Mama, s'LUZART komposchtiert

Advent Advent, zwei Kerzen brennen

Advent (lateinisch adventus «Ankunft»), eigentlich Adventus Domini (lat. für «Ankunft des Herrn»), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.

Zwischen der Konfession der Adventisten und der geprägten Zeit des Advents besteht eine mittelbare Verbindung, da sich beide Bezeichnungen auf die Ankunft Christi beziehen.

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Wir sagen Euch an den lieben Advent

Heute Samstag begrüsst Sie Howard Carpendale mit «Samstag Nacht»

Samstag, 3. Dezember 2016

Jean-Luc Godard, bedeutender französischer Filmregisseur der 1960er-Jahre, feiert heute seinen 86. Geburtstag.

Unser heutiges Geburtstagskind

Jean-Luc Godard entstammt einer grossbürgerlichen französisch-schweizerischen Familie. Sein Vater war Arzt und Besitzer einer Schweizer Privatklinik, seine Mutter kam aus einer angesehenen Schweizer Bankiersfamilie. Er ist ein Cousin des peruanischen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski. Die Grosseltern kollaborierten während der deutschen Besatzung mit dem Vichy-Regime. Godard, der ursprünglich nur die französische Staatsbürgerschaft besass, wurde 1953 Bürger von Gland im Kanton Waadt. Etwa seit 1980 lebt er in der Kleinstadt Rolle am Nordufer des Genfersees.

Godard besuchte zunächst die Schule im waadtländischen Nyon. Nach der Scheidung seiner Eltern übersiedelte er 1948 nach Paris, besuchte dort das Lycée Buffon und begann ein Jahr später an der Sorbonne ein Studium der Ethnologie. In seiner Studienzeit kam er mit einem Pariser Filmclub in Kontakt und fand Zugang zu einer Gruppe, der auch François Truffaut, Jacques Rivette und Éric Rohmer angehörten. Als André Bazin 1951 das kritische Magazin Cahiers du cinéma begründete, gehörte Godard neben Rivette und Rohmer zu dessen ersten Autoren.

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3.12.2016

Video zum Geburtstag: Jean-Luc Godard – Interview

Saturday News

Saturday News

Der Ständerat will die Zuwanderungsinitiative mit einem verbindlichen Inländervorrang umsetzen. Die Wirtschaft hofft, dass der Nationalrat die Vorlage entschärft.

Nach den gestrigen Beschlüssen des Ständerats ist eines definitiv: Das Parlament setzt die Masseneinwanderungsinitiative nicht so um, wie es der Initiativtext verlangt. Die Zuwanderung aus der EU wird auch künftig nicht mit Kontingenten und Höchstzahlen gesteuert. In den kommenden Tagen feilschen National- und Ständerat um die Details eines Inländervorrangs, mit dem die Zuwanderung von Arbeitskräften aus der EU zumindest indirekt gesteuert werden soll.

Der Nationalrat hatte sich im Herbst unter dem Titel «Inländervorrang light» damit begnügt, dem Bundesrat die Kompetenz zur Einführung einer Stellenmeldepflicht zu erteilen. Bei dieser minimalistischen Umsetzung dürfte es allerdings nicht bleiben. Der Ständerat hat den «Inländervorrang light» wesentlich verschärft. Für Berufsgruppen und Tätigkeitsbereiche mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit sollen die Arbeitgeber künftig ihre offenen Stellen den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Diese Meldepflicht gilt gemäss Ständerat ab Inkraftsetzung des Gesetzes, und der Bundesrat hat dazu nichts mehr zu sagen. Die Arbeitgeber auch nicht – diesen drohen Bussen bis zu 40'000 Franken, wenn sie sich nicht an die neuen Vorgaben halten.

Zudem müssen die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) den Arbeitgebern jeweils mehrere Stellenbewerber anbieten. Gemäss der vom Ständerat beschlossenen Lösung sind die Arbeitgeber nicht nur verpflichtet, diese Bewerber zum Gespräch einzuladen. Sie müssen ebenfalls unter Sanktionsandrohung begründen, warum sie vom RAV zugewiesene Arbeitskräfte nicht anstellen. Befreit von der Meldepflicht sind die Arbeitgeber, wenn sie ihre offenen Stellen durch inländische Arbeitnehmer besetzen wollen.

«Permanente Regulierung»

Allerdings dürfte die Ständeratsvariante des Inländervorrangs auch noch nicht die definitive Lösung sein, die das Parlament in zwei Wochen verabschiedet. Denn den Arbeitgebern geht dieses von FDP-Ständerat Philipp Müller entworfene Konzept entschieden zu weit. Die kleine Kammer habe sich für eine «permanente Regulierung des Arbeitsmarktes» entschieden, kritisiert der Schweizerische Arbeitgeberverband. Der Verband will vor allem die Begründungspflicht aus dem Gesetz gestrichen haben. Diese sei eine «überschiessende Intervention» des Staates. Zudem fordern die Arbeitgeber, dass die Kriterien zur Einführung der Meldepflicht ver­feinert werden.

Der Nationalrat wird am Montag erneut über den Inländervorrang diskutieren. Die vorberatende Kommission des Nationalrats debattierte gestern bis in den späten Abend hinein. Sie fasste Beschlüsse, informiert aber erst heute darüber. FDP-Fraktionschef Ignazio Cassis hatte diese Woche angetönt, dass der Kompromiss der beiden Räte darin bestehen könnte, den Arbeitgebern die Begründungspflicht für Absagen zu ersparen. Offen ist, ob die CVP im Nationalrat ihren Widerstand gegen die verbind­liche Stellenmeldepflicht aufgibt und weiterhin auf ihrem eigenen Konzept ­beharrt. Das Gesetz muss in dieser Session bereinigt werden, sonst droht die Schweiz den Anschluss an den EU-­Forschungsraum zu verlieren.

Kein Konflikt mit der EU

Im Ständerat obsiegte Müllers Konzept mit 26 zu 16 Stimmen bei einer Enthaltung gegenüber dem Vorschlag von CVP-Vertreter Pirmin Bischof (SO). Dieser kritisierte das Müller-Konzept als «bürokratisches Monster» ohne grosse Wirkung. Man spiele den arbeitslosen Stellenbewerbern vor, dass sie Vorrang hätten, kritisierte Stefan Engler (CVP, GR). Tatsächlich gebe es für diese Menschen in einer schwierigen Situation weiterhin keinen Anspruch auf Anstellung.

Allerdings sieht auch das CVP-Konzept die Stellenmeldepflicht vor, jedoch liegt die Entscheidung über die Einführung beim Bundesrat. Die Pflicht für Arbeitgeber, Arbeitslose zum Bewerbungsgespräch vorzuladen und Absagen zu begründen, könnte der Bundesrat erst in einem zweiten Schritt einführen.

Der grosse Unterschied zum FDP-Konzept liegt darin, dass die CVP bei schweren Wirtschaftsproblemen Abhilfemassnahmen gegen den Willen der EU in Betracht zieht. Die Mehrheit von Stände- und Nationalrat will jedoch keinen Konflikt mit der EU riskieren. Ganz anders die SVP: Sie verlangte mit Verweis auf den Volkswillen auch im Ständerat vergeblich, dass der Bundesrat jährliche Höchstzahlen für EU-Arbeitskräfte festlegt. SVP-Vertreter warfen der Gegenseite «Verfassungsbruch» vor. Die Linke trug das FDP-Konzept durchs Band mit. Paul Rechsteiner (SP, SG) lobte den «Arbeitslosenvorrang» als unbürokratische Lösung, von der vor allem ältere Arbeitslose profitieren könnten.

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

EU wartet mit Urteil

Nein, die EU will Zwischenergebnisse beim Inländervorrang nicht kommentieren. Was zähle, sei das Resultat am Ende, sagte gestern eine Sprecherin von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. In Brüssel will man nicht den Eindruck erwecken, sich in das Schweizer Gesetzgebungsverfahren einzumischen.

Nach der Schlussabstimmung am 16. Dezember dürfte es dann mit der Zurückhaltung vorbei sein. Im Gespräch ist sogar eine Sondersetzung des Gemischten Ausschusses noch kurz vor Weihnachten. Die EU-Seite möchte, dass die Schweizer dort die Lösung beim Inländervorrang im Detail erklärt.

Bis dahin sendet die EU gemischte Signale. Vorbehalte gibt es bei den Rechtsdiensten von Kommission und Rat sowie bei den Mitgliedsstaaten. Die Zweifel, dass die Schweizer Massnahmen doch zu einer Diskriminierung von EU-Bürgern führen könnten, sind nicht ausgeräumt. Gleichzeitig wird aus Junckers Umfeld signalisiert, dass man mit dem Inländervorrang durchaus leben könnte.

Inländervorrang als Problemherd

Am Ende dürfte sich der Wunsch nach einer politischen Lösung durchsetzen. In der Version des Ständerates wird immerhin einer der Hauptkritikpunkt in Brüssel ausgeräumt. Nämlich die freie Hand für den Bundesrat, welche der Abhilfemassnahmen bei verstärkter Zuwanderung die Schweizer Regierung dem Gemischten Ausschuss mit der EU unterbreiten will und welche nicht.

Stattdessen würde die Schweiz sich verpflichten, bei allen Massnahmen ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten. Das Mehr an Bürokratie in der Ständeratsversion dürfte auf der anderen Seite für Brüssel weniger ins Gewicht fallen und wird eher als Schweizer Problem gesehen. Klar ist aber auch, dass ein Inländervorrang unabhängig von der finalen Version den Ruf nach einer Lösung bei den institutionellen Fragen verstärken wird. In EU-Kreisen wird befürchtet, dass ein Inländervorrang im Alltag Anlass zu vielen Streitfällen geben wird. Mehr denn je werde es deshalb den Europäischen Gerichtshof brauchen.

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Die Rolle des Arbeitsamtschefs in der MEI-Debatte

Bruno Sauter

Bruno Sauter

Bruno Sauter, Zürcher Chef des Amts für Wirtschaft und Arbeit, versucht die Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung mit Studien zu beeinflussen.

Das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) versucht das Parlament in der Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung (MEI) zu beeinflussen. Innert dreier Monate publizierte es zwei Teilstudien zum sogenannten Fachkräfteindikator für Mangelberufe, und ihr Chef, Bruno Sauter, gab vor zwei Wochen ein Interview in der NZZ, in dem er sich ausführlich zur Gesetzesvorlage äusserte. Er bezeichnete den «Inländervorrang light» des Nationalrats als «ohne grossen Zusatzaufwand machbar». Hingegen äusserte er sehr kritisch zur Version des verschärften Inländervorrangs des Ständerats.

Sauter sagte, die Kombination aus einer Pflicht zum Bewerbungsgespräch für Arbeitslose, der Begründungspflicht der Firmen bei einer Absage sowie der Bussenandrohung von 40'000 Franken könne für «kleinere Betriebe existenzbedrohend» sein, weil voller juristischer Fallstricke.

«Eine unerhörte Einmischung»

Diese Einflussnahme eines kantonalen Chefbeamten gibt in Bern zu reden. Gewerkschaften und SP sehen darin «eine unerhörte Einmischung». Ein Funktionär sagte, Sauter habe an einer Sitzung zu Arbeitsmarktfragen gedroht, «eine solche MEI-Umsetzung nicht zu vollziehen». Die Sprecherin Sauters dementierte. So stehen Aussage gegen Aussage.

FDP-Politiker respektieren sein Engagement, finden aber, er gehe bisweilen zu weit. Ein CVP-Politiker sagte, Sauters Amtsstudien seien «sehr wertvoll, denn sie zeigen genauer auf, wo und in welchen Berufen wir die Probleme haben». Doch es sei am Parlament, über die Umsetzung zu befinden. Arbeitgebervertreter meinen, er bringe «die Vollzugsoptik in die Diskussion». Zürich habe enormes Gewicht im Arbeitsmarkt, und Sauter kenne die Praxis wie kein Zweiter. Auch habe sein Amt als einziges unter den kantonalen Arbeitsämtern das Know-how, Arbeitsmarktdaten auszuwerten. Es sei «sogar geeigneter als das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)», Aussagen zur MEI-Umsetzung zu machen, denn das Seco sei «doch recht entfernt von der Front».

Begrenzter Inländervorrang

Sauters Vorschlag für eine MEI-Umsetzung ist laut einem Kenner der Materie eine Art «Mittelvariante zwischen Ständerat und Nationalrat». Sauter befürworte eine Verschärfung des «Inländervorrangs light», aber «nur in Regionen mit Mangelberufen». Wo EU-Bürger sich um Nichtmangelberufe bewerben, solle ein strikter Inländervorrang gelten. Im Unterschied zu Ständerat Philipp Müllers Vorschlag (jetzt Ständeratsvorschlag) wolle Sauter nicht eine hohe Arbeitslosenrate als Alarmgrösse, sondern den Fachkräfteindikator, den Sauters Amt im September publizierte.

Laut derselben Quelle habe inzwischen die Konferenz der Volkswirtschaftsdirektoren und Kantonsregierungen mit Sauters Vorschlägen im Parlament lobbyiert. Erreicht habe er dies über den Verband Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden (VSAA), dessen Präsident er ist und die er mit Analysen alimentiert. Ein früherer Mitstreiter Sauters sagte, der Amtschef wisse «sehr gut mit Medien umzugehen und wann Inputs zu geben sind».

Sogwirkung hoher Mindestlöhne?

In diesem Kontext ist die Publikation der zweiten Teilstudie Sauters in der «NZZ am Sonntag» zu verstehen. Darin ging sein Amt der Frage nach: «Wie stark reduziert die Zuwanderung den Fachkräftemangel in den Regionen?» Seine Mitarbeiter wiesen mit Daten nach, dass vier Fünftel aller aus Europa eingewanderten Personen sich nicht für Mangelberufe interessieren, sondern für solche, für die genügend Schweizer und hier lebende Ausländer vorhanden wären. Sauters Antwort: Die Zuwanderung reduziere den Fachkräftemangel beschränkt – nur in gewissen Regionen und Berufen. In den übrigen Regionen könnte die Zuwanderung gebremst werden und ein Inländervorrang von Vorteil sein. Die zusätzliche Bürokratie würde sich dafür lohnen.

Ein Beispiel sind laut Sauter Südeuropäer. «Die grösste Zuwanderung haben wir derzeit von Portugiesen im Baugewerbe. Das hat auch mit den hohen Löhnen zu tun», sagte er vor zwei Wochen zur NZZ. «Ein unqualifizierter Hilfsarbeiter ohne Deutschkenntnisse verdient auf dem Bau 4500 Franken – dank Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Das ist mehr, als man in anderen Berufen nach einer vierjährigen Lehre verdient.» Dies schaffe «natürlich Fehlanreize».

GAV-Mindestlöhne legitim

Auch dies provozierte Reaktionen. Der Chefökonom der Dachgewerkschaft Travailsuisse, Gabriel Fischer, sagte, Sauters Interpretation zum Einfluss der GAV-Löhne sei «faktenfrei» oder «fehlinterpretiert». Der Direktor des Arbeitgeberverbandes, Roland Müller, meinte, Sauters Überlegungen seien plausibel, überprüft habe er sie aber nicht. Die Sogwirkung hoher Mindestlöhne sei vielleicht «die Schattenseite der Sozialpartnerschaft». Dennoch verteidigte er die Lösung. «GAV-Mindestlöhne sind ein Resultat von Verhandlungen der Sozialpartner. Sie sind ein legitimes Element mit politischem Mehrwert im Inland.»

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Zuwanderung – «Das Parlament hetzt, nur weil die EU Druck macht»

Adalbert Röschti mit Speck

Adalbert Röschti mit Speck

Die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative wird im Rekordtempo durchs Parlament gepeitscht. Die SVP kritisiert das als unseriös.

Nach dem Nationalrat sieht auch der Ständerat von einer wörtlichen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative ab: Eine Allianz von FDP, SP und Grünen hat sich am Mittwoch für das sogenannte «Modell Müller» ausgesprochen.

Demnach müssen Firmen offene Stellen bei Berufsgruppen mit hoher Arbeitslosigkeit den Arbeitsämtern melden und inländische Arbeitslose zum Bewerbungsgespräch einladen. Von Höchstzahlen und Kontingenten, wie sie die Verfassung verlangt, will der Ständerat nichts wissen – und selbst der Bundesrat hat am Mittwoch davon Abstand genommen. Auch an eine einvernehmliche Lösung mit Brüssel glaubt Justizministerin Simonetta Sommaruga nicht mehr: Der Brexit habe der Lösungsfindung «den Dolchstoss versetzt», sagte sie im Ständerat.

«Volk wird es nicht tolerieren»

Kurz nach dem Entscheid erinnerte die SVP die Parlamentarier daran, dass sie auf die Verfassung geschworen hätten. «Der Ständerat beschreitet den Weg der Nichtumsetzung der Initiative. Um sich nicht mit der EU anlegen zu müssen, nimmt die FDP sogar ein Bürokratie-Monster in Kauf», sagt Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher zu 20 Minuten. Komme die Interview- und Begründungspflicht auch im Nationalrat durch, erwäge die SVP ein Referendum gegen das wirtschaftsfeindliche Gesetz.

Laut Martullo-Blocher ist das letzte Wort ohnehin nicht gesprochen: «Das Volk wird es nicht tolerieren, dass man die Verfassungsbestimmung ignoriert.» Dass man eine Initiative zur Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens lanciere, sei denkbar.

Kritik am Zeitplan

Für Kritik sorgt bei der SVP der enge Zeitplan, den die Parlamentsdienste vorgeben. Der Grund: Nur wenn das Gesetz noch unter Dach und Fach gebracht wird, kann das Kroatien-Protokoll unterzeichnet werden, das der Schweiz die Teilnahme am Forschungsprogramm 2020 sichert.

Nur zwei Stunden nach dem Entscheid beugte sich bereits wieder die vorberatende Kommission des Nationalrats über das Gesetz. «Die Mitglieder hatten nicht einmal Zeit, vor der Sitzung die Protokolle der Ständeratsdebatte zu lesen. Das ist schlicht unseriös», sagt SVP-Präsident Albert Rösti. Bei einem solch wichtigen Geschäft sei es fatal, wenn man aufgrund des Drucks der EU hetze. Auch Martullo-Blocher sagt: «Der Bundesrat hat uns zweieinhalb Jahre lang vorgegaukelt zu verhandeln und nichts ist passiert. Und nun peitscht man die Nichtumsetzung durch das Parlament.»

Fluri hofft auf Lösung im Seilziehen

Zufrieden ist dagegen FDP-Nationalrat Kurt Fluri: «Kontingente sind vom Tisch – die Lösung der FDP hat sich durchgesetzt.» Der Ständerat habe den «Inländervorrang light» in groben Zügen bestätigt. «Nun geht es noch um die Details.» Fluri ist zuversichtlich, dass die Rechnung aufgeht und in zwei Wochen eine Lösung steht.

Ansonsten habe die Schweiz ein Problem. «Der Bundesrat müsste eine Steuerung der Zuwanderung verordnen, weil die Initiative eine dreijährige Frist für die Umsetzung vorsieht.» Es sei aber fraglich, ob er dazu legitimiert sei, wenn das Parlament keine Lösung erreichen sollte.

Auch die SP drängt auf eine Lösung bis 16. Dezember: «Die Massnahmen zum Schutz der inländischen Arbeitnehmenden reduzieren die Abhängigkeit vom Ausland und verletzen das Abkommen zur Personenfreizügigkeit nicht», schreibt die Partei in einer Mitteilung. Sie fordert die CVP auf, im Nationalrat mitzuziehen, wolle die Partei nicht als «Totengräberin der Bilateralen» in die Geschichte eingehen.

Das Seilziehen geht weiter

Neben der SVP ist auch die CVP unzufrieden mit dem Konzept Müllers. «Wir müssen uns wenigstens Mühe geben, den Verfassungsauftrag umzusetzen», sagte Ständerat Pirmin Bischof am Donnerstag. Im Nationalrat wächst der Widerstand gegen das Gesetz. Besonders umstritten ist, ob Firmen Absagen an Bewerber begründen müssen. Die vorberatende Kommission der grossen Kammer gelangte bis am Abend zu keiner Einigung: Die geplante Pressekonferenz wurde abgesagt.

Quelle: 20Minüten

2.12.2016

Breaking News

Breaking News

Alle Angriffe schien er an sich abprallen zu lassen – nun begräbt François Hollande völlig unerwartet seine Ambitionen auf eine zweite Amtszeit. Was brachte ihn ins Straucheln?

So selbstzufrieden sprach François Hollande in den ersten Minuten seines Auftritts, dass so mancher Zuschauer vor dem Fernseher sicher gern Eier Richtung Bildschirm geworfen hätte. Seelenruhig breitete Frankreichs Präsident zur besten Sendezeit aus, was er Grosses geleistet habe: das Sozialmodell gerettet, die Schule reformiert, Frankreich demokratischer gemacht, Griechenland vor dem Ausscheiden aus der EU bewahrt, die Anti-Terrorgesetze verschärft, ohne die Freiheit der Bürger aufs Spiel gesetzt zu haben, ja am Ende sei es ihm sogar gelungen, auch noch die Arbeitslosigkeit zu senken, wie versprochen. Dann jedoch kam der Satz, der zu dieser Vorrede nicht passte, und mit dem niemand gerechnet hatte: «Ich habe aber beschlossen, nicht bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren.»

Auch eine gute Nachricht kann sich wie ein Schock anfühlen: François Hollande wird nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Damit hatten weder Feinde noch Freunde gerechnet. Seine Entscheidung ist so mutig wie unerwartet. Aber vermutlich hat Frankreichs Präsident am Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr bei seinen Landsleuten genau die Glaubwürdigkeit wiedergewonnen, die er in den Jahren zuvor verspielt hatte. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Er will doch als «normaler Präsident» in die Annalen eingehen, weil er nicht machttrunken handelt, sondern die persönlichen Interessen hinter die der Nation zurückstellt. Hollande sprach über die Gefahr des Rechtspopulismus und die Wahlen in den USA: «Mehr als jeder andere weiss ich einzuschätzen, was in der Zeit, die jetzt beginnt, auf dem Spiel steht.»

Ein Leben lang habe er sich als Sozialist engagiert, versicherte Hollande, und als solcher werde er sich mit der Zersprengung der französischen Linken nicht einfach abfinden, weil das «jegliche Hoffnung darauf, den Konservatismus oder schlimmer noch den Extremismus zu besiegen», zerstöre. Die Riten der Macht hätten nicht dafür gesorgt, dass er seine Klarsicht verloren habe. Er, Hollande, sei sich des Risikos bewusst, wenn er als Kandidat die Linke nicht ausreichend hinter sich versammeln könnte.

Die Absage ist für Frankreich ein historischer Moment: Noch nie hat ein Präsident nach nur einer Amtszeit auf die erneute Kandidatur verzichtet. Die Karten für die Präsidentschaftswahlen im kommenden April werden damit vollständig neu gemischt. Zwei der zentralen Figuren der letzten Jahrzehnte, Hollande wie auch der konservative Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, sind aus dem Spiel. Letzterer hatte vor zwei Wochen eine demütigende Niederlage erlebt, als er nicht in die zweite Runde der Vorwahlen der Republikaner kam, und nur auf dem dritten Platz landete.

Man mag Hollande unterstellen, dass er nicht nur an das Wohlergehen Frankreichs denkt, sondern sich auch Demütigungen ersparen will. Jüngste Umfragen sagten ihm katastrophale Ergebnisse für die erste Wahlrunde im April voraus, er wurde weit hinter dem konservativen Kandidaten François Fillon eingestuft, aber auch hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen, dem sozialliberalen Emmanuel Macron und dem linksextremen Jean-Luc Mélenchon. Gerade Mal sieben Prozent der Stimmen, so die jüngste Prognose, hätte er auf sich versammeln können. Jetzt überlässt Hollande, wie es aussieht, seinem Premierminister Manuel Valls das Feld.

Positive Reaktionen

Als klug und mutig wurde Hollandes Entscheidung von Parteifreunden bezeichnet. Der lange Zeit als «Vatermörder» titulierte Emmanuel Macron wirkte regelrecht betreten, als er die Entscheidung Hollandes kommentierte. Für den konservativen Präsidentschaftskandidaten Fillon ist es das «Eingeständnis seines Versagens».

Alles hatte in den vergangenen Wochen darauf hingedeutet, dass Hollande wider besseren Wissens antreten wird. Anfang September hatte er eine flammende Rede in einem alten Ballsaal gehalten, die alle als Beginn seiner Wahlkampagne interpretierten. Nichts schien ihn aus der Ruhe zu bringen, nicht einmal die Tatsache, dass er der unbeliebteste Präsident seit Beginn der Meinungsforschung ist. Er wirkte wie ein Stehaufmännchen, das sich nicht umwerfen lässt. Weder Umfragen noch die immer gnadenloseren Angriffe aus den eigenen Reihen schienen ihn von der Überzeugung abbringen zu können, der beste aller vorstellbaren Präsidenten für sein Land zu sein. Diese Haltung sprach auch aus diversen Büchern, die in jüngster Zeit erschienen, deren Autoren Hollande ausführlich für Gespräche zur Verfügung gestanden hatte.

Wirklich wackelig wurde seine Situation erst Mitte Oktober, als zwei Journalisten der Tageszeitung «Le Monde» ihr Buch «Ein Präsident darf so nicht reden» herausbrachten. Wenige, aus dem Zusammenhang gerissene Sätze genügten, um Hollandes Image zu beschädigen, darunter Injurien gegen Fussballnationalspieler und flotte Sprüche über Parteiangelegenheiten. Viele Abgeordnete des Parti Socialiste sprachen sich öffentlich gegen eine erneute Kandidatur des Präsidenten aus. Selbst die letzten Vertrauten wichen von seiner Seite, und sogar sein Premierminister Manuel Valls fiel ihm in den Rücken. «Ich bereite mich vor», liess sich Valls am vergangenen Sonntag im Interview mit einer Sonntagszeitung zitieren. Als beide Politiker am Montag nach einem gemeinsamen Mittagessen lächelnd vor die Fotografen traten, hätte man eigentlich ahnen müssen, was seit Donnerstag offiziell ist: Der nächste Präsident Frankreichs wird nicht François Hollande heissen.

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Terroranschläge, Liebesaffäre und Homo-Ehe – die durchzogene Bilanz

Seine wichtigste gesellschaftspolitische Reform vollendete Hollande schon im ersten Amtsjahr – anderes lief hingegen schief. Ein Rückblick.

Der 2012 in den Elysée-Palast gewählte Präsident François Hollande begräbt seine Ambitionen auf eine zweite Amtszeit. An der Pressekonferenz verteidigte er seine Bilanz – räumte aber gleichzeitig «Verzögerungen» und «Fehler» ein. Was hat er erreicht, woran ist er gescheitert? Ein Rückblick auf die vergangenen vier Jahre.

Arbeitslosigkeit

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit war das zentrale Wahlversprechen Hollandes. Schon bis Ende 2013 wollte der Sozialist die unaufhaltsam anwachsende Arbeitslosenkurve umkehren – er scheiterte. Zwischenzeitlich wuchs die Zahl der Arbeitslosen auf historische Höchstwerte von knapp 3,6 Millionen. Inzwischen gibt es zwar einen Rückgang, seit Hollandes Amtsantritt ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt aber um rund 550'000 angestiegen.

Wirtschaftsreformen

Hollande versuchte sich an sozialdemokratischen Wirtschaftsreformen, um Frankreich wieder wettbewerbsfähiger zu machen und die Arbeitslosigkeit zu senken. Anfang 2014 stellte er seinen «Verantwortungspakt» vor: Unternehmen sollten im Gegenzug für die Schaffung von Arbeitsplätzen Steuererleichterungen in Milliardenhöhe erhalten.

Zwei andere Reformvorhaben konnte er nur gegen massiven Widerstand aus den eigenen Reihen durch das Parlament drücken: Ein Gesetz aus der Feder des damaligen Wirtschaftsministers Emmanuel Macron, das 2015 unter anderem die Sonntagsöffnungszeiten lockerte und den Busfernverkehr liberalisierte. Und die Lockerung des französischen Arbeitsrechts, gegen die es dieses Jahr massive Gewerkschaftsproteste gab. Arbeitgeber, die konservative Opposition, aber auch Experten werfen Hollande vor, mit seinen Reformen nicht weit genug gegangen zu sein.

Anschläge und Anti-Terror-Kampf

Seit Anfang 2015 wurde Frankreich von mehreren Anschlägen radikaler Islamisten mit mehr als 230 Toten getroffen. Hollandes Regierung verschärfte den Kampf gegen den Terrorismus mit einer Reihe von Gesetzen. So wurde im Sommer 2015 ein umstrittenes neues Geheimdienstgesetz verabschiedet, das den Sicherheitsbehörden umfassende Befugnisse einräumt.

Nach dem Anschlag vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängte Hollande den Ausnahmezustand, der immer noch in Kraft ist. Sein Vorhaben, für eine Ausbürgerung von verurteilten Terrorverdächtigen die Verfassung zu ändern, scheiterte.

Europa

Zu Beginn seiner Präsidentschaft setzte Hollande zusammen mit verbündeten Staaten einen Wachstumspakt in der EU durch, um Investitionen zu fördern. Zusammen mit anderen sozialdemokratischen Staats- und Regierungschefs warb er stets für mehr Flexibilität bei den Budgetvorgaben, um Mittel für den Kampf gegen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit mobilisieren zu können. Das stiess aber auf den Widerstand von Staaten wie Deutschland, die angesichts überbordender Defizite auf einen Sparkurs pochen.

Militäreinsätze

Als «Kriegsherr» konnte Hollande bei den Franzosen stets punkten, und auch bei den europäischen Partnern ist das militärische Engagement Frankreichs hoch angesehen. Hollande ordnete 2013 Militäreinsätze in Mali und in der Zentralafrikanischen Republik an. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) startete die französische Luftwaffe im September 2014 Angriffe im Irak, ein Jahr später wurde der Einsatz auf Syrien ausgeweitet.

Atomkraft

Im Wahlkampf versprach Hollande, den Anteil der Atomkraft an der französischen Stromproduktion bis 2025 von 75 auf 50 Prozent zu senken. Das Ziel wurde zwar in einem im Sommer 2015 verabschiedeten Energiewende-Gesetz verankert. Die konkrete Umsetzung aber muss in mehrjährigen Energieplänen erfolgen, was noch nicht geschehen ist. Hollande konnte ausserdem sein Versprechen nicht halten, das elsässische Pannen-Akw Fessenheim bis Ende 2016 abzuschalten. Vorgesehen ist dies nun erst für 2018.

Homo-Ehe

Seine wichtigste gesellschaftspolitische Reform vollendete Hollande schon im ersten Jahr seiner Amtszeit: Im Frühjahr 2013 führte Frankreich die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ein. Gegen das Vorhaben hatte es monatelange erbitterte Proteste mit Massendemonstrationen gegeben, der Streit spaltete die französische Gesellschaft.

Private Turbulenzen

Anfang 2014 enthüllte das Klatschmagazin «Closer» die heimliche Liebesaffäre des Präsidenten mit der Schauspielerin Julie Gayet. Paparazzi-Fotos, die zeigten, wie Hollande sich mit einem Motorroller zu Treffen mit der Schauspielerin fuhren liess, sorgten weltweit für Aufsehen. Hollande trennte sich wenig später von seiner langjährigen Lebensgefährtin Valérie Trierweiler.

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Gekommen-um-zu-bleiben News

Gekommen-um-zu-bleiben-News

Der Berner Verein Powercoders stellt eine Programmierschule für Flüchtlinge auf die Beine. Der Verein will damit zu deren Arbeits­integration beitragen und den Mangel an IT-Fachkräften entschärfen. Hauptsponsor ist das Migros-Kulturprozent.

Die Mehrheit der anerkannten Flüchtlinge lebt von der Sozialhilfe. Sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist eine grosse Herausforderung. Die Schweiz hat zu wenige IT-Spezialisten. Eine Studie prognostiziert bis 2024 einen Mangel von über 24 000 Fachkräften.Probleme, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, verbinden der Berner Christian Hirsig, die Österreicherin Cor­nelia Mayer und die Tschechin Dita Prikrylová nun zu einer ­Lösung. Sie haben sich diesen Sommer bei einem USA-Aufenthalt kennen gelernt und dabei Ideen gewälzt.

Migros ist Hauptsponsor

Nach intensiven Diskussionen zauderten die drei Unternehmer nicht lange und machten Nägel mit Köpfen. Sie suchten nach Räumen, Sponsoren und Dozenten. Und wurden fündig. Schliesslich gründeten sie in Bern den Verein Powercoders mit dem Ziel, eine Programmierschule inklusive Praktika für Flüchtlinge anzubieten. Das Pilotprojekt mit zehn bis zwanzig Plätzen entsteht derzeit zwar in Bern. Doch dabei soll es nicht bleiben: «Wir arbeiten daran, dass das Konzept auch in anderen Ländern übernommen werden kann», so Hirsig. Schulstart ist am 16. Januar im Coworking-Space Effinger in Bern, dessen Mitgründer und IT-Lehrer Marco Jakob ebenfalls im Projektteam sitzt.

Die Finanzierung des Projekts ist laut Hirsig gesichert. Wie hoch das Budget ist, will er nicht verraten. Einen Teil des Geldes will der Verein via Crowdfunding auftreiben. Hauptsponsor ist das Mi­gros-Kulturprozent. «Die Migros Aare engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Arbeits­integration», sagt deren Sprecher Reto Wüthrich. Eine Programmierschule für Flüchtlinge sei einzigartig und trage dem Umstand Rechnung, dass auch beruflich höher qualifizierte Flüchtlinge in der Schweiz angekommen seien. Dass gleichzeitig ein IT-Fachkräftemangel bestehe, mache Powercoders erst recht zu einer runden Sache, so Wüthrich.

Die Programmierschule dauert zwölf Wochen, ist für die Teilnehmenden gratis, und die Dozenten arbeiten ehrenamtlich. Der Kurs richte sich an Personen, die entweder Vorkenntnisse in der IT oder ein Flair für IT-Themen hätten, so Hirsig. Die Anmeldefrist laufe bis zum 9. Dezember. «Wir sind von der Anzahl Bewerbungen überwältigt und zuversichtlich, dass wir genügend qualifizierte Teilnehmer finden.»

Mobiliar mit im Boot

Nach dem Kurs folgt ein dreimonatiges Praktikum. Dafür hat der Verein namhafte Partner, etwa die Mobiliar. «Wir bieten Powercoders zwei Praktikumsplätze für anerkannte Flüchtlinge an – als Pilot für drei Monate», bestätigt Sprecherin Susanne Maurer. Nach dem Praktikum besprechen die Teilnehmer und ihre Mentoren mit der Firma, wie es weitergeht, ob eine Festanstellung möglich ist.

Wie bei jedem Projekt, so gebe es auch hier Unwägbarkeiten, so Hirsig. Etwa wenn ein Flüchtling aus gesundheitlichen Gründen den Kurs abbrechen müsse. «Wenn wir scheitern, dann wäre das schade, aber verkraftbar», sagt Hirsig. «Vorwerfen würde ich mir nur, wenn ich nicht alles daran gesetzt hätte, dass es funktioniert.»

Mehr Infos: www.powercoders.org

Quelle: Berner Zeitung

2.12.2016

Wie Flüchtlinge kinderleicht Deutsch lernen

Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen. Herkömmliche Sprachkurse aber setzen wie in der Schule auf grammatische statt auf kommunikative Kompetenz. Mit einer alternativen Methode, könnte man schneller mehr erreichen.

Nach dem Wahldebakel für die CDU bei den Wahlen in Berlin hat Parteichefin und Bundeskanz­lerin Angela Merkel im Herbst erstmals klipp und klar Fehler und Versäumnisse in der eigenen Flüchtlingspolitik eingeräumt: «Wir waren nicht gerade Weltmeister bei der Integration.» Selbstkritisch ergänzte sie, dass zu wenig Sprachkurse angeboten würden und dass man nicht genügend Lehrkräfte habe. Es fehlt also primär nicht an Geld, sondern an Lehrenden.

Integrationskurse als Pflicht

Dass Deutschkenntnisse für die gesellschaftliche Integration und für intakte Chancen auf dem Arbeitsmarkt unerlässlich sind, darüber herrscht in Deutschland Einigkeit. Nur: Wie genau soll das erreicht werden? Darüber läuft seit der Ankunft von gegen einer Million Flüchtlingen im letzten Jahr eine Debatte, die auch für die Schweiz von Bedeutung ist. Denn auch hierzulande enthalten Integrationsvereinbarungen oft die Bedingung, einen Sprach- oder Integrationskurs besucht zu haben.

Auf der Website des Staatssekretariates für Migration (SEM) etwa steht: «Besonders wichtig ist, dass Ausländer möglichst rasch nach ihrer Ankunft in der Schweiz eine Landessprache erlernen.»

Letztes Jahr hatte Berlin ein Massnahmenpaket verabschiedet «für den Erwerb der deutschen Sprache, das Erkennen von Kompetenzen und Potenzialen von Flüchtlingen und für die Integration in Ausbildung und Beruf». Als Teil des neuen Integrationsgesetzes sind inzwischen Integrationskurse für anerkannte Flüchtlinge obligatorisch. Auf dem Papier, denn die Nachfrage ist weit höher als das Angebot. Nach Presseberichten fehlen Hunderttausende von Plätzen in den Integrationskursen.

Integrationsbarrieren

Angesichts der Dimension der Herausforderung stösst man mit herkömmlichen Integrationsmethoden rasch an Grenzen – gerade was den Spracherwerb betrifft. Zu einem traditionellen Sprachkurs gehören Bücher, gebüffelt wird Grammatik. Doch «Bildungsferne», so nennt der Fachjargon die weniger gut Gebildeten unter den erwachsenen Flüchtlingen, sind damit rasch überfordert.

Wenn Fortschritte ausbleiben, sind Enttäuschungen und Frustrationen vorprogrammiert, bei den Asylsuchenden, aber auch bei den Lehrkräften und bei potenziellen Arbeit­gebern.

Deshalb plädiert die Sprachwissenschaftlerin Inge Egner für eine alternative Lernmethode: den Growing Participator Approach (GPA), einen Ansatz, der vom kanadischen Linguisten Greg Thomson in den letzten fünfundzwanzig Jahren entwickelt worden ist. Egner hat in Westafrika selbst afrikanische Sprachen in der von Thomson vorgeschlagenen Weise gelernt.

Eines der Grundprinzipien beim GPA-Ansatz ist, dass Sprachen in Beziehungen am besten gelernt werden. Für die 67-jährige Deutsche ist daher klar, dass man mit GPA gerade in der Flüchtlingsarbeit erfolgreich Integrationsbarrieren überwinden kann.

Das Lernen geschieht ohne Lehrbuch, durch spielerische Sprachübungen mit Gegenständen und Bildern und in echten Interaktionen mit dem «Sprachpaten», wie die Lehrkraft bei GPA genannt wird.

Die Lernenden machen auf ihren Smartphones Tonaufnahmen des Lehrstoffs, den sie so zu Hause wiederholen können. Ein zweites Grundprinzip von GPA ist, dass das Sprachelernen und die «kommunikative Kompetenz» bereits mit dem Hörverstehen beginnen und nicht erst mit dem Sprechen, wie es auch beim kindlichen Spracherwerb der Fall ist.

Alltagsbewältigung als Ziel

«Warum sollte beim Zweitspracherwerb nicht funktionieren, was beim Erstspracherwerb normal ist?», fragt Egner im Gespräch. Durch den Fokus auf dem Hören kommen überdies die Bildungsunterschiede zwischen den Lernenden kaum zum Tragen.

«Warum sollte beim Erwerb einer Fremdsprache nicht funktionieren, was beim Erlernen der Muttersprache ­normal ist?»

Inge Egner

Analphabeten haben hier sogar einen Vorteil, denn sie sind es gewohnt, sprachliche Informationen über ihr Gehör aufzunehmen. Der GPA-Unterricht führt in einem 6-Phasen-Programm von insgesamt 1500 Stunden von der völligen Unkenntnis einer Sprache zu umfassender Sprechkompetenz.

Dann kommt Egner auf die Situation in Deutschland zu sprechen: «Man darf sich fragen, ­wieso der Grammatikunterricht überhaupt beibehalten wird, gerade in den Integrationskursen. Denn diese sollen ja dazu dienen, im deutschen Alltag sprachlich ohne Dauerstress zurechtzukommen.»

Den Integrationskursen aber liege ein Mythos zugrunde: «Er besteht in der Annahme, dass grammatische Kompetenz quasi automatisch zu kommunikativer Kompetenz führt.» Eine Sprache werde jedoch nicht dadurch erlernt, dass man über sie kommuniziert, sondern dadurch, dass man in ihr kommuniziert.

Egner und andere Verfechter des GPA-Ansatzes würden diesen gern bei Integrationsträgern und Behörden bekannter machen. Immerhin bieten inzwischen ­einzelne Volkshochschulen in Deutschland entsprechende Sprachkurse für Flüchtlinge an, ebenso finden Schulungen für ­ehrenamtliche Sprachpaten statt.

Und Lernende, die mit GPA unterrichtet wurden, haben die Deutschtests für Zuwanderer (DTZ) und damit die vom deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vorgegebenen Lernziele ausnahmslos erreicht. Die GPA-Methode hat also den Tatbeweis erbracht. Doch der Weg durch die Institutionen ist lang. Er hat erst begonnen.

Quelle: Berner Zeitung

2.12.2016

Neue Lernmethode kommt auch in die Schweiz

Kathrin Pope

Kathrin Pope

In der Schweiz engagiert sich Kathrin Pope, Sprachlern­expertin vom Missionswerk Wycliffe Schweiz, für die GPA-Lernmethode bei der Integration von Flüchtlingen.

Auch für Kathrin Pope sind die traditionellen Sprachkurse zu grammatik- und schriftlastig. Schlimmer aber sei: «Die oft lange Zeit zwischen Asylantrag und Asylentscheid wird nicht für den Spracherwerb genutzt.» Deswegen ist für sie klar: «Wenn niemand bereit ist, sich auf die Fremden einzulassen, sie kennen zu lernen, mit ihnen Zeit zu verbringen, ihnen zu ­erklären, wie die Schweizer ­ticken, was man hier macht und nicht macht, dann bleiben sie Fremde.»

Die frühere Sekundarlehrerin lebt in Basel und bietet in der Schweiz seit diesem Frühling Seminare für Laien an, in denen der Sprachlernansatz vorgestellt und praktisch geübt wird. Die Unterlagen «Deutsch für Flüchtlinge» und Videolektionen sind gratis auf der Wycliffe-Website greifbar.

An der nationalen Flüchtlingskonferenz vom nächsten Samstag in Bern (www.stop­armut.ch) hält sie den Workshop «Spielerisch Deutsch lernen – ohne Lehrbuch». Sie stellt dort Methoden vor, mit denen künftige Sprachpaten arbeiten können. Damit die praktischen Übungen möglichst realitätsnah sind, beinhaltet der Workshop unter anderem einen Crashkurs in einer westafrikanischen Sprache. Diese beherrscht Pope, seit sie von 1984 bis 1994 in einem Bibelübersetzungsprojekt in Benin gearbeitet hat.

Quelle: Berner Zeitung

2.12.2016

So verstecken sich Flüchtlinge bei der Einreise

Innert 4 Stunden wollen 26 Migranten in die Schweiz

Eritreer kommt im Handgepäck

Bad News

Bad News

Seit 2012 kann leichter in der Landwirtschaftszone gebaut werden. Die Pläne eines Anwalts im Kanton Luzern sind ein Extrembeispiel.

Einige Bauern am Sempachersee sind sauer. Der Grund für ihren Ärger sind Urs Mühlebach und seine Bautätigkeit. Er sei «nur ein Landwirt auf dem Papier», sagen sie. Für ihn gälten offenbar andere Regeln – während bei ihnen die Behörden jedes Baugesuch genauestens prüfen und meist ablehnen würden. Mühlebach ist Eigentümer zahlreicher gepflegter Liegenschaften. Bekannt ist er aber vor allem als Anwalt, der reichen Ausländern zu einem Wohnsitz und zur Pauschalbesteuerung in der Schweiz verhilft. Zurzeit lässt der 69-Jährige oberhalb des Sempachersees an bevorzugter Lage sein neues «Bauernhaus» Horlachen inklusive Indoor-Swimmingpool bauen.

Ein Anwohner beschreibt es als «pompösen Bau mit eindrücklichen Glasfronten». Im Fluck – gleich nebenan und ebenfalls inmitten der Landwirtschaftszone – plant er zwei weitere luxuriöse «Bauernhäuser» für seinen Sohn. In beiden Fällen geht es um den Artikel 24c des Raumplanungsgesetzes, wonach bereits aufgegebene Bauernhöfe abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden dürfen. Dies ist jedoch nur erlaubt, wenn dort weiterhin Landwirtschaft betrieben wird.

Ein guter Steuerzahler

Namentlich will sich niemand äussern, man fürchtet sich vor dem Einfluss des guten Steuerzahlers Mühlebach. Deshalb hat Hanspeter Bucheli, Meisterlandwirt und CVP-Kantonsrat aus Ruswil, zusammen mit acht weiteren Bauern im Rat von der Luzerner Regierung Antworten verlangt: «Kann der Regierungsrat bestätigen, dass bei den Bauten wirklich mit den in der Landwirtschaftszone üblichen Ellen gemessen wurde?» Denn viele Bürger hätten das Gefühl, dass das Gesetz in der Auslegung «stark strapaziert» worden sei.

Die regierungsrätliche Antwort war eindeutig: Die Bewilligungsvoraussetzungen seien in beiden Fällen erfüllt, weil es sich «um ein landwirtschaftliches Gewerbe im Sinn des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB)» handeln würde. Horlachen würde in Pacht bewirtschaftet und Fluck von Urs Mühlebach selbst. Raimund Rodewald von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) staunt: «Eigentlich lässt das BGBB nicht zu, dass ein Nicht-Landwirt Bauernland erwerben und anschliessend das Umland weiterverpachten kann.» Der SL sind ähnliche Fälle bekannt, bei denen Leute einen Nebenerwerb-Landwirtschaftskurs absolvierten, die Gebäude erstellten und dann bei der nächstbesten Gelegenheit das Land einfach an andere verpachteten.

Die Stiftung hat letztes Jahr gegen das Bauvorhaben im Fluck Einsprache erhoben. «Dieser Fall ist absolut jenseits von Gut und Böse», sagt Rodewald. Es sei ein Paradebeispiel dafür, wie Vermögende pro forma landwirtschaftliche Gebäude erstellen, um an die begehrten Grundstücke in der Landwirtschaftszone heranzukommen. «Vom Grundriss der geplanten Scheune geht in keiner Art und Weise eine landwirtschaftliche Nutzung hervor.» Dies nehme der Kanton unbesehen auf, obwohl für einen bäuerlichen Betrieb respektive für zonenkonforme Bauten ein landwirtschaftlicher Bedarfsnachweis erforderlich sei. So müsste Mühlebach eine bestimmte Anzahl Nutztiere, einen entsprechenden Stall sowie ein Betriebskonzept nachweisen. Rodewald: «Einfach zu sagen, man habe einen Kurs auf der Bauernschule besucht, reicht nicht.»

«Soll ich denn Geranien vor den Fenstern haben?»

Urs Mühlebach

Umstritten ist auch, ob ein bisher unbewohntes landwirtschaftliches Nebengebäude durch ein Wohnhaus ersetzt werden darf. Gemäss Artikel 24c dürfen landwirtschaftliche Bauten nur zu Wohnhäusern massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, wenn sie vorher bewohnt waren. Statt des Bauernhauses und eines Einstellgebäudes sind zwei grosszügig dimensionierte Wohnhäuser vorgesehen. «Laut örtlichen Auskünften hat sich im Einstellgebäude nie eine Wohnung befunden, höchstens ein seit Jahrzehnten nicht bewohntes Knechtenzimmer», so Rodewald.

Das Problem: Die bisherigen Gebäude wurden 2014 von Mühlebach abgerissen. «Hier wurden ganz klar vollendete Tatsachen geschaffen», sagt Rodewald. In der «Luzerner Zeitung» führte das ­zuständige Sempacher Bauamt «Sicherheitsgründe» und «drohende Einsturz­gefahr» an. Dies, obwohl der Kanton in einer Vorabklärung feststellte, dass das Wohnhaus zwar nicht mehr in perfektem Zustand, jedoch «längst kein Abbruchobjekt» und der Abriss «nicht unproblematisch» wäre. Mit der Folge, dass nun niemand überprüfen könne, wie viel Wohnraum es in den früheren Gebäuden gab, kritisiert Rodewald. Die Sempacher Behörden wollten sich wegen des laufenden Verfahrens nicht dazu äussern.

Mühlebach sieht dies natürlich anders. Auf seinem Pult in der Luzerner Anwaltskanzlei liegen dicke Bundesordner mit diversen Gutachten, Behördenentscheiden und Gesetzestexten bereit. Damit wird er im Lauf des Gesprächs seine Aussagen belegen. Er macht aus seinem Ärger keinen Hehl. Vor allem der Vorwurf, ein «Papierli-Bauer» zu sein, trifft ihn. «Mein Grossvater war Nationalrat und Landwirtschaftslehrer, mein Vater hat Recht an der Landwirtschaftsschule in Brugg gelehrt.» Er selbst habe bereits als Gymnasiast Schafe, Pferde und ein Pony gehalten. «Vor rund zehn Jahren habe ich zudem den Nebenerwerbs-Landwirtschaftskurs absolviert.» Das befähige ihn, den Hof zu bewirtschaften. Auf die Frage, wie viel Zeit neben seinen vielen Funktionen als Anwalt, Investor oder österreichischer Honorarkonsul zum Landwirten übrig bleibe, sagt er: «Genug.» Es sei alles eine Frage der Organisation.

Sobald Horlachen fertig ist, will ­Mühlebach seine Pferde dort in acht ­Boxen unterbringen. Reicht aber eine Pferdezucht, um als ein Landwirtschaftsbetrieb anerkannt zu werden? Darauf legt der Anwalt ein Schreiben vor, wonach auf den beiden Betrieben theoretisch je 27'000 Mastpoulets, 3500 Ferkel, 1500 Mastsäue oder 159 Grossvieheinheiten gehalten werden könnten. Er habe zudem bereits landwirtschaftliche Maschinen für über eine halbe Million Franken gekauft. Was jedoch mal realisiert wird, ist noch unklar. Sicher ist nur, dass sein 24-jähriger Sohn, der seit vier Monaten die Landwirtschaftsschule besucht, ab 2018 den Hof Fluck bewohnen und bewirtschaften soll.

Bauern in der Not gerettet

Und wie kam es dazu, dass er als Nicht-Landwirt Bauernland erwerben konnte? «Horlachen habe ich auf dringliche Bitte der Pächter 1995 gekauft.» Der Anwalt zeigt einen Brief der Pächterfamilie, die die bisherigen Besitzer «anfleht» und «innigst bittet», den Hof an ihn zu verkaufen. Er verpachtete den Hof bis zur Pensionierung des Bauern im Jahr 2012. Seitdem ist er bis 2018 «interimistisch» an einen anderen Bauern verpachtet. Das alles sei 100 Prozent legal. Er verweist auf das BGBB, wonach bei fehlender Selbstbewirtschaftung die Bewilligung trotzdem erteilt werden kann. Und zwar, wenn der Erwerb dazu diene, ein Gewerbe, das seit langem als Ganzes verpachtet ist, als Pachtbetrieb zu erhalten.

Ähnlich gelangte Mühlebach an Fluck im Jahr 2007. Ende der 80er-Jahre unterstützte er den Eigentümer, indem er seine Schulden übernahm und so den Hof vor der Zwangsvollstreckung bewahrte. Nach der Pensionierung des Bauern erwarb er als einziger Interessent das Gut. Auch hier bescheinigte der Kanton, dass Mühlebach die Voraussetzungen für den Erwerb als Selbstbewirtschafter erfülle.

Bleibt noch der vorzeitige Abriss. «Als die Gebäude leer standen, warfen Kinder die Scheiben ein», sagt Mühlebach. Als Eigentümer habe er handeln müssen, weil er bei einem Unfall die Verantwortung getragen hätte. Er verweist auf eine ausführliche Analyse, die er vor dem Abbruch von einem Experten erstellen liess. Diese habe ergeben, dass der Stall tatsächlich früher mal bewohnt gewesen sei. Letzte Frage: Kann man bei den luxuriösen Wohngebäuden noch von einem Bauernhaus sprechen? «Natürlich ist es sehr auffällig. Soll ich denn Geranien vor den Fenstern haben?»

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Ausserhalb der Bauzone wird vermehrt gebaut

Sempachersee

Sempachersee

Das Bauen ausserhalb der Bauzone sei der neue Hotspot der Zersiedelung, warnen Umweltschützer. Der Bund muss öfter eingreifen. Von Stefan Häne

Der Fall Mühlebach ist Teil einer Entwicklung, welche die bürgerliche Parlamentsmehrheit eingeleitet hat. Per 1. November 2012 haben die Politiker das nationale Raumplanungsgesetz (RPG) für den Umbau von Häusern ausserhalb der Bauzone gelockert. Bis dahin durften Bauernhäuser, die vor dem 1. Juli 1972 landwirtschaftlich genutzt worden waren, nicht abgebrochen oder neu gebaut werden. Mit der Neuerung gelten für alle Bauernhäuser aus der Zeit vor dem 1. Juli 1972 die gleichen Regeln: Abriss und Neubau sind erlaubt.

«Fatalste raumplanerische Gesetzesänderung der letzten Jahre»

Alain Griffel, Staatsrechtler an der Universität Zürich, bezeichnet den fraglichen Artikel 24c im RPG als fatalste raumplanerische Gesetzesänderung der letzten Jahre: «Die neue Regel schafft einen erheblichen Anreiz, die landwirtschaftliche Nutzung aufzugeben und das Wohngebäude zu Preisen für exklusives Bauland zu verkaufen.»

Das Ausmass des Phänomens ist jedoch unklar, weil nicht alle Kantone die Baugesuche detailliert erfassen, darunter Bern und Zürich. Doch jene Kantone mit Statistiken melden eine konstante Nachfrage seit 2012. In Luzern etwa verzeichneten die Baubehörden pro Jahr durchschnittlich 15 Gesuche, in St. Gallen 50; den Grossteil haben sie gutgeheissen. Ihre Bewilligungspraxis halten beide Kantone für angemessen. Von ihrer Linie waren auch die Berner Baubehörden überzeugt – bis sie das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) gerügt hat. Die Fachleute von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) verlangen nun eine strengere Praxis beim Bauen ausserhalb des Baugebiets. Im Kanton Bern durften Bauherren mit dem Segen der Kantonsbehörden bei Häusern, die vor 1972 erstellt worden sind, die Wohnfläche in der Regel über das bestehende Gebäudevolumen hinaus erweitern, um 30 Prozent respektive 100 Quadratmeter.

Doch laut ARE nimmt diese Praxis zu wenig Rücksicht auf jenen Punkt, den das Parlament 2012 ebenfalls geändert hat. Demnach sind Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild des Gebäudes nur zulässig, wenn diese für eine «zeitgemässe Wohnnutzung» oder eine «energetische Sanierung» nötig sind oder dazu beitragen, «die Baute in die Landschaft besser einzupassen».

Jedes vierte Gebäude betroffen

Bereits im Frühjahr hatte das ARE aus ähnlichem Grund Obwalden aufgefordert, seine Bewilligungspraxis anzupassen. Das Amt führt heute landesweit mehr Beschwerden als vor 2012, Hotspots sind nebst Bern und Obwalden die Kantone Luzern, Nidwalden und St. Gallen – dies, weil sich seit 2012 noch keine einheitliche Anwendungspraxis zu den neuen Bestimmungen etabliert habe.

Die Entwicklung besorgt Landschaftsschützer. Das Bauen ausserhalb der Bauzone sei der neue Brennpunkt der Zersiedelung in der Schweiz, resümiert der WWF St. Gallen/Appenzell. Von den landesweit 2,5 Millionen Gebäuden liegen 600'000 nicht in der Bauzone, davon dienen 193'000 Wohnzwecken. Rund 450'000 Menschen wohnten 2013 ausserhalb der Bauzone. Das seien 30'000 weniger als 2000, schreibt das ARE in einer Analyse, die das Amt heute publiziert. Allerdings ist das Gebäudeareal ausserhalb der Bauzonen binnen 25 Jahren um 8000 Hektaren gewachsen. Dies zeigen Erhebungen zur Landnutzung in den Jahren 1979/1985 bis 2004/2009.

Neuere gesamtschweizerische Daten liegen nicht vor. Das ARE hält in seiner Analyse fest, die ländlichen Räume dürften sich angemessen weiterentwickeln, auch baulich. Aber: «Gleichzeitig ist eine weitere Überbauung in die Fläche auch in noch vergleichsweise dünn besiedelten Regionen nicht erwünscht.»

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Die Reichsten sind noch reicher geworden

Die 300 Reichsten des Landes besitzen zusammen 18 Milliarden Franken mehr als im Vorjahr: Die «Bilanz» hat ihr alljährliches Ranking veröffentlicht.

Die Zahlen sind grösstenteils Annäherungen und Schätzungen. Denn nur die wenigsten der ganz Reichen geben offen Auskunft zu ihrem Vermögen. Weit weg von der Realität dürfte das von der «Bilanz» errechnete Durchschnittsvermögen der 300 Reichsten in der Schweiz dennoch nicht liegen. Es beläuft sich auf etwas mehr als 2 Milliarden Franken pro Kopf beziehungsweise Familie. In die Rangliste der Zeitschrift «Bilanz» schafft es derzeit, wer mindestens 100 Millionen Franken besitzt. Die reichsten zehn des Landes dagegen sind in anderen Sphären unterwegs: Ihr Vermögen bewegt sich im zweistelligen Milliardenbereich. Zusammen verfügen die 300 Reichsten des Landes über ein Vermögen von 613 Milliarden Franken – 18,6 Milliarden Franken mehr als bei Veröffentlichung der letzten Erhebung vor einem Jahr.

Ganz oben auf der Rangliste steht mit rund 45 Milliarden Franken weiterhin die Familie des Ikea-Gründers Ingvar Kamprad, der selbst zwar wieder in Schweden lebt, dessen Söhne Peter, Jonas und Mathias aber allesamt den Schweizer Pass besitzen und in der Genferseeregion heimisch sind. Die Kamprads konnten in den vergangenen Monaten ihr Vermögen nochmals steigern – im Gegensatz zum Zweitreichsten, den am Zürichsee wohnhaften Jorge Lemann. Das Vermögen des Hauptaktionärs des weltgrössten Brauereikonzerns AB InBev ist – nicht zuletzt aufgrund der Pfund-Abschwächung nach der Brexit-Abstimmung – leicht auf rund 28 Milliarden Franken gesunken. Eine Vermögenseinbusse um rund 2 Milliarden auf 23 bis 24 Milliarden Franken hinnehmen mussten auch die Roche-Erbenfamilien Hoffmann und Oeri,weil ihre Roche-Anteile an Wert eingebüsst haben.

Weil die Aktien der Swatch-Gruppe an der Börse erheblich an Wert verloren haben, gehört auch die Familie Hayek zu den grossen Absteigern auf der «Bilanz»-Rangliste. Die Uhrenfamilie kann sich mit einem Vermögen von 4 bis 4,5 Milliarden Franken bestenfalls noch in den Top 30 halten. Da ist es den Nachkommen von Alt-Bundesrat Christoph Blocher besser ergangen. Die drei Töchter Magdalena, Miriam und Rahel sowie der Sohn Markus haben – dank dem Wertzuwachs der Ems-Aktien, den ausgeschütteten Dividenden und dem Turnaround beim von Markus Blocher geführten Spezialchemie-Konzern Dottikon ES – laut «Bilanz» ein Plus von rund 2 Milliarden Franken verzeichnet. Mit einem Vermögen von 7 bis 8 Milliarden Franken rangieren die Blochers mittlerweile unter den reichsten zwanzig des Landes.

In den Top Ten dank Neueinschätzung

Neu in den Top Ten ist der in Zug wohnhafte russische Industrielle Viktor Vekselberg, der unter anderem die Schweizer Industriefirmen Oerlikon und Sulzer kontrolliert, in Russland eine Vielzahl von Industrieunternehmen und Minen besitzt und darüber hinaus Grossaktionär des weltgrössten Aluminiumkonzerns Rusal ist. Seine Geschäfte sind im vergangenen Jahr zwar alles andere als rosig gelaufen; weil Vekselberg mittlerweile aber mehr Fakten zu seinem Firmenimperium und Beteiligungsportfolio preisgibt als früher, wird sein Vermögen neu auf 12 bis 13 Milliarden Franken geschätzt. 2015 hatten die «Bilanz»-Journalisten das Vermögen des Russen erst auf 8 bis 9 Milliarden Franken geschätzt.

Wer in der Liste der Reichsten auftaucht, ist bisweilen auch davon abhängig, welche Informationen überhaupt an die Öffentlichkeit dringen. So ist heuer erstmals Marina Picasso, eine Enkelin des bekannten Malers, mit Vermögenswerten von 1,5 bis 2 Milliarden Franken im Ranking präsent. Aufgefallen ist die in einem Genfer Wohnort wohnhafte 66-Jährige, weil sie letztes Jahr Picasso-Werke aus ihrem Vermögen im Wert von 300 Millionen Franken veräussert hat.

Neben Picasso haben es dieses Jahr 12 Personen und Familien zum ersten Mal auf die Reichstenliste geschafft. Jene, die von der Liste verschwunden sind, sind entweder gestorben oder weggezogen. Prominenteste Wegzüger sind der russische Oligarch Dmitri Yakubowski mit einem geschätzten Vermögen von 700 bis 800 Millionen Franken sowie der Musiker Phil Collins mit 200 bis 250 Millionen Franken. Yakubowski lebt momentan wieder in Moskau, Collins ist nach Miami gezogen. Beide haben ihre Liegenschaften in der Schweiz aber behalten.

Quelle: Tages-Anzeiger

2.12.2016

Ni Hao News

Ni-Hao News

Verpestete Luft und zu viel Protz: China belegt Luxuskarossen mit einer Sondersteuer - und trifft so vor allem deutsche Autohersteller. Es ist ein Warnschuss für BMW, Daimler und Audi, die auf chinesische Kunden angewiesen sind.

Der Protz der Reichen ist Chinas Führung schon länger ein Dorn im Auge. Nun legt die Regierung in Peking auch den Luxusautoherstellern Knebel an. Das Land erhebt eine Sondersteuer auf Nobelkarossen von zehn Prozent. So soll die Luftverschmutzung verringert und die Verschwendung von Geld eingedämmt werden, teilte Chinas Finanzministerium mit. Die Steuer gelte ab sofort - allerdings erst für Fahrzeuge ab einem Preis von 1,3 Millionen Yuan (rund 178.000 Euro).

Die Zusatzsteuer trifft vor allem die Autokonzerne in Deutschland. Die Konzerne BMW, Daimler und Audi - mit den Konzernschwestermarken Lamborghini und Porsche - dominieren das Premiumsegment in China. Hinzu kommen Anbieter von Nobelkarossen wie Ferrari, Aston Martin und Rolls-Royce. Für sie war China bislang der am schnellsten wachsende Markt mit Absatzzuwächsen von 50 bis 100 Prozent pro Jahr.

Allerdings dürften die Autokonzerne Chinas Vorstoss eher als Warnschuss registrieren. Analysten und Vertreter von Autokonzernen rechnen mit nur begrenzten Auswirkungen. "Der Grossteil unseres Geschäfts wird nicht betroffen sein", sagte ein Sprecher einer BMW-Niederlassung in Peking. Nur "ein kleiner Teil" der Autos, die BMW in China verkaufe, koste mehr als 1,3 Millionen Yuan. Audi teilte mit, nur ein Prozent der in dem Land verkauften Autos sei betroffen. Zuletzt waren die Preise für Nobelautos in der Volksrepublik sogar gefallen, da die Autokonzerne in China sich zuvor gegen überzogene Autopreise gewehrt hatten.

Chinas Präsident Xi Jinping geht seit einigen Jahren gegen allzu grossen Luxus der Reichen vor. Auf den Verkauf von Luxusgütern wie Edel-Spirituosen und teure Handtaschen hat sich das bereits ausgewirkt. Mit der Steuer auf Nobelkarossen trifft die chinesische Führung nun vor allem die Superreichen in der Volksrepublik. Peking will zudem die heimische Produktion stärken - und so die Abhängigkeit von ausländischen Konzernen senken, die eher teurere Waren anbieten.

Quelle: DER SPIEGEL

2.12.2016

Steuertransparenz – Schweizer Daten sollen bald auch nach Russland und China fliessen

Das Finanzdepartement hat am Donnerstag rund 20 Abkommen zur Steuertransparenz in die Vernehmlassung geschickt. In nächster Zeit sollen nochmals etwa 40 Abkommen folgen.

Der Bund sieht sich unter Zeitdruck. Die Schweiz hat sich wie rund 100 andere Staaten verpflichtet, den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkunden (AIA) bis spätestens 2018 einzuführen. Dann soll Bern einmal pro Jahr Schweizer Bankverbindungen, Kontonummern, Kontostand, Zinsen, Dividenden und Verkaufserlöse von Steuerpflichtigen aus Partnerstaaten den Behörden jener Länder schicken; Gleiches geschieht in umgekehrter Richtung.

Dabei geht es nicht nur um Abkommen mit der EU, mit «ähnlich gelagerten» Ländern wie Norwegen oder Australien und um den Sondervertrag mit den USA. Die Schweiz will auch Abkommen mit vielen Schwellenländern abschliessen – deren Rechtssystem und sonstige Rahmenbedingungen nicht in jedem Fall besonders vertrauenswürdig erscheinen mögen. Bern schliesst auch mit Schwellenländern fleissig AIA-Abkommen ab, weil dies anscheinend auch andere Europäer vorhaben und weil man befürchtet, ohne globales Abkommensnetz mit gegen 100 Partnerstaaten international am Pranger zu stehen.

Korruptionsgefahr

So hat das Finanzdepartement am Mittwoch Vereinbarungen zur Einführung des AIA mit weiteren 21 Ländern und Territorien in die Vernehmlassung geschickt. Auf der Liste sind einige Staaten, die etwa gemessen am Korruptionsindex der Organisation Transparency International nicht die beste Figur machen – wie Südafrika (in der Weltrangliste der «saubersten» Länder laut Korruptionsindex nur auf Rang 61), Brasilien und Indien (beide auf Rang 76), Mexiko (Rang 95) und Argentinien (Rang 107). Der Erläuterungsbericht des Finanzdepartements versucht zu beruhigen. Das Global Forum für Steuertransparenz, das die Umsetzung des globalen AIA-Standards überprüft, untersuche die Vertraulichkeit und Datensicherheit der teilnehmenden Länder. «In der Mehrheit der Staaten und Territorien», mit denen der Bundesrat den AIA mit der jüngsten Vorlage einführen wolle, hätten die Prüfer Vertraulichkeit und Datensicherheit als «hinreichend» beurteilt. In Zweifelsfällen nehme das Finanzdepartement selber noch eine «eingehende Prüfung» vor. So ist im Erläuterungsbericht zur Vorlage bei den einzelnen Partnerstaaten zum Thema Vertraulichkeit und Datensicherheit typischerweise das Attribut «zufriedenstellend» zu lesen.

Die Zeit drängt

Jedes einzelne Abkommen muss noch durch das Parlament. Kritische Fragen werden kaum ausbleiben (NZZ vom 26. 11. 16). Die Bankiervereinigung fordert allerdings ein hohes Tempo. Heisst das Parlament diese Abkommen gut, käme die Schweiz zusammen mit früheren Vereinbarungen auf ein Netz von 55 bis 60 AIA-Partnern. Nochmals etwa 40 Vereinbarungen sollen laut Angaben aus dem Finanzdepartement in den nächsten zwei bis drei Monaten folgen. Auf der Kandidatenliste stehen unter anderem Russland, China, Saudiarabien, Singapur und Hongkong. Besonders Russland (Rang 119 gemäss Korruptionsindex) und China (Rang 83) mögen in der Schweiz Zuckungen auslösen. Wer eine Beruhigungspille will, kann einer originellen These Gehör schenken: Demnach wissen die Regime in Russland und China im Unterschied etwa zu gewissen lateinamerikanischen Regierungen in vielen Fällen wohl ohnehin schon, wer von ihren Bürgern welche Vermögen im Ausland halte – weshalb dort der AIA möglicherweise nicht mehr allzu grosse Überraschungen biete.

Bis nächsten Sommer oder spätestens Herbst sollte nach dem Plan des Finanzdepartements das Gros der Abkommen im Erstrat des Parlaments sein.

Quelle: NZZ

2.12.2016

Konfuzius sagt: «So geht Weltmacht»

Nature News

Nature News

Brasilianische Kleinbauern wehren sich gegen den Palmölanbau

Die Fläche entspricht ungefähr dreimal der des Saarlandes. Fast 8000 Quadratkilometer Regenwald wurden in Brasilien innerhalb von zwölf Monaten abgeholzt - ein Anstieg um 29 Prozent.

Es handelt sich um den grössten Waldverlust in Brasilien seit 2008. Von August 2015 bis Ende Juli dieses Jahres sei eine Regenwaldfläche von 7989 Quadratkilometern zerstört worden, heisst es in einem von dem staatlichen Umweltforschungsinstitut INPE veröffentlichten Bericht auf der Basis von Satellitendaten. Die Entwaldung entspricht rund dreimal der Fläche des Saarlands.

Im Vergleichszeitraum von 2015 hatte die Behörde noch eine gerodete Fläche von 6207 Quadratkilometern erfasst, mit einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Die jetzt erhobene Zahl entspricht einem Anstieg um 29 Prozent.

Am grössten war der Waldverlust im Bundesstaat Pará im Norden des Landes, dort wurden 2153 Quadratkilometer Wald gerodet. Mehr als 1000 Quadratkilometer Wald gingen zudem jeweils in den Staaten Mato Grosso und Rodonia im Wesen von Brasilien verloren.

Klimagas freigesetzt

130 Millionen Tonnen CO2 seien durch die Abholzung freigesetzt worden, das entspreche zweimal den jährlichen Emissionen von ganz Portugal, erklärte Tasso Azevedo von der brasilianischen Beobachtungsstelle für Treibhausgase.

Gründe für die Abholzung sind der Flächenbedarf für Viehzucht und Sojaanbau, zudem werden viele Tropenbäume illegal gefällt, um mit dem edlen Holz Geld zu verdienen.

Sojaproduzent als Agrarminister

Die Umweltstiftung WWF wertete die Zahlen als gefährliche Trendwende. "Die Abholzung nimmt seit dem historischen Tiefstand von 2012 mit 4571 Quadratkilometern wieder zu. Angesichts der politischen Lage in Brasilien könnte die neue Statistik zudem nur ein Vorzeichen sein für weit grössere Zerstörungen", erklärte Christoph Heinrich vom WWF Deutschland.

Die linke Präsidentin Dilma Rousseff wurde Ende August des Amtes enthoben. Das Amt übernahm ihr konservativer Vizepräsident Michel Temer. Für viel Kritik sorgte, dass mit Blairo Maggi einer der grössten Sojaproduzenten neuer Agrarminister wurde. Es gibt starken Druck, Schutzgebiete aus ökonomischen Interessen weiter aufzuweichen.

Quelle: DER SPIEGEL

2.12.2016

Good News

Good News

Die Discounter drängen in die Innenstädte. Weil sie nun Laufkunden ansprechen, müssen sich Lidl, Aldi und Co. in Stadtlagen neu aufstellen.

To-go-Formate – kleine Supermärkte mit Lebensmitteln zum Sofortverzehr – schiessen wie Pilze aus dem Boden. Was einst mit dem Becher-Kaffee zum Mitnehmen begann, ist längst auch bei grossen Detailhändlern wie Coop (Coop to go) angekommen.

Erstmals in der Schweiz tüftelt nun ein Discounter am To-go-Konzept. «Lidl-to-go ist als Test gestartet», bestätigt eine Sprecherin von Lidl Schweiz auf Anfrage. Zunächst läuft der Test innerhalb bestehender Filialen: Wer beispielsweise im Future Store von Lidl in Winterthur-Töss ZH einkauft, dem fallen neu Regalwände mit Lebensmitteln zum Sofortverzehr auf.

Pizza und Chicken Nuggets

Es handelt sich um warme Speisen wie ein halbes Poulet, Chicken Nuggets, Pizza, Gemüse-Quiches oder Wienerli im Teig. «Derzeit testen wir 13 warme Produkte für den Lunch oder Feierabend», so die Sprecherin.

«Das ist für den Discount völlig neu.» Hinzu kommen gekühlte Convenience-Produkte wie Salate und Sandwiches sowie Getränke. Kaffeeautomaten stehen bereits in allen neueren Discount-Filialen.

Tests in der Deutschschweiz

Beim Test machen derzeit Lidl-Filialen in Winterthur, Frauenfeld, Weinfelden TG, Amriswil TG, Kreuzlingen TG und St. Gallen mit. Nun folgen Standorte in Wallisellen ZH und Zürich (Grubenstrasse).

Plant Lidl längerfristig Mini-Discount-Filialen analog zum Coop-to-go-Konzept? «So weit wollen wir noch nicht gehen», sagt die Sprecherin. «Das Lidl-to-go-Konzept wird in die Filialen integriert.»

In ein paar Wochen will der Discounter Bilanz ziehen. «Dann entscheiden wir, ob wir das Konzept weiter ausrollen.»

Aldi: «Einführung eines Aldi to go ist derzeit nicht in Planung»

Wie reagieren die beiden Discounter Denner und Aldi? «Wir haben derzeit keine Pläne für warmes Take-away», heisst es bei Denner. Es gebe zwar Salate und Sandwiches, doch die seien kalt.

Auch Aldi Suisse macht momentan noch nicht mit: «Eine Einführung eines Aldi to go mit ganzen Menüs über die Gasse ist derzeit nicht in Planung», sagt ein Sprecher. Pizza-Snacks, Wienerli im Teig oder Schinken-Käse-Croissants lägen aber täglich frisch aus dem Ofen in der Auslage aller Aldi-Filialen.

Quelle: Bligg

2.12.2016

Ziegen News

Ziegen News
Noch Fragen, Kienzle?

Noch Fragen, Kienzle?

Der türkische Präsident will sein Amt mit mehr Macht ausstatten. Die Regierung kündigt eine Abstimmung in der kommenden Woche und ein Referendum im kommenden Jahr an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan unternimmt weitere Schritte, das politische System seines Landes zu einem Präsidialsystem umzubauen und sich selbst mehr Macht zu verschaffen. Schon in der nächsten Woche solle ein entsprechender Entwurf für eine Verfassungsänderung ins Parlament eingebracht werden, sagte Ministerpräsident und AKP-Chef Binali Yıldırım. Im kommenden Jahr soll es dann zu Beginn des Sommers ein Referendum darüber geben.

Erdoğan war von 2003 bis 2014 Ministerpräsident und hatte damit das mächtigste Amt des Landes inne. Dann wechselte er in das Amt des Staatspräsidenten. Seitdem arbeitet er daran, seine Befugnisse auszubauen und gibt de facto den Kurs der Regierung und der Regierungspartei AKP vor. Mit der Verfassungsänderung soll Erdoğans Führung legalisiert werden.

Laut Presseberichten soll der Posten des Regierungschefs sogar ganz abgeschafft werden. Der Präsident würde offiziell die Führung des Staates übernehmen, unterstützt von einem oder vielleicht zwei Vizepräsidenten. Yıldırım sagte, wichtigster Punkt der geplanten Verfassungsänderung sei, dass der Präsident künftig einer Partei angehören dürfe.

Der Regierungschef äusserte sich nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der ultranationalistischen MHP, Devlet Bahçeli. Bahçeli hat seine Unterstützung für die Verfassungsänderung signalisiert. AKP und MHP haben gemeinsam 357 Sitze im Parlament. Um ein Referendum in die Wege zu leiten, sind 330 Stimmen nötig. Mit einer Zweidrittelmehrheit (367 Stimmen) wäre eine Verfassungsänderung auch ohne Referendum möglich. Yıldırım und Erdoğan haben aber angekündigt, in jedem Fall das Volk abstimmen zu lassen.

"In Europa sind wir nicht Gast, sondern Gastgeber"

Die beiden grössten Oppositionsparteien – die Mitte-links-Partei CHP und die prokurdische HDP – lehnen ein Präsidialsystem unter Erdoğan vehement ab. Sie warnen vor einer Diktatur in der Türkei. Auch in der EU wird Erdoğans Machtzuwachs mit Sorge beobachtet.

Erdoğan warnte die EU erneut vor einer Ausgrenzung seines Landes. "Wir sind seit mehr als 650 Jahren ohne Unterbrechung mit unserem Staat, unserer Kultur und unserer Zivilisation in Europa präsent und werden auch weiterhin präsent sein", sagte er. "In Europa sind wir nicht Gast, sondern Gastgeber." Die Türkei sei bereit, "gleich morgen Vollmitglied in der Europäischen Union zu werden". Voraussetzung sei, dass die EU "die sinnlose Feindschaft und Doppelmoral gegenüber unserem Land" ablege.

Seit dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli regiert Erdoğan zunehmend autoritär. Seither wurden mehr als hunderttausend Regierungsgegner entlassen oder festgenommen, darunter auch viele Journalisten und Politiker der kurdischen Opposition. Das Europäische Parlament hat wegen der Repression erst kürzlich das Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei verlangt.

Quelle: DIE ZEIT

2.12.2016

Exzellent News

Exzellent News
Paul Kazarian

Paul Kazarian

Griechenlands Kreditlast ist zu gross - das wird seit Jahren berichtet. Für US-Investor Paul Kazarian ist es ein Mythos. Der grösste private Gläubiger Athens fordert neue Regeln für die griechische Schuldenbilanz.

Vier Jahre ist es her, dass Griechenland sich mit seinen Gläubigern auf die grösste Umschuldung einigte, die es je für Staatsschulden gegeben hat. Jetzt stehen die Euro-Partner kurz davor, dem Land neue Schuldenerleichterungen zu gewähren. Einige könnten bereits am kommenden Montag beim Treffen der Finanzminister beschlossen werden.

Nur: Hat Griechenland überhaupt ein Schuldenproblem? Oder ist die sprichwörtlich gewordene Schuldenlast "die grösste Lüge des Jahrhunderts", wie Paul Kazarian sagt - ein bequemer Mythos für die griechische Elite, hinter der sie ihre Inkompetenz und ihr Missmanagement verstecken kann?

Kazarian ist Gründer der US-Investmentgesellschaft Japonica Partners, zuvor war er Banker bei Goldman Sachs. Der 61-jährige US-Amerikaner ist der grösste private Gläubiger Griechenlands. 2012, als alle die griechischen Ramschanleihen loswerden wollte, platzierte Japonica ein Kaufgebot im Nennwert von drei Milliarden Euro. Kazarian witterte ein gutes Geschäft - und hat es bis heute nicht bereut: "Das war die profitabelste Investition, die wir jemals getätigt haben."

Laut Kazarian liegt Griechenlands Schuldenstand - wenn man ihn denn korrekt berechne - nicht bei 177 Prozent der Wirtschaftsleistung, sondern nur bei höchstens 71 Prozent. Was heisst aber korrekte Berechnung? Kazarian zufolge sollte nicht mehr der Nennwert der griechischen Schulden der Ausgangspunkt sein - also deren absolute Höhe von rund 312 Milliarden Euro (Stand Ende 2015).

Stattdessen müsse der Schuldenstand nach dem Zeitwert der Verbindlichkeiten berechnet werden - und damit auch der versteckte Erlass, den die Euro-Partner Griechenland gewährt haben. Sie haben nicht nur die Zinsen erheblich gesenkt. Griechenland darf seine Schulden zudem über einen wesentlich längeren Zeitraum zurückzahlen und muss auch erst zehn Jahre später damit anfangen als ursprünglich vereinbart - durch die Inflation bedeutet das eine deutlich geringere Belastung.

Den Zeitwert heranzuziehen, sieht auch der Internationale Standard zur Bilanzierung von Staatsschulden (IPSAS) vor. "Der Zeitwert ist die Grundlage des Finanzwesens", sagt Kazarian.

Das klingt erst einmal wenig nachvollziehbar. Denn die Schlagzeilen werden von Prognosen beherrscht, wonach Griechenlands Schuldenstand bald die Höhe von 200 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen wird. "Wir sind überzeugt, dass Griechenlands Schulden nicht tragfähig sind", sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erst Anfang Oktober.

Doch der von Medien und Politik üblicherweise verwendete Nennwert sei im Falle Griechenlands nicht sinnvoll, argumentiert Kazarian. "Jedes Mal, wenn die Kreditbedingungen verändert werden, ändert sich auch die Höhe der Schulden", erklärt er in der Bar eines Athener Luxushotels, in dem er die Eröffnungsrede bei einer von der griechisch-amerikanischen Handelskammer organisierten Wirtschaftskonferenz gehalten hatte.

Kazarian, ein schmaler Mann mit runder Brille, hat einen ganzen Stapel an Dokumenten und Tabellen mitgebracht. Sie stützen seine Mission, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Griechenland kein Schuldenproblem mehr hat. Einer Mission, der er auch als Sonderberater einer Arbeitsgruppe des Centre for European Policy Studies (Ceps) - einer Brüsseler Denkfabrik - dient, die sich mit der Buchhaltung der EU-Staaten befasst.

Die Diskussion ist weniger abstrakt und theoretisch, als es scheint: Wenn der Schuldenstand eines Landes als nicht tragfähig angesehen wird, kann das zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Die Bonitätsbewertung des Landes verschlechtert sich, wodurch Kredite und damit dringend benötigtes Kapital auch für die Privatwirtschaft teurer werden - was ausländische Investoren vertreibt.

Ausserdem wird Griechenland gezwungen, noch mehr Finanzhilfen von den Eurostaaten zu fordern. Die geben neue Kredite jedoch nur unter der Bedingung hoher Haushaltsüberschüsse und zwingen die Regierung damit zu harschen Sparprogrammen sowie unpopulären und häufig umstrittenen Strukturreformen. Nicht zuletzt führt ein hoher Schuldenstand zu erheblich höheren Zinsaufschlägen für neue Kredite, sobald Griechenland wieder an die Kapitalmärkte zurückkehrt.

Aber wenn die Schuldenlast in Wirklichkeit viel niedriger ist - wieso weist die griechische Regierung nicht selbst lautstark darauf hin? "Aus dem gleichen Grund, weshalb Griechenland seinen Schuldenstand vor der Krise zu niedrig ausgewiesen hat", sagt Kazarian. "Damals, um in die Eurozone zu kommen und dadurch günstig Kredite aufnehmen zu können. Heute dienen die übertriebenen Zahlen den Forderungen an die Europartner nach mehr Geld und Solidarität."

Ausserdem lenkt das aufgebauschte Schuldenproblem die Wähler davon ab, dass echte, effektive Reformen notwendig sind, sagt Kazarian. Selbst wenn Griechenland die Schulden komplett erlassen würden - das eigentliche Problem bliebe: Zu wenig Transparenz, schlechte Regulierung und ein Mangel an Professionalität. "Die Leute haben kein Vertrauen in die Führung", konstatiert Kazarian. "Würden Sie Finanzminister Tsakalotos oder Notenbankchef Stournaras Ihre Ersparnisse anvertrauen?"

Kazarian ist beileibe nicht der Einzige, der die offiziellen Zahlen zur griechischen Schuldenlast als zu hoch ansieht. So heisst es in einer Analyse aus dem Juli 2015, an der die frühere Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro beteiligt war, der Kapitalwert der griechischen Schulden betrage lediglich 93 Prozent des Bruttosozialprodukts.

In einer Analyse für die Brookings Institution, eine US-Denkfabrik, zeigen sich die gleichen Autoren überrascht davon, dass sich sowohl die öffentliche Diskussion als auch die Verhandlungen der Europartner stets auf die 200-Prozent-Marke beziehen. Sowohl der IWF als auch die Vertreter des Euro-Rettungsschirms ESM "berücksichtigen nicht den effektiven Schuldenschnitt, der bereits gewährt wurde".

Der CDU-Wirtschaftsrat schrieb im Februar 2015 an die Unionsfraktion im Bundestag: "Entscheidend ist nicht der Nennwert eines Kredits, sondern der Zeitwert." Die griechische Schuldenlast sei wesentlich niedriger als gedacht. "Dieser 'Wettbewerbsvorteil' wird verschwiegen."

Selbst der IWF schwenkt auf diese Linie ein - wenn auch als Nachzügler. In ihrem Bericht zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands vom Mai 2016 stellen die IWF-Experten fest, dass die ursprünglich im Jahr 2012 vereinbarten Kreditbedingungen "nicht länger von Bedeutung sind, um die Schuldentragfähigkeit zu ermitteln". Schliesslich hätten die Eurostaaten seitdem langjährige Zahlungsaufschübe und Zinssenkungen gewährt.

Ginge es nach Kazarian, sollte Griechenland in einem ersten Schritt seine öffentlichen Finanzen nach international akzeptierten Regeln ausweisen - wie etwa dem IPSAS-Standard. Dann würde offensichtlich, dass Griechenlands Schuldenlast weitaus geringer sei als die anderer Länder. Zudem würde es die Transparenz erhöhen und eine effiziente Verwaltung fördern.

Kazarian hat allerdings wenig Hoffnung, dass es dazu kommt: "Das ganze Narrativ, die Schulden seien untragbar und abscheulich, wäre nicht mehr haltbar. Die Regierung braucht aber das Schuldenthema. Es dient als Ausrede für jedes Problem."

Quelle: DER SPIEGEL

2.12.2016

IT News

IT News
Oliver Bendig, CEO von Matrix42

Oliver Bendig, CEO von Matrix42

Einer der wichtigsten Schauplätze der digitalen Transformation ist die Arbeitsumgebung des Wissensarbeiters – der Trend geht hier zu noch mehr Mobilität, Geräte und Personalisierung.

Eine zukunftsweisende Workspace-Strategie kann dabei helfen, die Mitarbeiterproduktivität zu erhöhen, Kosten einzusparen und das Unternehmen als Arbeitgeber für technologieaffine Young Professionals attraktiver zu machen. Oliver Bendig, CEO von Matrix42, erläutert die acht wichtigsten Entwicklungen, die 2017 für Unternehmen relevant werden.

1. Kontextbasierte und personalisierte Workspace-Services

Als erfahrener digitaler Verbraucher gewöhnt sich auch der Wissensarbeiter an eine personalisierte Nutzungsumgebung – wie zum Beispiel eine automatisch generierte Playlist von Musik-Streamingdiensten. Eine ähnliche Adaption der Workspace-Technologie an die persönlichen Arbeitskontexte wird dem Wissensarbeiter in Zukunft dabei helfen, effizienter, produktiver und motivierter zu arbeiten. Mein Workspace wird in Zukunft wissen, wo ich bin, welches Gerät ich benutze, welche App bei der verfügbaren Bandbreite Sinn macht und welche Daten und Dokumente ich als nächstes benötige. Er wird meine persönlichen Vorlieben kennenlernen und sich darauf einstellen.

2. Unified Endpoint Management

Mitarbeiter verwenden heute mehr als ein Gerät für das Erledigen ihrer Arbeit. Aus diesem Grund gehen neue IT-Management-Technologien immer vom Nutzer aus, und nicht mehr vom einzelnen Gerät. Hierdurch wird die einheitliche Verwaltung von mobilen, traditionellen und hybriden Geräten für IT-Abteilungen immer wichtiger. Ein wesentliches Element hierfür ist das sogenannte Unified Endpoint Management, das die Verwaltung der Arbeitsumgebung für Administratoren unabhängig von den benutzten Geräten macht. Das Thema Unified Endpoint Management (UEM) hat bereits 2016 deutlich an Fahrt zugelegt und ist weiter auf Wachstumskurs: MarketsandMarkets prognostiziert dem globalen UEM-Markt bis 2020 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 42,9 Prozent. Ein ganzheitliches Management der wachsenden Vielfalt an Geräten, Apps oder Cloud-Ressourcen ist unerlässlich, um dem Wissensarbeiter in Zukunft die Nutzererfahrung bieten zu können, die er aus dem digitalen Entertainment längst gewohnt ist.

3. Der Browser als neues Betriebssystem

Ein zentrales Element für die Digitalisierung ist die Cloud – das gilt auch für den Workspace. Die persönliche Arbeitsumgebung wandert in die Cloud und lässt sich jederzeit und überall via Browser abrufen. Die Arbeitsumgebung verlässt damit ihren angestammten, festen Ort bzw. festes Gerät. Egal, wo ich mich befinde, welches Gerät ich benutze und wann ich arbeite – über einen Cloud Workspace habe ich jederzeit Zugang zu meiner Arbeitsumgebung, bestehend aus Apps, Dokumenten, digitalen Identitäten und Services. Arbeit wird also mehr und mehr zu einem Zustand, welchen der Wissensarbeiter jederzeit aktivieren oder deaktivieren kann – ganz unabhängig vom "Platz".

4. Enterprise Service Management

Was Bereitstellung und Verwaltung von Diensten betrifft, hat das IT-Service-Management in den letzten Jahrzehnten sehr effiziente Prozesse nach ITIL entwickelt und umgesetzt. Diese lassen sich mit einer flexiblen Service Management Lösung nun auch für die Prozesse ausserhalb der IT nutzen. Durch die zunehmende Vernetzung von allem mit allem wird es für Unternehmen in Zukunft effizienter sein, die Best Practices und Funktionen des IT-Service-Managements auch für die Bereitstellung und Verwaltung von Diensten in anderen Service-Disziplinen zu nutzen, zum Beispiel im HR- oder Finanz-Bereich. So können in der Personalabteilung das On-Boarding eines neuen Mitarbeiters, Urlaubsanträge oder Krankheitsmeldungen durch eine „Servicifizierung“ automatisiert und optimiert werden.

5. Virtuelle Workspace-Assistenten

Hat man anfangs noch über Siri gelächelt, weiss man heute, dass intelligente Spracherkennung tatsächlich funktioniert – und immer besser wird. Für den Workspace ergibt sich daraus enormes Potential. Schon bald werden wir alle mit intelligenten Super-Assistenten arbeiten, die einen Teil unserer Mails erledigen, Kurzzusammenfassungen von umfangreichen Dokumenten anfertigen oder eigenständig Hotels buchen, wenn wir auf Dienstreise gehen. Treffe ich einen Geschäftspartner erstmalig, wird er mir ein Social Media-Profil von ihm erstellen und mich für das Meeting briefen. Aus einer IT-Management-Perspektive kommen hierdurch neue Aufgabenstellungen auf die IT-Abteilungen zu, um die Sicherheit zu erhöhen und die Privatsphäre der Mitarbeiter zu schützen.

6. Bildschirme überall: Gefaltet, gerollt oder projiziert

Arbeiten via Cloud und Browser-Zugriff macht die Arbeit in Zukunft prinzipiell über jedes Display möglich, das mit dem Internet verbunden ist. Beispielsweise kann auch das smarte TV-Gerät zuhause als Workspace genutzt werden. Ausserdem wird sich das Konzept des faltbaren oder einrollbaren Bildschirms mehr und mehr durchsetzen. Darüber hinaus kann jegliche Form von Oberfläche zukünftig für eine Art Bildschirm verwendet werden und somit potenziell zu einer Erweiterung der Arbeitsumgebung werden.

7. Neue Workspace-Möglichkeiten: Wearables und Co.

Datenbrillen, Fitness-Armbänder oder andere Wearables werden zunehmend Einzug in die Arbeitswelt halten. Mögliche Einsatzbereiche sind das Gesundheitswesen, die Logistik oder das produzierende Gewerbe. Beispielsweise lassen sich Detailinformationen oder Prozessschritte für Service-Mitarbeiter via Datenbrille augmentieren. Und globale Meetings werden sich mittels Head-Mounted Display völlig real anfühlen.

8. Smart Office: Internet der Dinge verbindet Workspace mit Gebäude-Infrastruktur

Die Integration des Workspace-Managements mit der intelligenten Gebäudetechnologie schreitet weiter voran und ermöglicht effizientere Prozesse: Beispielsweise könnte eine Kalendereinladung in Zukunft auch eine ganze Prozesskette zur Organisation des Meetings starten, inklusive Raumbuchung, Vorbereiten von Beamer und Telefonanlage und sogar die Abstimmung der Heiztemperatur auf die Menge der Beteiligten.

Quelle: Computerwelt

2.12.2016

Sommerloch-News – Mitten im Advent

Sommerloch-News – Mitten im Advent

Er ist schon seit bald zwei Jahren tot. Es geschah in Gottlieben am Bodensee. Udo Jürgens ass zum Frühstück Spiegeleier mit Speck, trank ein letztes Glas griechischen Wein, sang dazu aus voller Kehle «Aber bitte mit Sahne» und brach zusammen. Tschö mit Ö. Was endgültig beweist, dass Spiegeleier mit Speck meistens ein böses Ende nehmen. Doch in seinen Liedern lebt Udo Jürgens († 80) weiter. Nun erscheint eine neue CD des Entertainers. BLICK sprach mit Manager Freddy Burger (71) über seinen langjährigen Freund und Geschäftspartner.

BLICK: Wann vermissen Sie Udo Jürgens am meisten?

Freddy Burger: Udo und ich führten eine Art Ehe – nur dass wir von Tisch und Bett getrennt lebten. Wir haben zusammen unglaubliche Höhenflüge erlebt, gezweifelt, gestritten, uns versöhnt und immer wieder Grundsatzdiskussionen geführt. Ganz wie in einer normalen Ehe. Er war mein Freund und Partner. Ich vermisse ihn ganz einfach, weil er mein Leben während beinahe 40 Jahren geprägt, inspiriert und bereichert hat.

Welche gemeinsamen Projekte konnten Sie nicht mehr realisieren?

Ach, da lag noch so vieles in der Luft. Udo war ja ein Universaltalent. Sein ganzes Denken kreiste ununterbrochen um die Musik und die Kunst. Er hat wie kein Zweiter verstanden, das Leben in vollen Zügen zu geniessen und sich trotzdem immer wieder zu fordern. Er wollte nicht aufhören und hat immer wieder betont, dass er nicht auf der Ofenbank die Katze kraulen möchte. Wenn man bedenkt, dass Udo auch als Buchautor oder mit seinem Musical äusserst erfolgreich war, kann man sich in etwa vorstellen, was noch alles möglich gewesen wäre. Wir hatten natürlich bereits geplant, in Anbetracht seines Alters die Tourneen zukünftig auf kleinerer Flamme zu kochen. Aber er wollte auf der Bühne stehen, solange ihn die Menschen noch sehen wollten.

Was waren Udo Jürgens’ grösste Stärken?

Udo war ein Künstler mit unglaublichem Einfühlungsvermögen und einem grossen Sendungsbewusstsein, der sich nicht scheute, kritische Themen anzusprechen. Gleichzeitig hatte er die Gabe, die Liedertexte in eingängige Melodien zu kleiden, die die Massen ansprechen. Davon zeugen die zahllosen Hits, Oldies und Evergreens mit weltweiter Bekanntheit. Das hat in dieser Dimension kein anderer deutschsprachiger Unterhaltungskomponist geschafft. Ausserdem war er authentisch, mit einer riesigen Schaffenskraft gesegnet und ein sehr loyaler Partner, der auf Nachhaltigkeit anstatt Opportunismus setzte.

Welches ist eigentlich Ihr Lieblingssong von Udo Jürgens?

Natürlich liebe ich, wie die meisten, die Partyknaller und Gassenhauer. Ich habe aber immer auch auf die Texte geachtet, die viel Lebensphilosophie vermitteln. Es gibt zahlreiche Titel, die wie geflügelte Worte in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen sind: «Aber bitte mit Sahne», «Ein ehrenwertes Haus», «Vielen Dank für die Blumen» oder «Immer wieder geht die Sonne auf». Meine persönlichen Lebensmottos beschreiben aber die Lieder «Ich weiss, was ich will» und «Never give up – gib niemals auf» am treffendsten. Auch Songs wie «Der gekaufte Drachen» rühren mich noch heute zu Tränen. Übrigens hat der Lebemann Udo selber seine Lieder immer wieder als eine Art Lebenshilfe herangezogen. Das war bestimmt mit einer der Gründe, weshalb seine Glaubwürdigkeit so gross war.

Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

Sehr professionell. Er stammte aus gutbürgerlichem Haus, und seine Umgangsformen waren dementsprechend. Als harmoniebedürftiger Mensch lebte er mit und von der Musik. Das war für Udo nicht Fun, sondern eine seriöse Angelegenheit. So legte er grossen Wert auf Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Mit Dilettantismus konnte er nichts anfangen. Die gleiche Professionalität, die er den Orchestermusikern von Pepe Lienhard abverlangte, erwartete er vom Management. Wenn er einmal Vertrauen gefasst hatte, gab er gerne Verantwortung ab und mischte sich nicht mehr ins Tagesgeschäft ein. So konnte er sich ganz auf seine kreative Arbeit konzentrieren.

Was würde Udo Jürgens heute machen?

Er würde seine aktuelle CD-Collection «Merci, Udo!», die zu seinen Ehren als Liebhaberstück auch auf Vinyl gepresst wird, persönlich vorstellen. Das liesse er sich nicht nehmen, wenn ihm das zuweilen auch einen grossen zeitlichen und körperlichen Aufwand abforderte. Er hat seine Lieder geliebt wie Kinder und wollte ihnen allen eine reelle Chance geben. Vor allem denjenigen, die etwas im Schatten seiner grossen Hits stehen mussten.

Kauf-mich-CD «Merci, Udo!», überall im Handel

Freitag, 2. Dezember, RTL, 20.15 Uhr, «Merci Udo – Deutschland sagt Danke!»

Quelle: BLIGG

2.12.2016

Die Tyrannei des Kindischen – TIPP vom Doktor

Zu diesem typischen Sommerlochthema mitten im Altweibersommer empfehle ich Ihnen folgendes Buch:

«Die kindliche Gesellschaft» von Robert Bly

Ihr Dr. Luzart

Doktor, die SVP von Escholzmatt-Marbach muss ihre Männer vor Afrikanerin schützen

Reif für die Psychoanalyse

Eine SVP-Ortspartei war das Einbürgerungsgesuch einer Ostafrikanerin ein Dorn im Auge. Sie verteilte ein Flugblatt – und hatte mit ihrer Taktik Erfolg.

Sie habe sich «mehrmals unsittlich und anstössig in der Öffentlichkeit benommen». Es sei «allgemein bekannt», dass sie «zu jeder Tages- und Nachtzeit männliche Besucher empfängt». Und es sei «offensichtlich», dass die Frau «sehr viel Alkohol konsumiert».

Diese Anschuldigungen gegen eine 42-jährige Ostafrikanerin stehen auf einem Flugblatt, das die SVP von Escholzmatt-Marbach in viele Haushalte verteilt hat, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Heute Abend findet die Gemeindeversammlung statt – und die Frau wollte sich dort eigentlich einbürgern lassen. Sie kam vor 16 Jahren durch die Heirat mit einem Marbacher in die Luzerner Gemeinde. Vor fünf Jahren verstarb ihr Mann.

«Gemeinde nicht korrekt informiert»

Die Einbürgerungskommission hatte aus rechtlicher Sicht nichts dagegen, wie die Zeitung schreibt. Aus Hausbesuchen und Gesprächen sei hervorgegangen, dass die Person «mit den örtlichen Lebensgewohnheiten vertraut» sei und die örtlichen Sitten und Gebräuche kenne.

Das sah die Ortspartei anders: Zwischen den Zeilen äusserte sie Anschuldigungen von Alkoholismus und Prostitution. Der Gemeinderat habe die Bevölkerung nicht korrekt informiert, heisst es vom Ortsparteipräsident. Doch: Die Frau hat ein sauberes Strafregister und erfüllt auch die anderen Voraussetzungen, heisst es bei der Gemeinde.

Gesuch sistiert

Die Ortspartei hat ihr Ziel erreicht: Die Frau sei emotional tief verletzt, schreibt die «Luzerner Zeitung». Obwohl sie alle Anschuldigungen zurückweist, sei die Aussicht, sich in gebrochenem Deutsch alleine vor versammelter Gemeinde verteidigen zu müssen, zu viel für sie. «Es hat doch keinen Sinn mehr.»

Fritz Lötscher, Gemeindepräsident von Escholzmatt-Marbach und Präsident der Einbürgerungskommission, sagte, er habe das Schreiben der Frau heute im Briefkasten gehabt. Zudem sei wohl das Kommissionsgeheimnis verletzt worden: Auf dem Flugblatt standen Informationen über Personen, die sich einbürgern lassen wollen, die die SVP nur aus der Kommission haben könne.

Voraussetzungen für eine Einbürgerung

12 Jahre Wohnsitz, Eingliederung, Vertrautsein, Achtung der Rechtsordnung, keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit. Das sind die Voraussetzungen, die der Bund vorschreibt, um sich einbürgern zu lassen.

So stehts geschrieben in unser aller Bligg

2.12.2016

Die Psychoanalyse von Dr. Luzart

Männerbesuch kann Mann und Frau im Entlebuch ja noch verschmerzen. Aber dann säuft sie auch noch Alkohol, vermutlich Entlebucher-Kafi-Träsch. Das ist zu viel des Guten, vor allem wenn Mann und Frau aus dem Entlebuch bedenkt, wie viel da so in einen afrikanischen Bauch rein geht.

Ausserdem versuchten wohl die Entlebucher SVP-Frauen schlicht und einfach ihre Ehemänner vor exotischen Gewürzen zu schützen. Das ist legitim, wenn man bedenkt, in welchen Gefilden etliche SVP-Granden (sowie andere Partei-Exzellenzen) wildern. Von der Ukraine über Afrika bis zum Südpol wird alles gejagt, was nicht bis drei auf den Bäumen ist. Man denke da nur mal an den ehemaligen Präsidenten der Luzerner SVP, Dr. René «Kuhnfu» Kuhn.

Bauernregel zum 2. Dezember – Tag von Bibiana

«Gibt’s Regen am Bibianatag, es noch vierzig Tage regnen mag.»

Erste Okapi-Geburt seit elf Jahren im Zoo Basel

Video zum Tag

Am 1. Oktober, früh am Morgen, ist im Zoo Basel nach elf Jahren erstmals wieder ein Okapi zur Welt gekommen. Der kleine Bulle Nuru ist der Sohn von Mchawi (5). Er ist ein kräftiges Kerlchen und hat bereits mit grosser Neugier die Innenställe erkundet. Nuru ist das erste Junge von Mchawi, und sie betreut es vorbildlich. Wenn er Ruhe haben will, kann sich Nuru zurückziehen. Daher brauchen Besucherinnen und Besucher etwas Glück und Geduld.

20.11.2016

Unser täglich Bild gib uns o Herr Luzart, der du bist the sexiest Man alive from Lucerne South. Amen

Weihnachsstimmung an der Reuss

Weihnachsstimmung an der Reuss

Auf der Baustelle «Himmelrich» Luzern entstehen 250 Wohnungen

Unser täglich Unterwäschebild für die Randgruppe der Heterosexuellen

LUZART stellt die Heten unter Artenschutz

LUZART stellt die Heten unter Artenschutz

Unser täglich Unterwäschebild

Es geht nichts über Eishockey

Dem Morgenlande zu wir beben (aus «Lohengrin»)

Schweizer Butter hilft dem Bauer auf die Mutter

Vom Doktor – frisch auf den Tisch

Das sind die sogenannten Advens-Strapse

Das absolute Dampfhammersolo für die Adventstage

Das absolute Dampfhammersolo für die Adventstage

Das absolute Dampfhammersolo für Burkaträgerinnen

Gesundheit

Wintersport

Wintersport

Zermatt ist das beliebteste Skigebiet

49.000 Ski- und Snowboardfahrer haben entschieden: Zermatt ist das beliebteste Skigebiet der Alpen. Das ist das Ergebnis der Umfrage zum "Best Ski Resort", die alle zwei Jahre in 54 ausgewählten Skigebieten durchgeführt wird.

Bereits 2014 erreichte Zermatt die besten Umfragewerte. Auf Platz zwei landete Livigno in der Lombardei in Norditalien. Auf Rang drei kam Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol. Danach folgen Kronplatz, Saas-Fee, Gröden/Val Gardena, Adelboden-Lenk, Alta Badia, Aletsch Arena und Obergurgl-Hochgurgl, teilt das Beratungsunternehmen Mountain Management mit, das Herausgeber der Studie ist.

Grösse des Skigebiets nicht mehr ganz so wichtig

Die Bedeutung der Skigebietgrösse und des Pistenangebots sind im Vergleich zur vorherigen Befragung leicht gesunken - gleichwohl ist es weiter das wichtigste Kriterium für Wintersportler. Gröden/Val Gardena liegt hier auf Platz eins. Der Faktor Schneesicherheit ist Wintersportlern wichtiger geworden: Saas-Fee punktet hier am meisten. Ischgl liegt in Sachen Après-Ski ganz vorne.

Die jetzt veröffentlichte Untersuchung wurde von der Universität Innsbruck und Mountain Management in der Skisaison 2015/16 durchgeführt. Die Skigebiete konnten in 20 Kategorien in Bezug auf Relevanz und Zufriedenheit bewertet werden. Aus den Werten wurde für jedes Skigebiet ein Zufriedenheits-Index erstellt.

Weitere Informationen:

Mehr Ergebnisse der Studie finden sich auf http://best-skiresorts.com/

Quelle: t-online

12.11.2016

Die besten zehn Skigebiete der Gesamtbewertung

Rang

Skigebiet

Land

1.

Zermatt

Schweiz

2.

Livigno

Italien

3.

Serfauss-Fiss-Ladis

Österreich

4.

Kronplatz

Italien

5.

Saas-Fee

Schweiz

6.

Gröden/Val Gardena

Italien

7.

Adelboden-Lenk

Schweiz

8.

Alta Badia

Italien

9.

Aletsch Arena

Schweiz

10.

Obergurgl-Hochgurgl

Österreich

Lauchernalp: Hier finden sie Schnee & Unterkunft

Lauchernalp: Hier finden sie Schnee & Unterkunft

Der Winter kam schneller als erwartet: Dank Schneefall und der kräftigen Unterstützung von Schneekanonen sind einige Gebiete schon früher offen.

Der November macht schneehungrigen Wintersportlern Freude: In den Bergen schneit es, in höheren Lagen liegt bereits eine Schneedecke. Zusammen mit den Beschneiungsanlagen schaffen es einige Skigebiete, bereits am kommenden Wochenende zu öffnen.

Und wer die Ski schon aus dem Keller geholt hat, sollte am Samstag auf die Piste. Pünktlich aufs Wochenende beruhigt sich das Wetter und in den Bergen zeigt sich laut Roger Perret von Meteonews die Sonne.

Bis zu 50 Zentimeter Schnee

Am Donnerstag und Freitag fällt in den Bergen laut Meteorologe Roger Perret noch ziemlich viel Schnee. «Zwischen 20 und 50 Zentimetern Schnee sollte es in den Voralpen geben.» Die Schneefallgrenze sinkt am Freitag bis auf 600 Meter.

Warm anziehen müssen sich die Wintersportler trotzdem: Die Null-Grad-Grenze liegt auf 1200 Metern, am Sonntag steigt sie leicht auf 1800 Meter. Und gute Nachrichten für die Skigebiete: In der neuen Woche gibt es zwar ein Hoch mit viel Sonne, aber: «Dem Schnee in den Bergen dürfte dies nichts anhaben.»

Diverse Saisoneröffnungen

In Saas-Fee und Zermatt kann das ganze Jahr auf dem Gletscher gefahren werden. In Zermatt sollen kommendes Wochenende aber bereits 38 Kilometer für Wintersportler bereit sein. Derzeit seien 21 Kilometer offen, sagt Valérie Perren von den Zermatt-Bergbahnen.

Doch die Vorbereitungen laufen «auf Hochtouren», wie Perren sagt. 600 Beschneiungsanlagen seien im Einsatz. Am 26. November sollen alle drei Skigebiete mit allen Pisten offen sein. Und dem Zufall will man diesen Termin nicht überlassen. Eben erst ist das Skigebiet als das beste von Europa ausgezeichnet worden.

Bolgen Plaza mit Auswirkungen?

In Davos hat man sich wegen der Wetteraussichten des kommenden Wochenendes gegen eine Eröffnung entschieden, wie der CFO der Bergbahnen Davos, Yves Bugmann, sagt: «Wir konzentrieren uns am kommenden Wochenende auf die Beschneiung von mehreren Pisten und werden dafür dann ab dem 18. November mit bereits mehreren Anlagen und Pisten auf Parsenn durchgehend eröffnen.»

Vor wenigen Wochen machte der Bundesgerichtsentscheid zum bekannten Aprés-Ski-Tempel Bolgen Plaza Schlagzeilen. Da das Restaurant in einer Landwirtschaftszone steht, muss es neu um 19 Uhr am Abend schliessen. Kommen deswegen weniger jüngere Wintersportler nach Davos? Bugmann sagt: «Das ist sehr schwierig zu sagen. Wir werden sicherlich einige Gäste verlieren, vor allem im Bereich Nachtessen.»

In den oberen Lagen geöffnet

Frühstarter sind in diesem Jahr zum Beispiel auch Arosa, die Flumserberge und Laax. Alle starten am Wochenende mit reduziertem Angebot. «Im Moment haben wir 30 Zentimeter Schnee am Crap Sogn Gion», sagt Nadine Schöb von der Weissen Arena Gruppe in Laax.

Zurzeit seien rund die Hälfte aller Beschneiungsanlagen im Skigebiet im Einsatz. Im unteren Bereich werde zurzeit nicht beschneit, da die Bedingungen dafür nicht ideal seien. In den Flumserbergen sind zwei Anlagen geöffnet, in Arosa ist es das Gebiet Hörnli, das am Wochenende diverse Pisten bereithält.

Quelle: 20Minüten

11.11.2016

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Wort zum Sonntag – Première im Zoo Basel: Erstmals Schwarzschwanz-Antennenrochen geboren