichen.

Und was kommt dann?

Brasiliens Wirtschaft steckt weiter tief in der Rezession. Erst nach den Spielen wird sich herausstellen, ob Dilma Rousseff endgültig ihres Amtes enthoben wird. Sollte das geschehen, wird der Präsident Michel Temer die schweren Brocken seiner Reformagenda angehen mit tiefen Einschnitten im Renten- und Sozialsystem. Und der Bundesstaat Rio de Janeiro ist ruiniert. Lange hatten die Gouverneure auf die Verheissungen der Ölfunde vor der Küste gewettet und Schulden gemacht. Um Unternehmen anzusiedeln, vergaben sie generöse Steuerbefreiungen. Nun, nach dem Ende des Ölbooms, dem Absturz der brasilianischen Wirtschaft und der Dauerkrise in Brasilia, dürfte der Cristo Redentor viele Jahre brauchen, um Rio von Olympia zu erlösen.

Quelle: Tages-Anzeiger

28.7.2016

Veranstaltungszonen

Breaking News

Breaking News

Die türkische Führung nutzt den versuchten Militärputsch, um die Pressefreiheit im Land weiter massiv einzuschränken. 45 Zeitungen und 16 TV-Stationen würden geschlossen.

Erdogans «Säuberungswelle» geht weiter: Die türkische Regierung hat die Schliessung von Dutzenden Medienhäusern angeordnet. Das teilte ein Behördenvertreter heute Abend mit und bestätigte damit ein Regierungsdekret, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde. 45 Zeitungen, 16 Fernsehsender, 23 Radios, 15 Zeitschriften, 29 Verlagshäuser sowie drei Nachrichtenagenturen müssen demnach ihre Arbeit einstellen.

Laut dem Sender CNN-Türk sind unter anderen die Nachrichtenagentur Cihan, der pro-kurdische Sender IMC TV und die oppositionelle Tageszeitung «Taraf» betroffen.

Plötzlich lächelt Erdogan von der Titelseite

Am Mittwoch erliess die Justiz zudem Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung «Zaman». Das Blatt war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch verantwortlich macht.

Als die Zeitung im März unter Zwangsverwaltung gestellt wurde, drangen Polizisten in die Redaktionsräume ein, Chefredaktor Abdülhamit Bilici wurde gefeuert. Zwei Tage später erschien «Zaman» mit ausschliesslich regierungsfreundlichen Artikeln, von der Titelseite lächelte Präsident Erdogan.

Ein Regierungsmitarbeiter rechtfertigte die Haftbefehle gegen die Ex-«Zaman»-Mitarbeiter damit, dass die Gesuchten detaillierte Kenntnisse über das Netzwerk um Gülen hätten.

Allerdings sind auch Haftbefehle gegen linksorientierte Journalisten wie Sahin Alpay ausgestellt worden. Diese Menschen können aufgrund ihrer Weltsicht kaum der religiös geprägten Gülen-Bewegung zugerechnet werden. Damit wuchsen Sorgen, Präsident Erdogan wolle die Opposition ausschalten.

Gülen: «Erdogan erpresst die USA»

Gülen selbst, der in den USA lebt und jede Verwicklung in den Putsch von sich weist, forderte am Dienstag die US-Regierung auf, sich dem türkischen Auslieferungsgesuch zu widersetzen. «Der türkische Präsident erpresst die Vereinigten Staaten», schrieb Gülen in einem Beitrag für die «New York Times».

Auch gegen mutmassliche Putschisten in der Armee geht Erdogan weiter vor: Wegen ihrer mutmasslichen Verwicklung in den Putschversuch wurden 149 Generäle und Admiräle unehrenhaft aus der Armee entlassen, wie ein türkischer Behördenvertreter am Abend mitteilte. Demnach gehörten 87 der Geschassten dem Heer, 30 der Luftwaffe und 32 der Marine an. Laut dem Regierungsdekret wurden zudem 1099 Offiziere entlassen.

Seit Putschversuch über 15 000 Festnahmen

Insgesamt wurden nach dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli mehr als 15'000 Menschen festgenommen, darunter viele Armeeangehörige, mindestens 8000 sind immer noch in Gewahrsam.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich besorgt über die Verhaftungswelle in der Türkei. In einem Telefongespräch mit dem türkischen Aussenminister Mevlut Cavusoglu sagte Ban laut einem Sprecher am Mittwoch, es müssten schnell «glaubhafte Beweise» vorgelegt werden, damit der Status der Festgenommenen jeweils vor Gericht geklärt werden könne.

Seit dem Putschversuch vor knapp zwei Wochen wurden nach früheren Angaben über 60'000 Militärangehörige, Beamte, Lehrer und andere Staatsbedienstete entlassen, versetzt oder festgenommen.

Die Vereinigung der Europäischen Journalisten hat das Vorgehen der türkischen Führung in einer Resolution jüngst scharf kritisiert. Die Türkei belegt derzeit den 151. Platz von 180 auf der internationalen Rangliste in Sachen Presse- und Meinungsfreiheit – und dürfte angesichts der jüngsten Entscheide weiter nach hinten rutschen.

Dutzende hohe Militärs entlassen

Auch gegen mutmassliche Putschisten in der Armee geht Ankara weiter vor: Wegen ihrer mutmasslichen Verwicklung in den Putschversuch wurden 149 Generäle und Admiräle unehrenhaft aus der Armee entlassen, teilte ein Behördenvertreter heute mit. Demnach gehörten 87 der Geschassten dem Heer, 30 der Luftwaffe und 32 der Marine an. Laut dem Regierungsdekret wurden zudem 1099 Offiziere entlassen.

Quelle: Bligg

28.7.2016

Die Regierung hat eine Liste mit den betroffenen Medien im Amtsblatt veröffentlicht – hier ein Ausschnitt.

Gekommen-um-zu-bleiben News

Gekommen-um-zu-bleiben-News

Weshalb können eritreische Flüchtlinge in ihre Heimat reisen? Wie schlimm ist die Menschenrechtssituation wirklich? Fragen und Antworten zu einem Land, in dem weniger als zehn Schweizer leben.

Weshalb flüchten so viele Eritreer ausgerechnet in die Schweiz?

Die Zahl der eritreischen Asylbewerber ist in den letzten 20 Jahren um den Faktor 100 auf knapp 10'000 Personen gestiegen. Eritrea stellt seit einigen Jahren das wichtigste Herkunftsland dar. Um 2006 stieg die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz sprunghaft an, nachdem die Asylrekurskommission entschied, das Desertieren oder die Verweigerung des eritreischen Nationaldienstes sei für sich genommen schon ein Asylgrund. Die exponentielle Zunahme der Gesuche in den späteren Jahren ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Flüchtlinge meistens jene Länder wählen, wo bereits viele Landsleute wohnen.

Wird der Flüchtlingsstrom bald einmal zurückgehen?

Das Staatssekretariat für Migration hat im Juni beschlossen, die 2006 eingeführte Rechtspraxis zu revidieren. Wer keinen anderen Asylgrund vorweisen kann als die illegale Ausreise, soll nicht mehr aufgenommen werden. Laut den Experten des Bundes drohen diesen Flüchtlingen, die keine Militärdienstverweigerer sind, bei einer Rückkehr keine drakonischen Strafen mehr. Die Folgen dieser Praxisänderung werden sich aber in Grenzen halten, da Eritrea Zwangsrückführungen seiner Bürger nicht akzeptiert. Möglicherweise werden mehr Eritreer in andere Länder ausweichen, wenn sie in der Schweiz nicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht hoffen können.

Welche Folgen hat die illegale Ausreise für Eritreer?

An der Grenze besteht ein Schiessbefehl. Die Bestrafung erfolgt grundsätzlich aussergerichtlich und somit willkürlich, hält der Länderbericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) fest. Die Schweiz war an der Erstellung des Berichts massgeblich beteiligt. Das Strafmass hängt davon ab, ob jemand nur das Land verlassen hat oder den Militärdienst verweigert hat. Zuverlässige Informationen über die effektiv verhängten Strafen fehlen. «Es gibt keine Berichte darüber, wie Personen, welchen ausschliesslich die illegale Ausreise (nicht aber Desertion oder Wehrdienstverweigerung) vorgeworfen wird, im Fall einer Rückkehr aus dem Ausland behandelt würden», heisst es im EASO-Bericht.

Weshalb besuchen einige eritreische Flüchtlinge ihr Heimatland?

Heimatreisen von anerkannten Flüchtlingen werden von den Bundesbehörden nur in Ausnahmefällen bewilligt, etwa bei schwerer Krankheit oder beim Tod von Familienangehörigen. Häufiger gelangen Flüchtlinge aber ohne Bewilligung in ihr Heimatland, mit einer Zwischenstation in einem anderen Land, was aber selten entdeckt wird. Es gibt Hinweise, dass die Vertretungen Eritreas in der Schweiz oder in anderen Ländern den «Flüchtlingen» dazu die nötigen Papiere verschaffen. Das Regime ist auf Zahlungen aus der Diaspora angewiesen, der Übergang zwischen Flüchtlingen und anderen Ausland-Eritreern nicht immer trennscharf.

Ist Eritrea wirklich die brutale Diktatur, als die sie dargestellt wird?

Ja. Der neuste Uno-Bericht, der EASO-Bericht und andere Untersuchungen lassen keinen Zweifel daran. Der positive dänische Untersuchungsbericht von 2014, der dem Regime ein besseres Zeugnis ausstellte, entpuppte sich im Nachhinein als eine von der Regierung geschönte Darstellung, wie die Verantwortlichen der Untersuchung kritisierten. Fakten über die Menschenrechtslage in Eritrea sind schwierig, weil keine solchen Delegationen ins Land dürfen. Andere Besucher dürfen sich zwar frei bewegen. Einblick in die Gefängnisse und Lager erhalten aber auch sie nicht.

Besteht Hoffnung, dass sich die Situation in Eritrea bald verbessert?

Beobachter halten ein Veränderung des Regimes zu Lebzeiten von Staatspräsident Isayas Afewerki für wenig wahrscheinlich. Für einen Umsturz allenfalls mit ausländischer Hilfe spricht wenig. Die Opposition ist schwach, und andere Staaten - auch die westlichen - fürchten eine Destabilisierung des Landes, das je rund zur Hälfte aus Muslimen und Christen besteht.

Weshalb unterhält die Schweiz keine Botschaft in Asmara?

Verschiedene Parlamentarier, die im Frühjahr das Land bereist haben, fordern die Eröffnung einer Botschaft in Eritreas Hauptstadt. Für den Bundesrat ist das kein Thema: Sogar das Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) musste geschlossen werden, da die Regierung nicht an einer Kooperation interessiert war. Migrations-Staatssekretär Mario Gattiker plant keine Reise nach Eritrea, da er vom Regime vorgeführt werden könnte. Die Einrichtung eines Migrationsdialogs könnte nach Angaben von Sonderbotschafter Eduard Gnesa unter den gegebenen Umständen zur Farce werden.

Weshalb leistet die Schweiz nicht mehr Hilfe vor Ort?

Die Schweiz ist am Horn von Afrika insgesamt sehr präsent. Die Aufwendungen verschiedener Departemente beliefen sich 2015 auf 80 Millionen Franken. Die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe wurde 2006 eingestellt, weil es nicht mehr möglich war, «die Grundsätze der Neutralität, der Unabhängigkeit und der Unparteilichkeit zu gewährleisten», wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schreibt. Bis 2006 half die Schweiz der notleidenden Bevölkerung während und nach dem Krieg mit Äthiopien.

Unterscheiden sich die Parteien in der Haltung gegenüber Eritrea?

Die SVP fährt eine harte Linie, die Linke eine weiche. Aber das greift zu kurz. Die Volksvertreter, die nach Reisen in Eritrea eine ganz andere Asyl- und Aussenpolitik forderten, gehören verschiedenen Fraktionen an: SVP-Nationalrat Thomas Aeschi gehört ebenso dazu wie die grüne Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli. Auch in der FDP gibt es verschiedene Positionen. Ständerat Philipp Müller warf den Medien vor, einseitig die Informationen der Uno zu verbreiten und andere auszublenden. Der freisinnige Aussenminister Didier Burkhalter zeigte sich in der gleichen Debatte empört über die Verharmlosung des Regimes in Asmara.

Wie viele Schweizerinnen und Schweizer leben in Eritrea?

Nach Angaben des EDA sind es zurzeit weniger als zehn Personen. Die einen sind Doppelbürger eritreischer Herkunft, die anderen arbeiten für das IKRK.

Ist die eritreische Diasporasteuer legal?

Eritreische Flüchtlinge können sich unter gewissen Umständen wieder rehabilitieren. Voraussetzung dafür ist die Bezahlung einer Diasporasteuer und ein Reueschreiben. Darin ist auch festzuhalten, dass man im Ausland nicht regierungskritisch tätig war. Die meisten der «Reuigen» insbesondere im dienstpflichtigen Alter, die sich so rehabilitierten, reisten aber nicht permanent zurück nach Eritrea. Durch das Eingestehen einer Straftat (Flucht aus dem Heimatland) sichern sie sich aber ab gegen weitere Bestrafungen. 2015 verzichtete die Bundesanwaltschaft darauf, ein Verfahren wegen illegaler Steuereintreibung einzuleiten. Die Diasporasteuer sei legal, da sie vom eritreischen Staat eingeführt wurde und nicht von einzelnen Konsularbeamten in Genf.

Weshalb sind die Exil-Eritreer weniger gut integriert als andere Flüchtlingsgruppen?

Die eritreeische Diaspora ist relativ gross und wenig durchmischt, was die Integration hemmt. Die wenigsten Eritreer beherrschen eine Sprache, die in der Schweiz verstanden würde. Auch sind die kulturellen Unterschiede gross und das Bildungsniveau oft tief.

Quelle: NZZ

28.7.2016

Innert 4 Stunden wollen 26 Migranten in die Schweiz

Eritreer kommt im Handgepäck

Bad News

Bad News

Kuhfleisch ist Mangelware. McDonald's gibt seinen Burgern nun Fleisch von österreichischen Kühen bei. Grund ist der tiefe Milchpreis. Die Kuhhaltung lohnt sich nicht mehr für die Bauern.

Hätte die Schweiz ein Wappentier, die Kuh hätte ihren Platz auf sicher. In keinem anderen Tier steckt mehr Schweiz als in den trägen, aber gutmütigen Wiederkäuern. Doch Schweizer Kühe gibt es immer weniger. Innert drei Jahren ist ihr Bestand von knapp 600'000 auf 562'000 gefallen – ein Rückgang von mehr als sechs Prozent.

Milch gibt es weiterhin genug – denn die braven Tiere geben Jahr für Jahr mehr Milch. Doch Kuhfleisch ist Mangelware. Der Fast-Food-Riese McDonald’s, der bis anhin seine Burger aus Schweizer Kuhfleisch produzierte, weicht nach Österreich aus. 170 Tonnen Kuhfleisch kauft McDonald’s diesen Sommer im Nachbarland. Das sind 20 Prozent des Bedarfs der nächsten zwei Monate.

Ins Ausland treibt McDonald’s der Preis: 8.50 Franken kostet derzeit ein Kilo Schweizer Kuhfleisch im Grosshandel. «Das ist ein historisches Hoch», sagt Heinrich Bucher (55), Direktor des Fleischfachverbandes Pro­viande. Die Entwicklung sei ungesund. Früher oder später werde sie auf die Konsumentenpreise durchschlagen. Der Kilopreis für Fleisch von jüngeren Tieren liegt mit 9.40 Franken nur wenig höher.

McDonald’s hätte die Preise seiner Hamburger, Cheeseburger und Big Macs erhöhen müssen, hätte man weiterhin alles Fleisch in der Schweiz bezogen. Das wollte der grösste Fleischabnehmer in der Schweizer Gastronomie seinen Kunden aber nicht zumuten: «Wir wollen nicht noch mehr Schweizer zum Konsumieren im Ausland animieren», sagt McDonald’s-Sprecherin Aglaë Strachwitz (35).

Immer mehr Milchbauern hängen den Melkstuhl an den Nagel

Dass der Schweiz die Kühe ausgehen, liegt am tiefen Milchpreis. Weniger als 50 Rappen bekommen die Bauern für einen Liter Molkereimilch. Um anständig leben zu können, bräuchten sie das Doppelte. Folge: Immer mehr Milchbauern hängen den Melkstuhl an den Nagel und schicken die Kühe auf die Schlachtbank.

Das erhöhte zwar zeitweise das Angebot an Kuhfleisch, doch im Sommer bekommt die Fleischbranche den geschrumpften Tierbestand mit doppelter Schärfe zu spüren. Denn jetzt befinden sich viele Kühe auf der Alp – und damit weit weg von den Schlachthöfen. Entsprechend werde Kuhfleisch im Hochsommer noch knapper, sagt Thomas Jäggi (54), Viehspezialist beim Schweizer Bauernverband.

In Zukunft könnte sich die Situation noch verschärfen. Der Fleischpreis wirkt für die Milchbauern wie eine Prämie, um aus dem Geschäft auszusteigen. Doch auch wenn der Milchpreis steigt, kommt keine schnelle Besserung. «Der Engpass wird sich eher noch verschärfen, weil die Bauern dann die Kühe nicht mehr weggeben», sagt Jäggi.

Doch nicht nur das Fleisch für Burger und Würste fehlt. Früher oder später wird auch Fleisch für Edelstücke – im Fachjargon Bankfleisch – knapp. Denn mit den Mutterkühen geht auch die Zahl der Kälber und Rinder zurück. Auf das Plätzli müssen Schweizer Konsumenten trotzdem nicht verzichten, wohl aber auf das Gütesiegel «Suisse Garantie». «Es hat weniger Schweizer Fleisch auf dem Markt, aber Importe verhindern, dass das Fleisch im Laden knapp wird», sagt Jäggi.

Quelle: Bligg

28.7.2016

Ni Hao News

Ni-Hao News

Wenfei ist ein chinesischer Begriff und bedeutet wohlgestaltetes Dokument – wie passend für eine Anwaltskanzlei! Doch nur schon das einfache Wort Wenfei korrekt auszusprechen, ist für Mandarin-Unkundige schier unmöglich. Rechtsanwalt Paul Thaler, der es in den 1990er Jahren als Erster schaffte, in China eine schweizerische Anwaltskanzlei registrieren zu lassen, sieht über solche Unzulänglichkeiten freundlich lächelnd hinweg.

Der Hauptsitz seiner Wenfei-Kanzlei befindet sich im Stadtzürcher Seefeld, einen Katzensprung vom Zürichsee entfernt, die beiden chinesischen Niederlassungen sind in den Metropolen Beijing und Schanghai domiziliert – und der Pionier pendelt seit Jahrzehnten zwischen den beiden so unterschiedlichen Kulturen hin und her, wirkt als Brückenbauer.

Gefragt als Schiedsrichter

Mandarin in Wort und Schrift zu lernen, kam bei ihm noch vor dem Rechtsstudium. Kein Wunder also zog es ihn als jungen Anwalt nach China; zu einer Zeit, sagt er, als es im ganzen Land nur gerade sechs privatrechtlich organisierte Anwaltskanzleien gegeben habe. Eine davon nahm den Schweizer auf, das war Mitte der 1990er Jahre. Heute, gut zwanzig Jahre später, kümmert sich Paul Thaler darum, dass chinesische Juristinnen und Juristen für ein Nachdiplomstudium in die Schweiz reisen und das Erlernte in der Zürcher Wenfei-Kanzlei anwenden können. «Es ist wichtig, in diesen Know-how-Transfer zu investieren», sagt Thaler. «Die jungen chinesischen Anwälte lernen das schweizerische Rechtssystem und überhaupt die hiesigen Werte kennen und kehren mit diesem Wissen zurück in ihr Heimatland.»

Paul Thaler ist fünfzig Jahre alt, mit einer Chinesin verheiratet, Vater einer erwachsenen Tochter und eines Teenager-Buben. Der China-affine Anwalt und promovierte Jurist hatte früh erkannt, dass im Fernen Osten eine gewaltige Wirtschaftsmacht heranwächst; das war zu einer Zeit, als sich die meisten Europäer China noch als ein rückständig-bäuerliches Land vorstellten, mit einer in blauen Uniformen gekleideten, Velo fahrenden Bevölkerung.

Thaler gründete und leitete unter dem Namen Wenfei zunächst die China-Abteilung einer grossen Zürcher Wirtschaftskanzlei (und initiierte dannzumal die Niederlassungen in Beijing und Schanghai), bevor er sich 2006 selbständig machte und die Abteilung in eine Aktiengesellschaft umwandelte.

In den ersten vierzehn Jahren, sagt Thaler, hätten er und sein Team vor allem westliche Klienten betreut, die in China wirtschaften und investieren wollten; darunter kotierte Gesellschaften, grössere KMU oder Einzelpersonen aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich. Seit sieben Jahren nehme der Anteil der in der Schweiz ansässigen Chinesen im Klientenstamm stark zu, und seit sechs Jahren gehe es vermehrt um chinesische Unternehmen, die Transaktionen in der Schweiz tätigten. Zugenommen haben auch die Anfragen, an Schiedsgerichtsverfahren teilzunehmen, sei es als Parteivertreter oder als Richter. Thaler erwähnt das Beispiel eines Streits zwischen einem chinesischen Unternehmen und einer mongolischen Wirtschaftsgruppe. Der Schweizer Anwalt wurde von der chinesischen Seite als Richter nominiert und von der Gegenseite akzeptiert: weil er weder Chinese noch Mongole ist und das chinesische Recht kennt.

Paul Thaler im Zürcher Seefeld anzutreffen, ist gar nicht so einfach. Der Rechtsanwalt ist zu fünfzig Prozent in Europa und in der Schweiz tätig, zu vierzig Prozent in China – und neuerdings zu zehn Prozent in Afrika, wo chinesische Investoren seit einigen Jahren omnipräsent sind. Das juristische Wenfei-Team besteht je zur Hälfte aus Chinesen und aus Schweizern; wer von den Hiesigen nicht Mandarin spricht, wird in den Intensiv-Sprachkurs geschickt. Einige der 14 juristischen Angestellten pendeln, wie ihr Chef, je nach Mandat zwischen Zürich, Beijing und Schanghai.

Und die Rechtsstaatlichkeit?

Die Anwälte haben es dabei nicht nur mit unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen zu tun, sondern insbesondere mit jeweils ganz anderen Rechtstraditionen. Wie aber unterscheiden sich China und die Schweiz, was Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit betrifft – zwei unabdingbare Voraussetzungen für erfolgreiches Wirtschaften?

Punkto Rechtssicherheit, sagt Paul Thaler, zeichne sich die Schweiz durch eine bedächtige, manchmal zu langwierige Gesetzgebungsarbeit aus, die jedoch zu qualitativ hochstehenden Erlassen führe, die lange Zeit ihre Gültigkeit behielten. China hingegen befinde sich noch in der Aufbauphase und versuche mit hohem Tempo, Versäumnisse der letzten Jahrzehnte nachzuholen. Das führe manchmal zu einer überhasteten und wenig geglückten Gesetzgebung, die rasch wieder aufgehoben werden müsse: «In dieser Hinsicht hat China aber in den letzten dreissig Jahren Fortschritte gemacht. Das materielle Recht ist besser geworden, nicht zuletzt dank den Beitritten zu internationalen Abkommen.» Zivilrechtlich orientiere sich China unter anderem am deutschen oder japanischen Recht, doch es gäbe auch Schweizer Einflüsse, etwa im Bereich des Konkursrechts. «Es ist deshalb nicht richtig, China als absoluten Schurkenstaat zu bezeichnen», betont Thaler. Das materielle Recht sei, wie erwähnt, auch in China gut, und das Verständnis, dass Verträge einzuhalten seien, setze sich langsam, aber spürbar durch.

Keine unabhängige Justiz

Was hingegen die Rechtsstaatlichkeit betrifft, fällt die Einschätzung des Zürcher Rechtsanwalts pessimistischer aus. In China, sagt Paul Thaler, gäbe es bis heute keine unabhängige Justiz, keinen unabhängigen Gesetzgeber – keine von der Einheitspartei unabhängige Staatsmacht. Dazu käme die Korruption innerhalb der Richterschaft. Diese Situation habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eher verschlechtert als verbessert. In China ein Gerichtsverfahren anzustreben, habe deshalb kaum einen Sinn, wenn die Gegenpartei eng mit dem Staat oder mit der Partei verbunden sei. Ist dies jedoch nicht der Fall, hat der Zürcher Rechtsanwalt schon oft mit Erfolg prozessiert. Den entscheidenden Schritt in Richtung Rechtsstaatlichkeit, sagt Thaler, habe das zivilisierte Europa mit der Aufklärung vollzogen. In China habe es keine Aufklärung gegeben.

Derlei Umstände verschweigt oder beschönigt Paul Thaler nicht, wenn ihn westliche Klienten mit der Absicht aufsuchen, in China geschäftlich Fuss zu fassen. Er rät ihnen meist, zuerst sämtliche Möglichkeiten innerhalb Europas auszuschöpfen. «China ist ein schwieriges Feld», mahnt der Anwalt, doch er ist sich bewusst, dass im Fernen Osten ein riesiger, aufstrebender Binnenmarkt lockt – mit einer zunehmend kaufkräftigen Milliarden-Bevölkerung.

Quelle: NZZ

28.7.2016

Nature News

Nature News

Weil Viehhändler Daten zum Tierverkehr falsch erfassen, ist die Rinderkrankheit BVD immer noch nicht ausgerottet. Das verursacht hohe Kosten für Steuerzahler.

Sie ist einfach nicht totzukriegen. Weil Viehhändler Daten zum Tierverkehr nicht korrekt erfassen, befällt die Krankheit «Bovine Virusdiarrhoe» (BVD) weiterhin Rinder in der Schweiz. BVD kann das Vieh unfruchtbar machen, zu Missbildungen führen und die Milchleistung vermindern. Obwohl die Krankheit für Menschen unbedenklich ist, belastet sie den Steuerzahler.

Eine Studie aus dem Jahr 2006 berechnete den finanziellen Schaden auf jährlich bis zu 12 Millionen Franken. Indirekte Kosten wie Medikamenteneinsatz nicht einberechnet. Deshalb starteten die Kantone 2008 eine Kampagne, um die Krankheit auszurotten. Das Budget betrug rund 60 Millionen Franken. Einen Drittel steuerten die Bauern bei, der Rest kam aus der Staatskasse.

Steuergelder für die Bekämpfung

Obwohl die Zahl der erkrankten Tiere nach der Kampagne von 4469 Fällen 2008 auf 91 Fälle 2015 sank, wird der Steuerzahler weiterhin zur Kasse gebeten. Für die Präventionsarbeit zur Eindämmung der Krankheit berappen Kantone und Bund noch heute 1,5 bis 2 Millionen Franken jährlich, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gegenüber BLICK bestätigt.

Je nach Kanton zahlen Tierhalter in einen kantonalen Fonds ein, der diese Kosten begleicht. Hauptsächlich finanzieren sich die Fonds jedoch aus Steuergeldern. Im Kanton Zürich machen sie zum Beispiel 80 Prozent aus, wie das dortige Veterinäramt erklärt.

Bundesamt verschärft Kontrollen

Das BLV hat nun genug. Dass die Krankheit nicht totzukriegen ist, liege teilweise an Händlern, welche falsche oder gar keine Daten in die Tierverkehrsdatenbank eingeben, erklärt Lukas Perler, Leiter Fachbereich Tierseuchenbekämpfung beim BLV. Dort müssten Händler nämlich genau erfassen, woher ein Tier kommt und wohin sie es verkaufen. «Wenn in einer Tierhaltung ein BVD-Fall auftaucht, muss man rasch wissen, mit welchen anderen Tierhaltungen die betroffenen Tieren Kontakt hatten», sagt Perler. Nur so würden weitere Ansteckungen verhindert.

Das BLV will deshalb Tierhaltungen, die in der Erfassung der Daten Mängel aufwiesen, dieses Jahr zusätzlich kontrollieren. Die Kontrollen sollen grösstenteils unangemeldet erfolgen.

Quelle: Bligg

28.7.2016

Good News

Good News

Donald Trump findet die Theorie "lächerlich", Russland stecke hinter dem Cyberangriff auf die US-Demokraten. Den Hackern legt er indes eine andere Mission nahe: Nachforschungen in Sachen Clinton.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat an Russland appelliert, die Tausenden E-Mails zu finden und zu veröffentlichen, die seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton im Zusammenhang mit ihrer E-Mail-Affäre nicht an die Behörden weitergegeben hatte.

Clinton hatte während ihrer Zeit als Außenministerin von 2009 bis 2013 für ihre dienstliche Kommunikation eine private E-Mailadresse genutzt. Damit verstieß sie gegen die geltenden Sicherheitsregeln. Die Republikaner werfen ihr zudem vor, sie habe ihre dienstliche Kommunikation der öffentlichen Kontrolle entziehen wollen.

Jetzt sagte Trump zu Reportern: "Russland, wenn Sie zuhören: Ich hoffe, Sie finden die 30.000 E-Mails, die fehlen."

Eine mögliche Verwicklung russischer Hacker in den jüngsten E-Mail-Skandal der US-Demokraten tat Trump jedoch als "weit hergeholt" und "lächerlich" ab.

Clintons Wahlkampfteam vermutete russischen Hackerangriff

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Wochenende 20.000 E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten veröffentlicht, welche die ablehnende Haltung der Parteiführung gegenüber Bernie Sanders, dem stärksten parteiinternen Konkurrenten von Präsidentschaftskandidatin Clinton, unter Beweis stellten.

Die Enthüllungen brachten die Parteiführung stark in Bedrängnis, weil sie sich im internen Vorwahlwahlkampf eigentlich neutral verhalten soll. Die Parteivorsitzende Debbie Wasserman Schultz reichte daher am Sonntag ihren Rücktritt ein.

Clintons Wahlkampfteam äußerte den Verdacht, dass Russland hinter dem Hackerangriff stecken könnte, um damit dem republikanischen Kandidaten Donald Trump zu helfen.

Trump wies jetzt jedoch ausdrücklich jegliche politische Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin zurück. "Ich habe nichts mit Putin zu tun, ich habe noch nie mit ihm geredet", sagte Trump.

Laut einem Bericht der "New York Times" geht inzwischen auch der US-Geheimdienst davon aus, dass die Hacker mit "hoher Wahrscheinlichkeit" von Moskau beauftragt wurden. Es ist demnach aber unklar, ob es sich um normale Cyber-Spionage oder eine gezielte Aktion zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl handelte.

28.7.2016

Exzellent News

Exzellent News

Für Erdogan ist eine EU-Mitgliedschaft längst eine verfallene Machtwährung. Er spielt ein grösseres, waghalsigeres Spiel. Der Westen muss die Türkei nehmen, wie sie ist - aber nicht bedingungslos.

Es war schon ein merkwürdiger Zufall, dass der türkische Präsident Erdogan mit dem Staat Israel und Putins Russland eine Art strategischen Kontenausgleich vornahm – so, als habe er für die nächsten Stufen der Gleichschaltung Ruhe an den aussenpolitischen Fronten herstellen wollen. Der Putsch des 15. Juli hat nur zugespitzt und beschleunigt, was ohnehin in der Planung war.

Die Aktion, wahrscheinlich kemalistisch inspiriert und dazu bestimmt, der islamischen Transformation des Landes zuvorzukommen, verkannte vor allem, dass die Zeiten für militärische Machtübernahmen, jedenfalls in der Türkei, auf lange Zeit vorbei sind. Das bedeutet nicht, dass die Türkei mit sich im Frieden ist und Erdogan ein Held der Demokratie wäre.

Er entfernte sich, zunächst Ministerpräsident und dann Präsident, in den letzten Monaten unübersehbar vom viel gelobten demokratischen Tugendpfad. Ermahnungen aus Richtung EU und USA haben wenig gefruchtet. EU-Mitgliedschaft oder nicht – das ist seit Langem eine verfallene Machtwährung: Erdogan spielte und spielt ein grösseres und waghalsigeres Spiel.

Militär, Geheimdienst und Polizei erhalten gerade eine Belehrung, dass der starke Mann am Bosporus die Technik der Gleichschaltung beherrscht. In einer Woche schaffte er, wofür andere mehrere Monate brauchen, Schlag auf Schlag, als folge das Geschehen einem heimlichen Plan.

Ausnahmezustand, die Armee in Schreckstarre, pauschale Verhaftungen, Einschüchterung und brutale physische Gewalt, Kritik und Selbstkritik der Angeklagten, sichtbare Folterspuren an den Verdächtigen, die sich selbst zu bezichtigen und um Gnade zu bitten hatten – die es schwerlich geben wird.

Drei Traumata zu bewältigen

Die Reaktionen von Berlin bis Washington waren hörbar verhalten und kamen immer wieder darauf zurück, auffallend verlegen, dass das System Erdogan demokratisch gewählt wurde – so als ob das irgendeine Gewähr für die Zukunft bieten könnte. Das Geheimnis hinter so viel Wunschdenken und Leisetreterei heisst Geopolitik.

Die Türkei liegt, nicht nur metaphorisch, zwischen den östlichen Diktaturen und den westlichen Demokratien, zwischen Putins Russland, das seine Grenzen noch nicht gefunden hat, und der arabischen Unruhe, die noch lange keine Stabilität finden wird.

Der neo-osmanische Traum der frühen Erdogan-Jahre ist erst einmal wieder ausgeträumt, jedenfalls stark ernüchtert. Das aber bedeutet nicht, dass die Türkei wieder zurückkehrt zum laizistischen autoritären Staat. Im Gegenteil: Die islamische Wiedergeburt ist zugleich Rückkehr zu den Wurzeln und Aufbruch in eine noch undefinierte, eigenständige Modernität.

Es wird im Westen leicht übersehen, dass die moderne Türkei drei Traumata zu bewältigen hat: Sie war zuerst Ergebnis der Niederlage im Ersten Weltkrieg, dann eines Militärputsches und endlich einer militärischen Auflehnung gegen die Entente der Briten und Franzosen.

Der Katastrophe des Osmanischen Reiches entriss Atatürk, Revolutionär gegen alle Vergangenheit und Geschichte, bis hinein in die Lebensformen des Alltags, einen neuen Staat. So entstand der moderne türkische National- und Vielvölkerstaat, mit allen seinen Ungereimtheiten und Ungleichzeitigkeiten.

Heute so und morgen etwas anders

Seit 1952 ist die Türkei Mitglied der Nato, damals gänzlich ausgerichtet an der Logik des Kalten Krieges, Hüter der Südflanke und bis heute – durch Rüstungslieferungen und Stützpunkte wie das Riesen-Flugfeld Incirlik und durch Ausbildung und Technikhilfe – eng verbunden mit den USA.

Und doch zu allen Zeiten, ob Militärdiktatur oder zivile Republik, ein schwieriger Partner, der seinen Sonderweg geht, heute so und morgen etwas anders, und im Bewusstsein der geostrategischen Unentbehrlichkeit niemals ganz berechenbar und verlässlich für den Westen – heute weniger denn je.

Erdogan, führt er nun den Krieg des Westens gegen die Schreckensmänner des IS – oder gegen die Kurden, die von Deutschland Waffen erhalten, Ausbildung, Luftabwehr und vieles mehr? Oder führt er den Luftkrieg der Amerikaner gegen das Regime des Syrers Assad? Die Militärs und Diplomaten der Nato, die ihre Regierungen zu beraten haben, sind nicht zu beneiden.

Mehr als ein nächtlicher Spuk

Wohin treibt die Türkei? Der Putsch, aber auch Härte und Selbstgerechtigkeit des Gegenschlags verraten tiefe Risse in Staat und Gesellschaft des Landes. Auch wenn vordergründig die Ruhe wiederhergestellt ist, brodelt es doch unter der Oberfläche.

Die nach Westen blickenden Unternehmer, Militärs und Wissenschaftler sind nicht für Erdogan. Dieser wäre gut beraten, seinen Triumph zu mässigen und beides zu zeigen, Grossmut und Gelassenheit. Die beschleunigte islamistische Machtergreifung, wie sie jetzt im Gange ist, kann Misstrauen und Zweifel der Aussenwelt nur verstärken.

Wie sollen da Investitionen und Kredite kommen, wenn der Boden vergiftet ist? Die Ereignisse am Bosporus sind mehr als ein nächtlicher Spuk, schnell und schnell gegangen. Die vielen Ungereimtheiten, die bleiben, verraten doch, dass etwas Fiebriges in Gang ist, was drakonische Massnahmen, gar Exekutionen, nicht bewältigen können.

Der Westen muss Erdogans Türkei nehmen, wie das Land nun einmal ist, samt Geschichte und Geografie. Aber man muss es nicht bedingungslos tun, oder nach dem Drehbuch des Recep Tayyip Erdogan.

Das kann nicht gut gehen. Sonst bleibt auf lange Zeit das Gift einer verschleppten Krise, das Staat und Gesellschaft durchzieht. Die Türkei hat eine schwierige Vergangenheit, ja deren mehrere. Was das Land braucht, ist mehr ein Seelenarzt und Versöhner als ein Rächer und Henker.

Der Westen braucht die Türkei

Bis zur abschliessenden Klärung aller Verantwortlichkeiten den Verkehr mit der Türkei auszusetzen – das kann sich der Westen nicht leisten. Das östliche Mittelmeer zu sichern ohne die Türkei ist nicht denkbar.

Immerhin haben die Nato-Staaten lange Erfahrung im Umgang mit Bündnispartnern, die anfällig waren für Militärcoups: Portugal unter Salazar, Griechenland unter der Faust der Obristen oder die nicht weniger als viermal durch Militärcoups getestete Türkei.

Der Putsch ist vorbei, aber nicht die Konflikte, die er offenbarte. Die brauchen weisen Rat, und der ist in Erdogans Land ein knappes Gut.

Quelle: DIE WELT

28.7.2016

Vier Bücher, die man gelesen haben sollte

«Kampf der Kulturen» ist ein politikwissenschaftliches Buch von Samuel Huntington, das den Untertitel «Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert» hat. Das amerikanische Original erschien 1996 als «The Clash of Civilizations» und war die Erweiterung eines gleichnamigen Artikels (der aber mit einem Fragezeichen versehen war), den Huntington 1993 in der Zeitschrift «Foreign Affairs» veröffentlicht hatte. Das Buch enthält die Hypothese, dass es im 21. Jahrhundert zu Konflikten zwischen verschiedenen Kulturräumen, insbesondere der westlichen Zivilisation mit dem chinesischen und dem islamischen Kulturraum, kommen könnte. Das Buch wurde vielfach aufgelegt und übersetzt, führte zu kontroversen Diskussionen und wurde von Politikwissenschaftlern von Beginn an heftig kritisiert.

«Die Rückkehr der Religionen»

Die Religionen sind weltweit auf dem Vormarsch. Sie werden - auch im Westen - zunehmend zu einem politischen und moralischen Machtfaktor. Der religiöse Fundamentalismus, ob er nun christlich ist oder islamisch, spielt dabei eine herausragende Rolle. Martin Riesebrodt entwirft hier eine Religionstheorie, die den Zusammenhang von Religion und Moderne erklärt, und geht den kulturellen, sozialen und ökonomischen Entstehungsbedingungen und Auswirkungen des Fundamentalismus nach. Besonderes Augenmerk gilt dem patriarchalischen Grundzug fundamentalistischer Bewegungen und der Frage, warum sich trotzdem gerade Frauen in diesen Bewegungen engagieren. Aus diesen Untersuchungen ergibt sich ein überzeugendes Gegenszenario zu Huntingtons "Kampf der Kulturen". («Die Rückkehr der Religionen» – C. H. Beck Verlag – ISBN 9783406459283)

«Söhne und Weltmacht» – Terror im Aufstieg und Fall der Nationen

"Koffer packen" laute Gunnar Heinsohns Empfehlung für alle Europäer unter 40, verrät Rezensent Mohssen Massarrat, denn nur so könne man den mit Sicherheit kommenden Krieg gegen 350 Millionen jungen Islamisten überleben. Kriege entstünden heutzutage, so die steile These Heinsohns, durch einen Bevölkerungsüberschuss an jungen Männern ohne Zukunftsperspektive. Als "zynisch" bezeichnet der Rezensent Gunnar Heinsohns Folgerung, generell Hilfsleistungen in Krisengebiete der so genannten Dritten Welt zu stoppen und damit die Kinderproduktion zu beschränken. («Söhne und Weltmacht» – Gunnar Heinsohn, Orell Füssli Verlag, Zürich 2003, ISBN 9783280060087). Das Buch ist vergriffen; steht aber als PDF-Download zur Verfügung. Ebenso als Hörbuch.

«Wer den Wind sät» – Was westliche Politik im Orient anrichtet

Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und erklärt, was sie mit der aktuellen politischen Situation zu tun haben. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – nur leider beschreibt es die Realität. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt sie zu erzählen. Und wir sind vergesslich. Das iranische Verhältnis zum Westen versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen. Wer wissen will, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt, der greife zu diesem Schwarzbuch der westlichen Politik im Orient. («Wer den Wind sät» – Michael Lüders; C.H. Beck Verlag, ISBN 978 3 406 677 49 6)

Wer den Wind sät

Internet News

Internet News

Florierende Geschäfte mit neuen Smartphones haben Samsung im zweiten Quartal zu dem besten Ergebnis seit mehr als zwei Jahren verholfen. Der operative Gewinn stieg um 18 Prozent auf umgerechnet rund 7 Milliarden Franken.

Während Erzrivale Apple zuletzt das zweite Quartal in Folge einen Umsatzrückgang erlitt, steigerte Samsung die Erlöse in den drei Monaten von April bis Juni binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf rund 44,2 Milliarden Franken, wie der südkoreanische Elektronik-Konzern am Donnerstag mitteilte.

Vor allem in der Mobilfunksparte lief es im abgelaufenen Quartal dank reger Nachfrage nach den neuen Galaxy-S7-Modellen rund. Hier schnellte der Umsatz um 57 Prozent nach oben auf den höchsten Wert seit zwei Jahren.

Noch im vergangenen Jahr schrumpfte das Geschäft, weil Apple mit dem grösseren iPhone 6 dem Weltmarktführer Marktanteile im Obersegment abjagte. Die Sparte bleibt nun auf Kurs, 2016 erstmals seit drei Jahren den Gewinn wieder zu steigern.

Allerdings dürfte das Tempo im zweiten Halbjahr nicht zu halten sein, weil die Konkurrenz neue Modelle an den Start bringen werde, erklärte Samsung. Vor allem Apple könnte mit dem im September erwarteten iPhone 7 den Rivalen wieder unter Druck setzen. Rückenwind erhofft sich Samsung dann von einem Anziehen des zuletzt schwächelnden Komponenten-Geschäfts mit Chips und Bildschirmen.

15 Prozent weniger iPhone verkauft

Apple hat ein durchzogenes Quartal hinter sich. Die iPhone-Verkäufe sind überraschend stark eingebrochen. Dafür verdiente der Tech-Konzern mit Service-Leistungen viel Geld.

Schlechtere iPhone-Verkäufe haben Apple im vergangenen Quartal erneut einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verursacht. Der Konzern konnte das aber mit einem Sprung bei Service-Erlösen teilweise abfedern.

Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 42,36 Milliarden Dollar. Der Gewinn schrumpfte um 27 Prozent auf knapp 7,8 Milliarden Dollar.

Es war der zweite deutliche Rückgang für Apple in Folge. Zugleich fielen die Quartalszahlen besser aus als die Anleger erwartet hatten: Die Aktie legte nachbörslich um rund fünf Prozent zu.

Auch Konzernchef Tim Cook sagte, die Nachfrage der Konsumenten sei stärker ausgefallen als Apple selbst erwartet habe. Damit sank auch der Anteil der iPhone-Umsätze am gesamten Geschäft auf gut 56 Prozent von zuletzt rund zwei Dritteln.

Die Verkäufe der iPad-Tablets fielen zwar weiter - um neun Prozent auf 9,95 Millionen Geräte. Mit den teureren Modellen des iPad Pro stieg der Umsatz aber um sieben Prozent auf fast 4,9 Milliarden Dollar. Das war das erste Wachstum in dem Geschäft seit längerer Zeit.

Die Umsätze im Dienste-Geschäft sprangen im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 5,98 Milliarden Dollar hoch. Dazu gehören die Download-Plattformen für Apps, Filme und Musik sowie der neue Streaming-Dienst Apple Music und Service-Angebote wie der iCloud-Speicher.

Die Verkäufe der Mac-Computer fielen um elf Prozent auf 4,25 Millionen Geräte, der Umsatz ging noch etwas deutlicher um 13 Prozent auf 5,24 Milliarden Dollar zurück.

Apple hatte sich in den vergangenen Jahren besser als der gesamte PC-Markt geschlagen, jetzt schrumpfte der Mac-Absatz aber stärker als die branchenweiten Verkäufe. Zugleich hat der Konzern einen grossen Teil der Computer-Modellpalette schon länger nicht aufgefrischt.

28.7.2016

Pro und Contra Windwos 10

Seit 29. Juli 2015 verteilt Microsoft Windows 10 kostenlos an Besitzer der Vorgänger Windows 7 und 8. In zwei Wochen endet die Gratis- Aktion allerdings, ab 29. Juli müssen PC- Anwender Windows 10 wieder regulär für 135 (Home- Version) bzw. 279 (Pro) Euro kaufen. Wer sich diese Kosten ersparen will, sollte in den kommenden zwei Wochen noch gratis upgraden. Aber lohnt sich Windows 10 überhaupt? Eine Entscheidungshilfe.

Nach dem wegen seines ungewohnten Kachel-Interfaces bei den Nutzern wenig beliebten Windows 8 hat Microsoft bei Windows 10 wieder auf die Nutzerwünsche reagiert. Das Startmenü ist wieder in klassischer Ausführung an Bord, das Kachel-Interface spielt nur noch auf Touch- Geräten eine Rolle, die dank "Continuum"-Feature intelligent zwischen Maus- Tastatur- und Touch-Modus wechseln. Weil man sich direkt mit dem Microsoft- Konto anmelden kann, werden viele Einstellungen automatisch über mehrere Geräte synchronisiert.

Neuer Browser und Cortana an Bord

Den ungeliebten Browser-Opa Internet Explorer hat man bei Windows 10 in Pension geschickt und durch den schnörkelloseren Edge-Browser mit Markier- und Kommentarfunktion ersetzt. Damit Windows 10 nicht nur mit Maus, Tastatur oder Finger, sondern auch per Sprachbefehl bedient werden kann, wurde Microsofts Sprachassistent Cortana an prominenter Stelle direkt in die Taskleiste integriert. Ein neuer Infobereich sammelt zentral alle Benachrichtigungen, die Systemsteuerung wurde ebenfalls überarbeitet und Touch- freundlicher gestaltet.

Interessante Features für (Xbox)- Gamer

Für Spieler ist Windows 10 vor allem wegen der Grafikschnittstelle DirectX12 interessant: Sie lässt Spiele-Entwickler direkter auf die Hardware zugreifen und sorgt für mehr Performance und Grafik- Power. Auch neu: die engere Verzahnung von Xbox One und Windows 10 inklusive Spiele-Streaming. Microsoft kündigte kürzlich sogar eine Cross-Buy-Funktion an, bei der Games einmal gekauft und auf beiden Plattformen genutzt werden können. Freilich: Dieses Feature kommt nicht ganz uneigennützig, soll es doch den in Windows 10 integrierten Store populärer machen.

Praktische Neuerungen unter der Haube

Unter der Haube hat Windows 10 gegenüber den Vorgängern ebenfalls einige Vorteile. Informativere Kopierdialoge und eine generalüberholte Eingabeaufforderung sind nur zwei davon. Ein neuer Task-Manager hilft mit Mini-Vorschauen aller offenen Programme beim Multi- Tasking, virtuelle Desktops ermöglichen die saubere Trennung verschiedener Arbeitsumgebungen. Die Akkulaufzeit von Mobilgeräten wird durch verbesserte Energiespareinstellungen erhöht, die Sicherheit von Windows 10 will Microsoft mit umfangreichen automatischen Updates gewährleisten, zudem unterstützt das Betriebssystem biometrische Login-Verfahren wie Gesichts-Scans.

Privatsphäre-Ängste durch Datentransfers

Ist Windows 10 also rundum empfehlenswert? Nicht unbedingt, neben vielen neuen Funktionen brachte das neue Betriebssystem im vergangenen Jahr nämlich auch den einen oder anderen Skandal mit sich. Dass Windows 10 standardmässig im grossen Stil Daten an Microsoft- Server sendet und man diese manchen Nutzern suspekte Eigenart bei der Installation in mehreren Dialogseiten explizit abstellen muss, schürte schon zum Start von Windows 10 bei vielen Nutzern Misstrauen. Der Nutzer kann hier zwar gegensteuern, Windows 10 und seine Mitbringsel Cortana, Edge und OneDrive gelten aber trotzdem als neugierig.

Microsoft blendet in Windows 10 Werbung ein

Einige der Daten, die Microsoft sammelt, dienen dem Softwarekonzern als Basis für personalisierte Werbung im Browser. Zusätzlich zeigt Microsoft sogar innerhalb des Startmenüs Werbung für Apps aus dem hauseigenen Windows Store an. Diese Reklame kann man zwar problemlos entfernen, es gibt aber Nutzer, die Werbung im Betriebssystem nicht besonders wohlgesonnen sind. Personalisierte Werbung kann auch am Sperrbildschirm zu sehen sein - vor allem, wenn man sich bei Windows 10 mit seinem Microsoft-Konto statt eines lokalen Benutzerkontos anmeldet. Wie Sie die Reklame im Zweifel loswerden, erfahren Sie im nachstehenden Bericht.

Notiz am Rande: Obwohl von Microsoft bereits vor einem Jahr angekündigt, kann der neue Browser Edge noch immer nicht mit Add-ons umgehen. Dieses Feature wird voraussichtlich erst in einigen Wochen per Jubiläums-Update nachgereicht.

Gratis-Upgrade kann bei Hardware-Wechsel verfallen

Noch eine unangenehme Eigenheit von Windows 10: Hat man sein vorhandenes Betriebssystem, also Windows 7 oder 8, kostenlos aktualisiert, verliert der alte Produktschlüssel seine Gültigkeit. Die neue Windows-10-Installation wird indes an die vorhandene Hardware gekoppelt. Kommt es zu grösseren Hardware-Änderungen - etwa bei einer Aufrüstaktion -, kann die Windows- Aktivierung erlöschen. Microsoft hat zwar angekündigt , ein Tool bereitzustellen, das solche Probleme beheben soll, es soll allerdings erst mit dem kommenden Jubiläums- Update eingespielt werden, das Ende Juli erscheint.

Fazit: Datensammelei, personalisierte Werbung, potenzielle Aktivierungsprobleme beim Hardware-Wechsel: Windows 10 hat einige Macken, die nicht jeder Nutzer hinnehmen will. Es hat aber auch etliche praktische Features, die das tägliche Arbeiten spürbar erleichtern. Letztlich muss man als Nutzer selbst entscheiden, ob man Microsofts Gratis-Angebot noch in Anspruch nimmt oder noch ein paar Jahre beim alten Betriebssystem bleibt. Windows 7 wird von Microsoft jedenfalls noch bis Januar 2020 mit Sicherheits-Updates versorgt, Windows 8 bis Januar 2023. Und bis dahin sollte auch mit den teils penetranten Upgrade-Benachrichtigungen für Windows 10 Schluss sein.

Quelle: Kronen-Zeitung

15.7.2016

So bekommen Sie Windows 10 werbefrei

Ob auf dem Sperrbildschirm oder im Startmenü: Immer wieder blendet Windows 10 Werbung etwa für Spiele oder Apps ein. Wie Sie die lästigen Botschaften entfernen können und Windows 10 werbefrei bekommen, erfahren Sie hier.

Sperrbildschirm

Sollte Ihnen bereits auf dem Sperrbildschirm von Windows 10 Werbung entgegenlachen, wie etwa zuletzt für das Spiel "Rise of the Tomb Raider", sollten Sie einen Blick in die Personalisierungs-Optionen werfen, erreichbar im Startmenü über "Einstellungen", "Personalisierung" und schliesslich "Sperrbildschirm". Hier können Sie die Option "Unterhaltung, Tipps, Tricks und mehr auf dem Sperrbildschirm anzeigen" deaktivieren. Der entsprechende Schalter erscheint übrigens nur, wenn Sie für Ihren Hintergrund die Option "Bild" oder "Diashow" gewählt haben.

Startmenü

Störende Empfehlungen seitens Microsoft im Startmenü, diese oder jene App zu installieren, entfernen Sie dagegen im "Start"-Bereich der Personalisierungs-Optionen, erreichbar über "Einstellungen", "Personalisierung", "Start". Der entsprechende Eintrag trägt die Bezeichnung "Gelegentliche Vorschläge im Menü 'Start' anzeigen" und lässt sich ebenfalls mit einem Klick deaktivieren. Siehe Bild PERSONALISIERUNG unten.

Werbungs- ID deaktivieren

Dass Windows 10 Ihnen überhaupt personalisierte Werbung anzeigt, hat mit der sogenannten Werbungs-ID zu tun, die jedem Nutzer zugewiesen wird und beispielsweise Aktivitäten/Einkäufe im Windows Store protokolliert. Sie ist standardmässig aktiviert, lässt sich aber über "Einstellungen", "Datenschutz", "Allgemein" zurücksetzen, indem Sie die Option "Apps die Verwendung der Werbungs- ID für App- übergreifende Erlebnisse erlauben" deaktivieren. Siehe Bild DATENSCHUTZ unten.

Personalisierte Werbung im Browser

Auch beim Surfen im Browser sind Sie mitunter nicht vor Werbebotschaften gefeit. In diesem Fall lohnt sich ein Blick auf die Microsoft- Website choice.microsoft.com , wo Sie über die Schaltfläche "Personalisierte Werbung in diesem Browser" auf Sie "angepasste Inhalte" sowie "Werbung auf MSN, Outlook.com und anderen Websites und Apps", wie Microsoft schreibt, deaktivieren können. Siehe Bild PERSONALISIERTE WERBUNG unten.

PERSONALISIERUNG

DATENSCHUTZ

PERSONALISIERTE WERBUNG

Sommerloch-News

Sommerloch-News

Auf dem Rückflug von Abu Dhabi sagt Umweltministerin Doris Leuthard, was Piccards Abenteuer der Schweiz bringt, was sie von der Initiative für eine «grüne Wirtschaft» hält und warum Tempo 80 auf Autobahnen der richtige Weg ist.

BLICK: Frau Bundesrätin, Sie sorgten in Abu Dhabi vor der Weltpresse mit dem Entrollen einer Schweizer Fahne für Aufsehen. War das geplant?

Doris Leuthard: Jein. Die Botschafterin hatte sie in der Tasche und drückte sie mir einfach in die Hand. Ich musste sie quasi unter dem Arm verstecken und wartete, bis nur noch Piccard und Borschberg da waren. Es war eine spontane Aktion, aber die Bilder davon sind toll.

Sie hatten das Glück, dass die Stars von Abu Dhabi Landsleute sind. Wie kann die Schweiz davon profitieren?

Es geht nicht nur um die beiden Stars. Solar Impulse als Ganzes repräsentiert die Schweiz. Viele Innovationen entstanden in Zusammenarbeit mit der EPFL in Lausanne, namhafte Schweizer Firmen sind grosse Sponsoren.

Aber wo sind basierend auf dem Solarflugzeug konkret Innovationen möglich?

Schauen Sie das Karbon-Material an, das sie verwendet haben. Ursprünglich kommt das von der Alinghi (das Schweizer Segelboot, Red.), aber es wird sich in der Flugzeugindustrie wohl durchsetzen. Auch das Rad des Solar-Impulse-Flugzeugs hat Potenzial. Es kann sich quer stellen und so bremsen. Flugzeug-Konstrukteure werden diese Innovation aufnehmen. Es gibt viele mögliche Anwendungen. Es wäre super, wenn die Ingenieure zusammenbleiben und in der Schweiz weiterforschen würden.

Werden wir es noch erleben, dass ein Flugzeug ohne Treibstoffverbrauch Massentransporte durchführt?

Wahrscheinlich nicht, jedenfalls nicht mit der Solartechnologie. Eine Pionierleistung bedeutet aber auch nicht, dass genau dieses Projekt verwirklicht werden muss, sondern sie zeigt Möglichkeiten auf, bietet viel Experimentelles. Der Bund hat dem Team Leistungen im Wert von fünf Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Das ist gut investiertes Geld.

Piccard und Borschberg haben Angebote für ihr Rekordgerät. Setzen Sie sich dafür ein, dass der Flieger zurück in die Schweiz kommt?

Er könnte noch über 1000 Stunden fliegen, und ich fände es toll, wenn Solar Impulse noch mal in die Luft geht. Vielleicht können sie ja auch mit einem Passagier abheben. Aber wir versuchen natürlich mit dem VBS zusammen, eine Lösung, also eine Garage, zu finden. Es wäre fantastisch, Solar Impulse in der Schweiz zu halten. Sicherlich wäre das auch touristisch nutzbar. Der Bund wird seinen guten Willen zeigen, aber der Entscheid liegt bei Borschberg und Piccard.

Trotz all der schönen Worte in Abu Dhabi für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bekämpfen Sie die Initiative für eine grüne Wirtschaft. Das ist unverständlich!

Der Bundesrat hat festgehalten, dass die Initianten ein berechtigtes Anliegen aufnehmen. Ein sparsamerer Umgang ist der richtige Weg, aber die Initiative macht den Fehler, dass sie in der Verfassung eine starre Grenze – ein Verbrauch im Rahmen einer Erde bis 2050 – vorschreiben will. Dadurch müssten wir den Verbrauch massiv einschränken. Das ist nicht machbar. Wir machen uns auf den Weg, aber wir machen eine realitätsbezogene Politik. Die Initiative überfordert die Bevölkerung, bestraft die Wirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze.

Ihr Gegenvorschlag ist nur knapp gescheitert.

Ja, er ging der Wirtschaft leider schon zu weit. Und es waren Wahlen, die bürgerlichen Parteien haben sich gesagt: Wir machen jetzt mal gar nichts.

Zu Unrecht?

Ja, ich finde schon. Wir können uns den heutigen, hohen Ressourcenverbrauch leisten, weil wir ein reiches Land sind. Aber wir importieren ihn auch auf Kosten anderer Länder. Für kommende Generationen muss die Bevölkerung ihr Verhalten überdenken und sparsamer werden, vor allem in Bezug auf Energie, Boden und Wasser.

Die Gegner behaupten in ihrer Kampagne, bei einem Ja könnten wir nur noch kalt duschen. Teilen Sie diese Ansicht?

Nein (lacht). Bevor sich etwas ändert, bräuchte es ein Gesetz, und da ist bekanntlich vieles möglich. Sicher müsste man weniger Energie und Wasser verbrauchen, aber das wäre auch mit anderen Massnahmen möglich. Ich halte nicht viel von solcher Angstmacherei.

Für Furore sorgte kürzlich ihr Chefbeamter Jürg Röthlisberger. Er kündigete an, vermehrt Tempo 80 auf Autobahnen zu verfügen. Der richtige Weg?

Ja, Tempo 80 ist ein entscheidendes Instrument gegen Stau. Wir praktizieren das schon eine Weile an manchen Stellen, und das mit Erfolg. Persönlich bin ich lieber etwas langsamer unterwegs, statt andauernd wieder zu stehen.

Quelle: Bligg

28.7.2016

Doktor, mein Freund will Analsex, aber ich finde das eklig!

Reif für die Psychoanalyse

Mein Freund möchte unbedingt Analsex mit mir. Ich finde das aber absolut eklig und möchte es auch nicht ausprobieren. Er äussert jedoch immer wieder diesen Wunsch. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits will ich ihm seine Wünsche erfüllen, andererseits sträubt sich alles in mir. Ich weiss nicht, wie ich in der Situation reagieren soll. Fragt Maria, 23, in Beziehung, im Live-Chat mit Doktor Sex

Quelle: 20Minüten

28.7.2016

Die Psychoanalyse von Dr. Luzart

Liebe Maria, gegen Scheisse ist rein gar nichts einzuwenden. Millionen von Fliegen können nicht irren.

Bauernregel zum 28. Juli

«Sind die Hundstage nicht durchzogen, kommen im Herbst trotzdem viele Wespen angeflogen.»

Video zum Tag: So geht Rasenmähen

Video zum Tag

Während die Kirchglocke zur Sonntagsmesse läutet, verrichtet der kleine Roboter auf vier Rädern seinen Dienst als Rasenmäher. Jedenfalls in Dagmersellen. Und solange der Sonnenkollektor seine Batterie mit Energie füttert, summt er leise vor sich hin.

12.7.2016

Unser täglich Bild gib uns o Herr Luzart, der du bist the sexiest Man alive from Lucerne South. Amen

Auch Max und Magi suhlen sich auf den Holzliegen

Wenn es Abend wird auf dem Stanserhorn...

...suhlen sich die Alten auf den CABRIO-Holzliegen

1. Augustwetter

Gesundheit

Most clickOmatisiert

The Naked Gun

Wort zum Sonntag - Nachwuchs bei den Zebras im Zoo Basel