Mama, s'LUZART komposchtiert

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Heute begrüsst Lorenz Maierhofer mit «Schau, wie die Blätter fallen»

Friday, 30. September 2016

Bligg, Schweizer Musiker aus dem Kanton Zürich, feiert heute seinen 40. Geburtstag.

Unser heutiges Geburtstagskind

Im Alter von 16 Jahren beteiligte sich Bligg an sogenannten Freestyle Sessions, die er in Schweizer Mundart vortrug. 1995 erschien mit der auf 300 Stück limitierten EP «Zürislang Freistiil» die erste Veröffentlichung, auf der Bligg als Rapper zu hören ist. Drei Jahre später lernte er den Produzenten und Rapper Lexx kennen. Auf dem Sampler «Chocolate, Cheese & Sounds» sind Bligg und Lexx erstmals zusammen zu hören. Im Jahr 1999 veröffentlichten die beiden Schweizer ihre erste Single «Schnitzeljagd» unter dem Gruppennamen Bligg'n'Lexx. Die Cuts und Scratches der Single wurden von DJ Cutmando, der Bligg und Lexx im Folgenden auf der Bligg’n’Lexx-Tournee begleitete, beigesteuert. Auch in den folgenden Jahren bis heute arbeitet DJ Cutmando an den Alben von Bligg mit und tritt als DJ bei den Tourneen des Rappers, die im Rahmen jeder Veröffentlichung Bliggs absolviert werden, in Erscheinung.

2000 erschien die in Zusammenarbeit mit Pete Penicka entstandene Single «Du & ich» sowie das Album «Nahdisnah» von Bligg’n’Lexx. Das Album wurde von den Kritikern positiv aufgenommen und steigerte den Bekanntheitsgrad der Mundartgruppe. Bligg begann im Folgenden an eigenen Stücken zu arbeiten und wurde von dem Label Universal Music unter Vertrag genommen. 2001 erschien sein erstes Soloalbum «Normal», das Platz 20 der Schweizer Charts erreichen konnte. Dafür arbeitete Bligg unter anderem mit den Hip-Hop-Musikern Spooman, Lexx und Stress sowie der US-amerikanischen Rap-Gruppe Tha Alkaholiks zusammen. Ein weiteres Lied entstand gemeinsam mit der Soulmusikerin Emel, mit der Bliggensdorfer eine längere Zeit zusammen war. Die Stücke «Alles scho mal ghört» und «Relaxtra» wurden als Singles ausgekoppelt und konnten sich beide in den Top-20 der Schweizer Single-Charts positionieren. «Alles scho mal ghört» verblieb insgesamt 16 Wochen in den Charts und erreichte als höchste Platzierung den Rang 7. 2002 wurde «Relaxtra» ein weiteres Mal in Form einer EP veröffentlicht.

Nach der Veröffentlichung von «Normal» beendete Bligg die Zusammenarbeit mit Universal Music und unterschrieb schliesslich einen Vertrag bei dem Label Nation Music. 2004 erschien das zweite Album «Odyssey», für das er mit verschiedenen Schweizer Produzenten zusammengearbeitet hatte. Odyssey war neun Wochen in den Schweizer Charts vertreten und konnte als Höchstplatzierung Position 19 belegen. Auf Bliggs zweitem Album sind Gastbeiträge von Emel, Stress, Stephanie und dem Berliner Rapper Kool Savas zu finden. Vor allem die Zusammenarbeit mit letzterem und die gemeinsame Single «King Size» fand in Deutschland Beachtung. Nach dieser Veröffentlichung ging Bligg mit DJ Cutmando und weiteren Musikern nochmals auf Tournee.

2005 veröffentlichte Bligg ein Mix-Album unter dem Titel «Okey Dokey» über das Label Musikvertrieb. Das Album ist die erste DualDisc, die in der Schweiz auf den Markt kam. Erneut sind auf dem Tonträger Emel und Kool Savas vertreten. Das Stück «Gang nöd» ist Bliggs Beitrag für eine Kampagne des Schweizer Fernsehens zum Thema Suizid-Prävention. 2006 erschien das Album «Mit Liib & Seel», auf welchem Bligg erstmals auch singt und die englische Sprache für seine Texte verwendet. Es folgte eine Tournee, bei der der Schweizer von einer siebenköpfigen Band begleitet wurde. Ein Jahr nach Veröffentlichung des Mix-Albums konnte der Rapper mit seinem fünften Album «Yves Spink», das er in seinem zuvor eingerichteten eigenen Studio mit DJ Cutmando aufgenommen hatte, erstmals in die Top-10 der Schweizer Album-Charts einsteigen. Auf «Yves Spink», das nach einem Zürcher Partyorganisator benannt ist, ist das Stück «Susanne» zu finden. Dieses stellt eine «Liebeserklärung» an Susanne Wille, der Moderatorin der Nachrichtensendung «10vor10», dar.

Für die Fernsehsendung «Die grössten Schweizer Hits» wurde das Lied «Volksmusigg» im Oktober 2007 mit der Volksmusikgruppe Streichmusik Alder aus Urnäsch neu aufgenommen. Diese Version wurde ein Erfolg und war als Single mehr als 20 Wochen in den Schweizer Single-Charts vertreten. Bligg ging im Folgenden mit der Streichmusik Alder auf Tournee. Durch diese erfolgreiche Zusammenarbeit entschloss er sich, zukünftig Stilelemente der traditionellen Volksmusik in seine Titel zu integrieren, etwa durch Verwendung des Saiteninstruments Hackbrett. Es entstand daraufhin das Album «0816», welches Ende Oktober 2008 über Universal Music veröffentlicht wurde. Acht Wochen nach Erscheinen konnte Bligg mit «0816» erstmals Platz 1 der Schweizer Albumcharts erreichen und war 100 Wochen in den Charts vertreten. Das Album hat bis dato Fünffachplatinstatus erreicht. 2009 belegte «0816» den ersten Platz in den Schweizer Album-Jahrescharts. Die erste Single «Rosalie» über eine einsame Frau, welche sich in einen Rosenverkäufer verliebt, erreichte Position 5 der Single-Charts. Die zweite Single «Musigg i dä Schwiiz» erreichte ebenfalls die Top 10 der Single Charts. Bei der «0816»-Tour Anfang 2009 wurde Bligg durch zahlreiche Gastmusiker wie beispielsweise den jungen Hackbrettler Nicolas Senn begleitet, wodurch die charakteristischen Stilelemente des Albums auf die Live-Auftritte übertragen werden konnten.

Das Ende 2010 veröffentlichte Album «Bart aber herzlich» wurde mit Vierfach-Platin ausgezeichnet und war 83 Wochen in den Schweizer Albumcharts vertreten, davon 43 Wochen in den Top 20. Die daraus veröffentlichten Singles «Legändä & Heldä», «Chef» und «Manhattan» konnten sich alle in den Top 20 der Schweizer Hitparade platzieren, wobei «Legendä & Heldä» direkt auf Platz 1 der Single-Charts einstieg. Im Jahr 2011 nahm Bligg das Album gemeinsam mit der Youngblood Brass Band neu auf und veröffentlichte es unter dem Titel «Brass aber herzlich».

Am 16. August 2013 wurde die Vorabsingle «MundART» zum nächsten Album veröffentlicht. Sie erreichte Platz 3. Das Album Service «Publigg» erschien am 25. Oktober 2013 und wurde sein drittes Nummer-eins-Album in Folge.

In der Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» auf SRF 1 sass er 2016 in der vierten Staffel als Jurymitglied.

Am 5. Mai 2015 kam sein erstes Kind, Lio, zur Welt.

http://bligg.ch/

Mehr über Bligg erfahren Sie hier ...

30.9.2016

Video zum Geburtstag: BLIGG - MANHATTAN

Friday News

Friday News
Chefunterhändler Jacques de Watteville

Chefunterhändler Jacques de Watteville

Sollte das Parlament den Inländervorrang verschärfen, drohen abermals Schwierigkeiten mit der EU, sagt Chefunterhändler Jacques de Watteville.

Viel zu milde, viel zu sanft: Nach dem Entscheid des Nationalrats, die Zuwanderungsinitiative in einer abgeschwächten Form umzusetzen, ist der Druck auf den Ständerat gestiegen, nachzubessern – etwa, indem der Inländervorrang verschärft wird. Nun warnt jedoch der Schweizer Chefunterhändler mit der EU, Jacques de Watteville, vor neuen Konflikten mit Brüssel. Vieles hänge jetzt vom Entscheid des Ständerats ab, sagt er im Interview mit dem TA. «Die EU-Kommission verfolgt im Detail, was wir tun. Falls die Schweiz eine Lösung verabschiedet, die nicht kompatibel ist mit den bilateralen Verträgen, könnte das zu Spannungen und Schwierigkeiten mit der EU führen.»

Ein neuer Streit mit der EU würde laut de Watteville bedeuten, dass diese wieder auf einer Verknüpfung zwischen der Zuwanderung und dem Rahmenabkommen besteht. Diese Verknüpfung habe Brüssel nach dem Brexit «auf einmal» geschaffen. Inzwischen habe man Brüssel klargemacht, dass man beide Themen separat behandeln wolle. Mit dem Entscheid des Nationalrats sei die Verknüpfung dahingefallen. «Aber das gilt nur solange, wie das Gesetz kompatibel bleibt mit den Bilateralen.»

De Watteville macht denn auch klar, dass die Gespräche mit der EU über die Zuwanderung weitergehen – obwohl viele in der Schweiz dazu keinen Anlass sehen. Es gehe darum, «sich gegenseitig über die laufenden Arbeiten zu informieren, um Missverständnisse zu vermeiden», sagt der Staatssekretär. Er deutet zudem an, dass die Schweiz versuchen wird, eine formelle Zustimmung der EU für die vom Parlament beschlossene Umsetzung zu bekommen – selbst wenn diese Lösung den Bilateralen nicht widerspricht. «Alles, was die Rechtssicherheit verstärkt, ist positiv.»

Trotz grosser Kritik im Inland an «fremden Richtern» verhandeln Schweizer Diplomaten im Auftrag des Bundesrats auch weiter für ein Rahmenabkommen. «Die Schweiz braucht Rechtssicherheit und Marktzugang», sagt de Watteville. Passe sich die Schweiz neuen EU-Regeln nicht «dynamisch» an, drohten Schweizer Unternehmen grosse Nachteile.

«Wir dürfen uns nicht zur Geisel anderer Staaten machen»

Jacques de Watteville über den Inländervorrang, den Streit mit der EU und die Briten als Verbündete.

Braucht es Sie als Chefunterhändler mit der EU überhaupt noch?

Das müssen Sie den Bundesrat fragen. Ich kann Ihnen einfach sagen, dass meine Arbeit ziemlich intensiv ist.

Das Parlament will die Zuwanderungs­initiative so ­umsetzen, dass sie europa­kompatibel ist. Es gibt für Sie nichts mehr zu verhandeln.

Die Zuwanderung ist nicht unser einziges Thema mit der EU. Insgesamt haben wir 15 Verhandlungsdossiers. Aktuell befindet sich das Dossier der Personenfreizügigkeit im Parlament, und dieser Prozess hat Priorität. Aber die Schweiz will den Kontakt mit der EU aufrechterhalten. Denn der Bundesrat will den bilateralen Weg langfristig konsolidieren.

Das Parlament wird einen Inländervorrang beschliessen. Brauchen wir ein Plazet der EU?

Über den Beschluss des Nationalrats führen wir mit der EU keine Verhandlungen, aber es gibt Kontakte. Dabei geht es darum, sich gegenseitig über die laufenden Arbeiten zu informieren, um Missverständnisse zu vermeiden.

Der Nationalrat ist der Meinung, dass sein Gesetzentwurf mit den Bilateralen kompatibel ist . . .

...das ist so, und wir erklären es gegen aussen. Nun gilt es abzuwarten, was der Ständerat mit dem Entscheid des Nationalrats machen wird. Ob er die Grenzen, die die bilateralen Verträge setzen, respektiert oder nicht. Die EU-Kommission verfolgt im Detail, was wir tun. Falls die Schweiz eine Lösung verabschiedet, die nicht kompatibel mit den Bilateralen ist, könnte das zu Spannungen und Schwierigkeiten mit der EU führen, aber das weiss das Parlament ganz genau.

Noch einmal: Brauchen wir am Ende ein Plazet der EU?

Das kann ich Ihnen derzeit nicht sagen, da der parlamentarische Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Alles, was die Rechtssicherheit verstärkt, ist positiv.

Welche Signale haben Sie bisher?

EU-Vertreter signalisieren, dass der Nationalratsentscheid in eine Richtung geht, die mit dem Freizügigkeitsabkommen konform ist. Zugleich haben sie uns aber diverse Verständnisfragen gestellt. Der Nationalrat spricht von einem Inländervorrang. Die EU will wissen, wer mit «Inländern» gemeint ist, bloss Schweizer oder alle Leute, die hier leben.

Eigentlich hätten Sie mit Brüssel längst eine Verhandlungslösung erzielen sollen.

Ja, das wollte die Schweiz, und sie hat es der EU oft und klar gesagt. Der Brexit hat die Gespräche aber enorm erschwert. Vor der Abstimmung bat uns Brüssel stets, dass wir uns stillhalten. Und nun fürchtet man, mit der Schweiz einen Präzedenzfall zu schaffen, der die Austrittsverhandlungen mit Grossbritannien präjudizieren würde. Zudem hat die EU nach dem Brexit auf einmal eine juristische Verknüpfung geschaffen zwischen der Zuwanderung und den institutionellen Fragen.

Wie genau wollte die EU diese Verknüpfung herstellen?

Die EU-Kommission erklärte, sie wolle die Verhandlungen zur Zuwanderung und zu den institutionellen Fragen am gleichen Tag abschliessen, gleichzeitig unterzeichnen und ratifizieren.

Das geschah erst nach dem Brexit?

Ja, Ende Juli. Zwar betrachtete die EU die beiden Themen schon vorher als Paket, machte aber nie eine juristische Verknüpfung. Für die Schweiz ist eine Verknüpfung nicht akzeptabel. Mit dem Entscheid des Nationalrats, der kompatibel ist mit den bilateralen Verträgen, ist sie nun dahingefallen. Aber das gilt nur so lange, wie das Gesetz kompatibel bleibt mit den Bilateralen.

Verschärft das Parlament also den Inländervorrang stark, könnte die EU wieder auf den Link pochen?

Die Lage ist wirklich sehr kompliziert. Es ist wie beim Rubikwürfel: Wenn Sie an einer Seite drehen, verändert sich alles andere auch. Das ist verworren, aber intellektuell sehr stimulierend. (lacht)

Verhandeln Sie derzeit noch über ein institutionelles Abkommen?

Die Gespräche gehen weiter. Aber sie haben zweite Priorität und könnten, nachdem die Zuwanderungsfrage gelöst ist, abgeschlossen werden. Wenn auch diese Sache geklärt ist, könnten wir uns dann der dritten Priorität, den übrigen Verhandlungsdossiers, zuwenden: Strom, Erasmus, Emissionshandel, Lebensmittelsicherheit und so weiter.

Wo stehen Sie in den ­institutionellen Verhandlungen?

Wir haben Fortschritte gemacht, aber es gibt noch Schwierigkeiten. In der Frage nach dem Verfahren zur Streitbeilegung haben wir noch offene Punkte. Wir beharren da hart auf unserem Standpunkt. Aber wir haben keinen Zeitdruck. Wenn sich die EU bewegt, könnte es eine Einigung geben – und sonst eben nicht.

Ein Rahmenabkommen hat derzeit innenpolitisch keine Chance. Wieso verhandeln Sie überhaupt noch?

Die Schweiz braucht Rechtssicherheit und Marktzugang. Die EU-Regeln entwickeln sich laufend. Damit unsere Unternehmen weiterhin ohne Hindernisse in die EU exportieren können, müssen wir die Verträge den aktuellen Bestimmungen anpassen. Dafür brauchen wir ein Abkommen, das der Rechtsentwicklung auf dynamische Weise Rechnung trägt. Hinzu kommt, dass wir heute nicht in allen Bereichen Marktzugang haben.

Die Frage ist, welchen Preis wir für mehr Marktzugang bezahlen wollen.

Tatsache ist, dass wir den fehlenden Marktzugang bereits heute spüren. Zum Beispiel streichen Unternehmen Stellen in der Schweiz, während sie ihren Per­sonalbestand im Ausland erhöhen. Das sind Fakten! Machen wir uns nichts vor: Der Zugang zum Binnenmarkt ist entscheidend. Für unsere Wirtschaft, für unser ganzes Land. Aber es muss im Rahmen des Verhandlungsmandats des Bundesrats zu den institutionellen Fragen erreicht werden.

Das Problem sind die «fremden Richter»: die verbindliche Auslegung des Binnenmarktrechts durch den Europäischen ­Gerichtshof.

Wir sind auch gegen «fremde Richter». Wir wollen, dass die Streitbeilegung im Gemischten Ausschuss stattfindet, wo die Schweiz und die EU gleichberechtigt vertreten sind. Umstritten ist, was passiert, wenn sich dort keine Lösung findet. Die EU will in diesem Fall, dass der betroffene Vertrag dahinfällt. Wir aber drängen auf verhältnismässige Ausgleichsmassnahmen, wie sie im inter­nationalen Recht üblich sind. Darüber müssen wir noch weiter verhandeln.

Grossbritannien will einen Zugang zum Binnenmarkt aushandeln ohne die Personenfreizügigkeit. Wird es den Briten gelingen?

Noch ist nicht einmal klar, ob und wann die Briten überhaupt aus der EU austreten. Der britische Aussenminister hat gesagt, er wolle den Zugang zum EU-Binnenmarkt behalten – aber wie das gehen soll, ist unklar. Solange man nicht weiss, was die Briten wirklich wollen, ist es unmöglich, eine Einschätzung abzugeben.

Machen ihre ähnlichen Interessen die Briten zu unseren Verbündeten?

Wir müssen selbst wissen, was für die Schweiz gut ist. Wir dürfen uns nicht zur Geisel anderer Staaten machen.

Der Vorschlag eines EU-Thinktanks über eine Aufweichung der Freizügigkeit hat hier Hoffnungen geweckt. Was halten Sie davon?

Die Idee ist interessant. Aber ich bezweifle, dass sie heute in der EU-Kommission auf fruchtbaren Boden fällt. In ihren Augen sind die Grundfreiheiten des Binnenmarkts untrennbar. Der Schweizer Standpunkt ist, dass es für die Personenfreizügigkeit Leitplanken braucht. Ich sage meinen Kollegen in Europa: Ziel der Freizügigkeit war, neue Möglichkeiten zu schaffen für Arbeitnehmer. Es war nie das Ziel, die Identität eines Landes zu verändern.

Interview: Markus Häfliger und Alan Cassidy

Quelle: Tages-Anzeiger

30.9.2016

Breaking News

Breaking News

Nach Ansicht des Bundespräsidenten soll das Kontingent für Drittstaaten wieder erhöht werden – als Zeichen an die Wirtschaft, dass die Politik helfen wolle.

Die Kontingente für Drittstaaten sollten nach Ansicht von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann wieder auf 8500 erhöht werden. Im letzten Jahr waren diese Kontingente um 2000 auf 6500 gekürzt worden.

«Die Kontingente, die wir damals gekürzt haben, sollte man neu wieder zur Verfügung stellen», sagte Schneider-Ammann heute in einem Interview mit dem «Echo der Zeit» von Schweizer Radio SRF, das über Twitter verbreitet wurde. Es wäre ein Zeichen an die Wirtschaft, dass die Politik helfen wolle.

Dabei gehe es vor allem darum, Top-Spezialisten aus Drittstaaten zu beschäftigen. Erfahrungsgemäss führten solche Anstellungen zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze: Im Durchschnitt würden durch die Anstellung eines Top-Shots aus einem Drittstaat vier bis sechs zusätzliche Stellen in der Schweiz geschaffen.

Kontingente fast ausgeschöpft

Die Drittstaatenkontingente für das laufende Jahr sind fast ausgeschöpft. Einige Kantone haben jedoch noch Reserven. Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte deshalb diese Woche in der Fragestunde des Nationalrats vorgeschlagen, dass sich die Kantone gegenseitig aushelfen.

Grundsätzlich habe der Bundesrat die Möglichkeit, weitere Kontingente zu sprechen, sagte Sommaruga. Auf der anderen Seite sei der Bundesrat aber mit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative aufgefordert worden, die Zuwanderung zu beschränken. Sie kündigte an, dass sich der Bundesrat in nächster Zeit mit dem Thema befassen werde.

Kantone machen Druck

Vor allem die Kantone drängen den Bund, die Kontingente für ausländische Fachkräfte aus Drittstaaten wie den USA bereits in diesem Jahr zu erhöhen. Für nächstes Jahr fordern sie die Anhebung auf das Niveau von 2014. Damals gab es insgesamt 8500 Bewilligungen für Drittstaatler: 3500 B-Bewilligungen und 5000 L-Bewilligungen für Kurzaufenthalter.

Nach dem Volks-Ja zur SVP-Zuwanderungsinitiative kürzte der Bundesrat die Drittstaaten-Kontingente: 2015 gab es noch 6500 Bewilligungen, davon 2500 B-Ausweise.

Quelle: Tages-Anzeiger

30.9.2016

Gekommen-um-zu-bleiben News

Gekommen-um-zu-bleiben-News

Der Bund soll nach dem Willen des Ständerats länger für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene zahlen. Er hat am Donnerstag eine Motion von Philipp Müller (fdp., Aargau) angenommen.

Die kleine Kammer hiess den Vorstoss mit 31 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen gut. Nun ist der Nationalrat am Zug. Heute zahlt der Bund während fünf beziehungsweise sieben Jahren Pauschalen für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene.

Nach dem Willen des Ständerates soll er künftig während zehn Jahren die vollen Kosten tragen. Die Kantone sollen dann zahlen, wenn sie die Integration vernachlässigen oder Ausschaffungen zu wenig konsequent vollziehen. Die Befürworter der Änderung sprachen von einem «Verursacherprinzip».

Tiefe Erwerbsquote

Die Erwerbsquote von anerkannten Flüchtlingen liege nach fünf Jahren nur bei 28 Prozent, gab Müller zu bedenken. Die Kantone und die Gemeinden würden also erheblich zur Kasse gebeten. Sie hätten aber keinen Einfluss auf die Aufnahme. Weil der Bund entscheide, ob jemand aufgenommen werde oder nicht, müsse auch der Bund zahlen.

Es brauche finanzielle Anreize, damit der Bund die Möglichkeiten für eine restriktive Anerkennungs- und Aufnahmepraxis ausschöpfe. Die Behörden könnten die Kosten zum Beispiel auch dadurch senken, dass Personen den Schutzstatus S erhielten statt vorläufig aufgenommen würden.

Bund nicht «Verursacher»

Justizministerin Simonetta Sommaruga widersprach. Die «Verursacher» seien die Unrechtsstaaten und Bürgerkriege, nicht die Bundesbehörden. Ob jemand schutzbedürftig sei oder nicht, bestimmten die Flüchtlingskonvention und das Asylgesetz. Vorläufig aufgenommen würden beispielsweise Syrerinnen und Syrer. «Schauen Sie sich an, was in Aleppo läuft. Würden Sie in Aleppo bleiben?», fragte Sommaruga.

Änderungen an der Aufteilung der Kosten und Aufgaben zwischen Bund und Kantonen lehnt der Bundesrat laut der Justizministerin nicht grundsätzlich ab. Zuerst müsse die Situation aber gemeinsam mit den Kantonen analysiert werden. Dieser Prozess sei in Gang. Die kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) seien dabei, Daten zu erheben. Anschliessend würden die Schlüsse daraus gezogen.

Nicht der Weisheit letzter Schluss

Der Bund überweise den Kantonen jedes Jahr Pauschalen im Umfang von mehr als einer Milliarde Franken, sagte Sommaruga. Sie wisse nicht, ob es der Weisheit letzter Schluss sei, nun einfach mit der Giesskanne eine weitere Milliarde zu verteilen. Geprüft werden müsse auch, ob das Geld allenfalls effizienter eingesetzt werden könne, etwa mit besseren Integrationsanreizen.

Auch sie wolle die Erwerbsquote steigern, betonte Sommaruga. Deshalb habe sie dem Parlament das Integrationsgesetz vorgelegt. Die Justizministerin erinnerte zudem an die beschlossene Asylreform, welche die Asylverfahren beschleunigen soll. Damit könnten sich jene, die bleiben dürften, rascher integrieren, sagte sie. Das sei entscheidend.

Vorgesehen ist im neuen Asylgesetz auch, dass Kantone, die ihre Vollzugsaufgaben mangelhaft erfüllen, die finanziellen Folgen tragen müssen. Das bedeutet, dass der Bund den Kantonen für Personen, die sie hätten ausschaffen müssen, keine Pauschalen mehr ausrichtet. Diese Bestimmung tritt Anfang Oktober in Kraft. Ein Teil der Forderungen aus Müllers Motion ist damit erfüllt.

Quelle: NZZ

30.9.2016

700 Flüchtlinge wollten im August illegal nach Deutschland

Die Zahl der an der Schweizer Grenze von der deutschen Polizei aufgegriffener Flüchtlinge steigt.

Die deutsche Polizei hat im August rund 700 illegal einreisende Flüchtlinge an der Grenze zur Schweiz aufgegriffen. Im Juli seien es rund 450 Menschen gewesen, sagte ein Sprecher der Inspektion in Konstanz.

Von Januar bis August lag die Zahl demnach bei insgesamt 2620 Menschen, im Vorjahreszeitraum bei 1890. Die meisten illegal Einreisenden stammten aus afrikanischen Ländern wie Eritrea, Gambia oder Äthiopien. Viele reisten mit dem Zug oder auch mit dem Fernbus von der Schweiz aus nach Deutschland. Über die «grüne Grenze» kämen dagegen eher weniger Menschen, sagte der Sprecher.

Quelle: SDA

30.9.2016

So verstecken sich Flüchtlinge bei der Einreise

Innert 4 Stunden wollen 26 Migranten in die Schweiz

Eritreer kommt im Handgepäck

Bad News

Bad News

Die SBB mustert Wagen mit Klimaanlage aus – und ersetzt sie durch unklimatisierte Modelle. Das sei «Sparen am falschen Ort», kritisiert die Kundenorganisation Pro Bahn.

Die SBB setzt auf gewissen Strecken verstärkt Wagen ohne Klimaanlage ein. Konkret geht es um die rund 40-jährigen Zweitklasswaggons des Typs Bpm51. Diese würden in letzter Zeit vermehrt eingesetzt, schreibt die «Eisenbahn-Revue». Sie machen Wagen des Typs B 20-73 Platz, die ausgemustert oder nach Tschechien verkauft werden. «Pikant ist, dass die ausrangierten Waggons über eine Klimaanlage verfügen und jetzt durch nicht klimatisierte Modelle ersetzt werden», sagt Walter von Andrian, Chefredaktor der «Eisenbahn-Revue».

Durch den Einsatz der Bpm51 falle der Anteil klimatisierter Plätze auf gewissen Strecken in der zweiten Klasse auf 50 Prozent. Anzutreffen sind die einstöckigen Modelle auf den Interregio-Linien Basel–Aarau–Zürich–St. Gallen und Basel–Brugg–Zürich. Teils verkehren sie auch auf den Intercity-Strecken Zürich–Chur und Basel–Zürich. In den Wagen kann es an Sommertagen bis zu 40 Grad heiss werden.

Ausrangiert und verkauft

Die SBB bestätigt auf Anfrage den Einsatz der in die Jahre gekommenen Waggons. Den Vorwurf, dass durch den Ersatz nur noch die Hälfte der Zweitklassplätze klimatisiert sind, relativiert das Bahnunternehmen. «Der Einsatz der nicht klimatisierten Bpm51 betrifft jeweils zwei von vier Zweitklasswagen», sagt SBB-Sprecher Oliver Dischoe. Folglich seien auf jeder Verbindung mindestens auch zwei klimatisierte Zweitklasswagen verfügbar.

Kurt Schreiber, Präsident der Kundenorganisation Pro Bahn, findet den Einsatz der alten Wagen ärgerlich für die Passagiere. «Eine Klimaanlage im Zug sollte heutzutage Standard sein», sagt er zu 20 Minuten. Die SBB spare am falschen Ort. Doch: «Obwohl es für manchen wohl unschön ist, mit solch alten Waggons fahren zu müssen, ist es immer noch besser als Zugausfälle oder keinen Sitzplatz zu haben», sagt Schreiber.

Nur begrenzte Zeit im Einsatz

Die nicht klimatisierten Bpm51-Wagen seien nur bis maximal Ende 2018 unterwegs, beteuert die SBB. Die 180 Modelle wurden in den vergangenen Jahren saniert und würden «den vollen Komfort» bieten, inklusive neuer Polster, bequemerer Sitze und geschlossener WC-Systeme – «abgesehen von der Klimatisierung», wie SBB-Sprecher Dischoe einräumt.

Die Waggons verfügen seit der Erneuerung über automatisierte Türen und wurden frisch lackiert. Die SBB hatte bei der Sanierung aus Kostengründen auf den Einbau einer Klimaanlage verzichtet. Es sei der einzige Wagentyp im Fernverkehr, der nicht klimatisiert sei, sagt Dischoe. Welches Rollmaterial dereinst auf den betroffenen Strecken eingesetzt wird, steht noch nicht fest.

Die Wagen des Typs B 20-71 werden vor allem wegen Rosts am Wagenkasten und gebundenem Asbest in kleinen Mengen ausgemustert.

Quelle: 20Minüten

30.9.2016

Ni Hao News

Ni-Hao News

Dem chinesischen Generalkonsulat in Zürich wäre es lieber, wenn Mitglieder des Stadtrats auf persönliche Treffen mit dem Dalai Lama verzichten würden. Der Stadtrat will aber autonom handeln.

Zwei Wochen vor dem Besuch des Dalai Lamas im Grossmünster in Zürich ist sich der Stadtrat noch immer nicht sicher, ob es einem seiner Mitglieder möglich sein wird, dem Anlass beizuwohnen. Dies schreibt er in seiner Antwort auf eine dringliche schriftliche Anfrage, die von den Gemeinderäten Markus Merki (glp.) und Pascal Lamprecht (sp.) sowie 48 Mitunterzeichnenden eingereicht worden ist. Da der Anlass mitten in den Herbstferien stattfinde, sei eine Teilnahme aus terminlichen Gründen für den Stadtrat schwierig.

Im Antwortschreiben wird ausserdem angegeben, das chinesische Generalkonsulat in Zürich habe sich mehrfach dahingehend geäussert, dass es ihm lieber wäre, wenn Mitglieder des Stadtrats auf persönliche Treffen mit dem Oberhaupt der Tibeter verzichten würden. Dies sei vom Stadtrat zur Kenntnis genommen worden, schreibt er. Allerdings handle man autonom. Ausserdem pflege man in Zürich grundsätzlich den Austausch mit allen Religionen und deren Vertreterinnen und Vertretern.

Ein politischer Gast wird dem Anlass dennoch beiwohnen: Regierungsrat Mario Fehr (sp.) wurde vom Pfarrer des Grossmünsters, Christoph Sigrist, persönlich eingeladen und wird ein Grusswort an die Versammelten richten. Bis 2011 war Fehr während seiner Tätigkeit als Nationalrat Präsident der parlamentarischen Gruppe für Tibet. Er sehe kein diplomatisches Problem darin, dem Anlass im Grossmünster beizuwohnen. Die Zürcher Regierung entscheide immer selbständig, wen sie treffe, erklärte er in der NZZ vom 15. September.

Der Dalai Lama wird das Grossmünster auf Einladung von Pfarrer Sigrist am 15. Oktober besuchen und einem internationalen Friedensgebet beiwohnen. Neben christlichen Gebeten sollen bei der ökumenischen Veranstaltung auch muslimische, jüdische und hinduistische Gebete gelesen werden.

Quelle: NZZ

30.9.2016

Interreligiöses Friedensgebet – Regierungsrat beehrt Dalai Lama

Der Dalai Lama wird am 15. Oktober ein Friedensgebet im Grossmünster abhalten. Ebenfalls eingeladen ist Regierungspräsident Mario Fehr, der Stadtrat lässt sich entschuldigen.

Seit Jahren hängt in der Sakristei der Sigristen des Grossmünsters ein Foto des Dalai Lamas an der Wand. Dieses entstand im Jahr 1990, als das buddhistische Oberhaupt die Zürcher Kirche zum letzten Mal besuchte, um bei einer Produktion des Schweizer Fernsehens mitzuwirken. Diesem Foto ist es mitunter zu verdanken, dass der Dalai Lama dem Grossmünster am 15. Oktober erneut einen Besuch abstattet, lieferte es dem Pfarrer Christoph Sigrist doch den Denkanstoss, die geistige Persönlichkeit einzuladen.

Offiziell sei die Einladung bereits im Februar vergangenen Jahres ausgesprochen worden, erzählt Sigrist. Nachdem einige Monate vergangen waren, habe er schliesslich die Bestätigung des Dalai Lamas erhalten. Dieser stimmte zu, im Zuge eines interreligiösen Friedensgebets ein Referat zu halten mit dem Titel «A peaceful society through global responsibility and non-violence» (Eine friedliche Gesellschaft durch globale Verantwortung nicht Nicht-Gewalt).

Religion in der urbanen Gesellschaft

Bereits in der Vergangenheit sprach der Dalai Lama offen von der Notwendigkeit, Religionen friedlich neben anderen Religionen existieren zu lassen. So sagte er in einer Rede bei einem Inter-Faith Seminar bereits vor 10 Jahren: «Wenn in der heutigen multi-ethnischen, multi-religiösen und multikulturellen Welt ein harmonisches Verhältnis zwischen Gesellschaften und religiösen Glaubensrichtungen herrscht, wird dies sicherlich ein gutes Exemple für andere setzen.»

Ein solches Exempel möchte auch Sigrist statuieren: «Ich will mit dem Anlass im Grossmünster, das neben der Mutterkirche der Reformation auch ein öffentliches Zeichen der Symbol für Religion in einer urbanen Gesellschaft darstellt, eine Hoffnungsgeschichte in der sich transformierenden Gesellschaft setzen.» Indikatoren für diese Transformation gibt es laut dem Pfarrer genügend: die Zusammenlegung von Kirchgemeinden in der Schweiz, die Migrationsthematik, sowie die Burka- und Minarettdebatten. «Mir ist es wichtig, dass Beten und Religion, Glaube und Vernunft in Schwingung miteinander hin zur Friedensarbeit in der Welt geraten.»

Nebst den christlichen Gebeten sollen bei der Veranstaltung im Grossmünster auch muslimische, jüdische und hinduistische Gebete gelesen werden. Das Mittagessen wird neben anderen auch von einem Flüchtling, einem muslimischen Kurden, zubereitet, der zuvor ein halbes Jahr lang in der Notwohnung der Helferei Heimat des Grossmünsters gewohnt hat. «Durch das Kochen hat er bei uns Integration erlebt und er freut sich nun sehr, seine Kunst auch bei diesem Anlass unter Beweis stellen zu dürfen», sagt Sigrist.

Regierungsrat spricht Grusswort

Ein weiterer Gast des Anlasses ist Regierungspräsident Mario Fehr, der ein Grusswort an die Versammelten richten wird. Bis 2011 war er während seiner Tätigkeit als Nationalrat Präsident der parlamentarischen Gruppe für Tibet. Sigrist freut sich auf seine Teilnahme, denn das Zusammenspiel von Kirche und Politik gehöre zur reformierten Profil des Grossmünsters.

Ein politischer Anlass sei es aber trotzdem nicht. «Natürlich hat die Kirche immer auch einen politischen Auftrag, dieser ist aber verankert im gemeinsamen Gebet für den Frieden», sagt Sigrist. Fehr nehme die Rolle des Gasts ein. Er sei eingeladen worden, weil gerade in Zürich Staat und Kirche immer gemeinsam das gesellschaftliche Leben mitgestalten würden.

Mario Fehr ist dem Anlass gegenüber sehr positiv eingestellt: «Der Dalai Lama repräsentiert eine weltweit wichtige Religionsgemeinschaft. Ich freue mich darauf, ihn im Namen des Regierungsrates bei uns im Kanton Zürich willkommen zu heissen.» Diplomatisch sieht er kein Problem, die Zürcher Regierung entscheide immer eigenständig, wen sie treffe.

Nebst ihm wurde auch der Stadtrat eingeladen, welcher sich allerdings mit der Begründung entschuldigt, die Mitglieder des Stadtrats seinen am betroffenen Termin bereits anderweitig engagiert. Die Terminprüfung sei aber noch nicht vollständig abgeschlossen.

Quelle: NZZ

30.9.2016

Nature News

Nature News

Weil Grönlands Gletscher tauen, drücken sie nicht mehr so stark auf den Untergrund - und der steigt deswegen langsam auf. Mit einem Netz aus gut 50 GPS-Stationen haben Forscher den Effekt so präzise wie nie vermessen.

Wenn Sie morgens Ihr Bett verlassen, ist im Kissen vermutlich noch der Abdruck ihres Hinterkopfes zu sehen - schliesslich hat dessen Gewicht in der Nacht stundenlang darauf gedrückt. Sobald das nicht mehr der Fall ist, verschwindet der Abdruck - je nach Füllung des Kissens nach und nach. So ähnlich muss man sich einen Prozess vorstellen, der in ehemals vergletscherten Regionen der Erde abläuft: Dort hebt sich der Boden, sobald das Gewicht der auf ihm lastenden Eismassen durch Abschmelzen sinkt.

Der Boden Skandinaviens strebt durch diese sogenannte Postglaziale Landhebung pro Jahr im Schnitt um rund zehn Millimeter nach oben, schliesslich war die Region vor rund 20.000 Jahren noch von kilometerdicken Eismassen bedeckt. In Teilen Nordkanadas kann der Effekt noch deutlich stärker ausfallen - und auch das heute grossteils noch dick vergletscherte Grönland lag früher noch unter deutlich mehr Eis.

Deshalb hebt sich der Boden auch dort. Im Fachmagazin "Science Advances" präsentieren Forscher um Shfaqat A. Khan von der Technical University of Denmark dazu nun neue Messungen eines umfangreichen GPS-Messnetzes. Diese ermöglichen auch genauere Abschätzungen zu der Frage, wie stark Grönlands Eis aktuell abschmilzt - und damit zum Anstieg der Meeresspiegel beiträgt: Nach den Berechnungen der Forscher liegt der Eisverlust bei 272 Milliarden Tonnen pro Jahr, Berechnungsgrundlage ist der Zeitraum zwischen 2004 und 2015.

Vorhersagen müssen korrigiert werden

Besonders stark hebt sich der Boden den neuen Messungen zufolge im Nordosten Grönlands - um bis zu 12 Millimeter im Jahr. Nach Ansicht der Forscher haben bisherige Modellrechnungen dazu eine geologische Besonderheit ausseracht gelassen: Vor rund 40 Millionen Jahren glitt dieser Teil der Erdkruste im Zuge der Plattentektonik über einen Hotspot im Erdmantel hinweg. Dadurch wurde er etwas abgeschmolzen und ist heute dünner als etwa in Skandinavien. Heute liegt übrigens Island mit seinen Vulkanen und heißen Quellen über diesem Hotspot.

Die Messdaten belegten, dass die mit GPS gemessene Landhebung deutlich höher sei als in bisherigen Modellrechnungen, so die Wissenschaftler. So müssten etwa Vorhersagen zum Abschmelzen, die auf den Schwerefelddaten des deutsch-amerikanischen Satelliten "Grace" basierten, leicht nach oben korrigiert werden - weil die Landhebung nicht ausreichend bei der Aufbereitung der Satellitendaten berücksichtigt wurde.

Demnach würden in Grönland knapp 20 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr mehr abschmelzen als bisher vermutet. Allerdings sind Rechnungen zur Menge des abgeschmolzenen Eises stets mit Unsicherheiten verbunden, sodass die neuen Ergebnisse die bisherigen auf jeden Fall nicht komplett auf den Kopf stellen.

Quelle: DER SPIEGEL

30.9.2016

Good News

Good News

Zielgruppe des jungen Unternehmens sind vor allem die über 300'000 Kosovaren und Albaner in der Schweiz. Doch nicht nur für sie ist das Wasser aus den Dinarischen Alpen bestimmt.

Seit dieser Woche kann man in der Schweiz Wasser aus dem Kosovo trinken. Dafür sorgt das Unternehmen «Spirit of Drini».

Bernhard Fanger, Geschäftsführer des Startups, betont: «In der Schweiz gibt es über 300'000 Albaner und Kosovaren.» Diesen wolle man «ein Stück Heimat» vermitteln.

Das Wasser sei aber für alle gedacht, denn es handle sich um ein Premium-Wasser. Tatsächlich wurde es 2015 von der amerikanischen «Fine Water Society» in die Gruppe der erlesenen «Fine Waters» aufgenommen.

60 Arbeitsplätze im Kosovo

Im Kosovo gibt es «Spirit of Drini» bereits seit mehr als zwei Jahren. Man habe in den letzten 26 Monaten über 60 Arbeitsplätze geschaffen und sei äusserst erfolgreich: «Sogar die Regierung trinkt unser Wasser», sagt Fanger.

Im Moment gibt es das Wasser nur als natürliches Mineralwasser, in einem Monat soll aber auch eine Version mit Kohlensäure auf den Markt kommen. Die Etikette dafür wird in goldener Aufmachung glänzen.

Im Logo ist ein Herz abgebildet. «Das steht für unsere Philosophie: Wir haben ein Herz für wohltätige und gemeinnützige Zwecke, besonders für Kinder in Not», sagt Fanger. Von jeder in der Schweiz verkauften Flasche gehen 5 Rappen an die Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf.

Aus den Dinarischen Mittelmeeralpen

Auf die Frage, ob es denn nicht unsinnig sei, Mineralwasser in ein so wasserreiches Land wie die Schweiz zu importieren, meint Fanger: «Jedes zweite Wasser in der Schweiz stammt aus Europa. Wir gehören jetzt halt einfach zu den importierten 50 Prozent.»

Das «Spirit of Drini»-Mineralwasser stammt aus der Quelle «Drini i Bardhe», die im kosovarischen Radac liegt. Weil die Bergwelt der Dinarischen Mittelmeeralpen unbewohnt sei, enthalte das Wasser keinerlei Rückstände aus Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln.

Bald auch im Detailhandel?

Eine 1,5-Liter Flasche verkauft das Unternehmen für 95 Rappen. Aktuell kann das Wasser nur online bestellt werden, doch man sei mit den grossen Detailhändlern im Gespräch.

Um das Wasser bei den Schweizer Kosovaren bekannt zu machen, ist «Spirit of Drini» schon Sponsor des FC Kosova Zürich geworden. Fanger ist aber überzeugt: «Nicht nur Kosovaren werden unser einzigartiges Wasser lieben – auch die Schweizerinnen und Schweizer werden auf den Geschmack kommen.»

Quelle: Bligg

30.9.2016

Leitungswasser liegt im Trend – Alternativen zum Mineralwasser boomen

Zahlen zeigen, die Sorgen der Mineralwasserproduzenten sind begründet. Der Verein Drink & Donate lancierte das «Züriwasser» ZH2O. Gastwirte bieten einen halben Liter Leitungswasser für drei Franken an. Zwei Franken bleiben beim Wirt, ein Franken geht an Trinkwasserprojekte.

Laut Präsident Andreas Batliner verzeichnete der Verein 2011 noch 60'000 Bestellungen, 2015 waren es schon 88'000. Seit letztem Jahr expandiert der Verein mit seiner Idee über den Raum Zürich hinaus in die ganze Schweiz. Bisher machen 20 Betriebe mit.

Auch die Zahlen von Sodastream geben den Produzenten zu denken. Die Firma vertreibt Geräte, mit denen man selbständig Kohlensäure zu Leitungswasser hinzufügen kann. 2015 erreichte Sodastream ein Umsatzwachstum von 15 Prozent, ein Rekordwert.

Seit 2013 hat sich der Absatz der Wasserstrudler mehr als verdoppelt. Mittlerweile soll gar jeder vierte Schweizer Haushalt ein solches Gerät besitzen. Eine ernst zu nehmende Konkurrenz für verpacktes Sprudelwasser.

Dazu kommen ökologische Bedenken bezüglich den Konsum von abgepacktem Mineralwasser. Eine Studie des Ökobilanz-Spezialisten ESU-services aus dem Jahr 2014 besagt etwa, dass ungekühltes, stilles Mineralwasser mehr als 450-Mal mehr Umweltbelastung mit sich bringt als Trinkwasser. Hahnenwasser sei demnach das Lebensmittel mit der besten Ökobilanz.

Quelle: Bligg

30.9.2016

Ziegen News

Ziegen News

Der Migrationsforscher Gerald Knaus warnt die EU davor, die steigenden Flüchtlingszahlen in Griechenland zu ignorieren. Seit Beginn des Abkommens sind 15.000 Migranten über die Ägäis gekommen. Zurück in die Türkei kamen aber nur 600. Griechischen Behörden fällt es schwer, Flüchtlinge zurückzuschicken, da sie die Lage in der Türkei für unsicher halten.

Die Lager auf den griechischen Inseln sind überfüllt, die Beschwerden der Bewohner häufen sich. Die Zunahme der Flüchtlingszahlen könnte das Abkommen ad absurdum führen.

Glaubt man den Worten der EU-Kommission, ist sehr viel sehr gut in der Ägäis. Am Mittwoch wurden neue Zahlen zum Flüchtlingsabkommen mit der Türkei veröffentlicht. Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos sprach von „konkreten positiven Ergebnissen“. Demnach kamen im Juni pro Tag nur noch 85 Migranten auf den griechischen Inseln an. Im Oktober 2015 waren es hingegen noch 7000 am Tag.

Allerdings rückt die Kommission den Deal und seine Auswirkungen in ein ihr genehmes Licht. Zwar schrumpfte die Zahl der Ankommenden im Frühjahr nach der Schliessung der Balkanroute in Mazedonien und dem Start des Türkei-Abkommens bekanntlich drastisch: Im Januar registrierten die Behörden nach Angaben des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) noch fast 70.000 Flüchtlinge, im April waren es nur noch 3650 und im Mai lediglich 1721, die mit Booten aus der Türkei kamen.

Aber es ist schon seltsam, wenn die Kommission Ende September diese relativ alten Zahlen hervorhebt. Tatsächlich sind die Zahlen im Juli und August wieder angestiegen, auf 1920 beziehungsweise 3447. Auch im aktuellen Monat werden es deutlich mehr sein. Das bedeutet: Der Deal funktionierte zunächst gut, doch nun hakt es.

Flüchtlinge schöpfen neue Hoffnung

Bei dem Vordenker des Abkommens zwischen EU und Türkei, dem Migrationsforscher Gerald Knaus, lassen die steigenden Überfahrten und die Entscheidung der Griechen, Flüchtlinge von den Inseln auf das Festland zu transportieren, alle Alarmglocken schrillen. „Wenn es nicht endlich gelingt, Migranten von den griechischen Inseln in die Türkei zurückzuführen, kollabiert das EU-Türkei-Abkommen“, warnt Knaus im Gespräch mit der „Welt“.

Knaus erklärt die wieder ansteigenden Überfahrten im Mittelmeer mit einer anderen geänderten Risikoabwägung: „In der Ägäis hielt die Migranten das Gefühl der Aussichtslosigkeit ab, sie dachten, dass die Überfahrt in die Sackgasse der griechischen Inseln oder zurück in die Türkei führt.“ Doch nun, so Knaus, hätten sie festgestellt, dass ihre Chancen, in Griechenland zu bleiben oder sogar mit einiger Verzögerung weiter nach Norden zu kommen, nicht so gering sind. Seit dem Start des Abkommens kamen nämlich mehr als 15.000 Migranten über die Ägäis – zurückgeführt wurden laut Sicherheitskreisen nur 580.

Knaus sieht ein weiteres Indiz für das Anschwellen der Flüchtlingswelle über die Ägäis: Die türkische Küstenwache stoppte zuletzt wieder mehr Boote. Im August seien mit 1600 Migranten dreimal so viele wie im Juni aufgegriffen worden.

Zentrale Elemente funktionieren nur schlecht

Als Leiter der Forschungseinrichtung Europäische Stabilitätsinitiative (ESI) hatte sich der Österreicher Knaus im vergangenen Herbst mit seinem Aufsatz „Warum niemand in der Ägäis ertrinken muss“ über die Grundzüge eines Abkommens zwischen der EU und der Türkei in die Wahrnehmung der politischen Entscheider katapultiert.

Sein Modell sollte Grenz- und Flüchtlingsschutz gewissermassen miteinander versöhnen: Die Türkei muss über ihr Staatsgebiet irregulär nach Griechenland gereiste Migranten zurücknehmen, darf dafür im Gegenzug syrische Flüchtlinge legal per Flugzeug nach Europa senden und bekommt zudem EU-Milliardenhilfen für die fast drei Millionen Syrer im eigenen Land.

Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, dass zentrale Elemente des Abkommens in der Praxis nur schlecht funktionieren. Unter EU-Politikern kursierte zunächst der Spruch: Niemand hält sich an das Abkommen – nur die Flüchtlinge. Denn sie blieben ja tatsächlich aus, obwohl kaum jemand gegen seinen Willen zurückgebracht wurde. Vor allem für Syrer scheint freilich mittlerweile klar, dass sie nicht wieder in die Türkei müssen.

Grosser Nachholbedarf in Griechenland

Griechische Behörden lehnen es schlicht ab, Schutzsuchende zurückzuschicken. Sie halten übereinstimmend mit Menschenrechtsorganisationen die Lage für Asylsuchende in der Türkei für zu unsicher.

Die Argumentation: Es sei unklar, ob Ankara womöglich Schutzbedürftige einfach in andere Länder abschiebe. Zudem könnten dort bislang keine ordentlichen Asylverfahren gewährleistet werden. So blieb das Versprechen der Athener Regierung, das Nachbarland zum sicheren Drittstaat zu erklären, bis jetzt ohne Folgen.

Knaus sieht deshalb die EU in der Pflicht, in Ankara auf vernünftige Asylverfahren zu dringen, damit es Athen leichter fällt abzuschieben. Doch die EU hat auch in Griechenland eine grosse Baustelle: Viele EU-Mitgliedstaaten schicken deutlich weniger Mitarbeiter als angekündigt in das Land, um vor Ort bei der Betreuung und den Asylverfahren zu helfen. Knaus sieht auch hier großen Nachholbedarf.

Die Inselbewohner beschweren sich

Wie so oft in der Flüchtlingskrise kommt eins zum anderen und hat unabsehbare Folgen. 14.000 Flüchtlinge leben mittlerweile auf den Inseln der Ostägäis. Plätze gibt es aber nur für etwas mehr als 7000. Die Lager sind überfüllt, Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Auch die Beschwerden der Inselbewohner werden lauter.

Am Mittwoch erklärte der griechische Europaminister Nikos Xydakis daher in der „Welt“: „Wir werden in Kürze damit beginnen, eine grosse Zahl Migranten auf das Festland zu bringen.“ Osteuropaexperte Knaus alarmiert dieser Plan: Ohne eine Strategie für eine Rückführung in die Türkei müsste Athen dies wegen steigender Zuwandererzahlen „alle paar Wochen wiederholen“, sagte Knaus. „Alleine mit der Ankündigung riskieren sie, den Schleppern ein starkes Argument zu liefern. Die sagen den Flüchtlingen: ,Versucht es wieder, die Inseln sind nicht die Endstation.‘“ Europa spiele derzeit „russisches Roulette“. So sei jede Woche, die das Abkommen halte, „ein Geschenk, das die EU nutzen müsste“.

In Europa baut man aber erst einmal den Grenzschutz auf dem Kontinent aus. Zum einen wird die bulgarische Grenze aufgerüstet. Gleichzeitig haben sich am Wochenende die Osteuropäer und Bundeskanzlerin Angela Merkel geeinigt, die Balkanroute künftig gemeinsam abzuriegeln – so gut es jedenfalls geht.

Zäune können die Menschen nicht abhalten

Mazedonien zählt täglich etwa 200 illegale Einreiseversuche. Vom Auswärtigen Amt in Berlin heisst es, etwa 100 Migranten kämen jeden Tag durch. „So dicht, wie man annimmt, ist die Grenze nicht“, heisst es. Auch über die bulgarische Grenze kommen weiter Flüchtende.

Die Schliessung der Balkanroute Anfang des Jahres war zwar entscheidend für eine drastische Reduzierung – doch unterbinden können Zäune die illegale Migration nicht. Auch nach Deutschland schlagen sich weiter Menschen durch. Im August zählten die Behörden 18.000 neue Asylsuchende.

„Die EU-Kommission redet davon, dass die Flucht über die Ägäis historisch niedrig sei“, sagt Knaus. Im Vergleich zu den Jahren vor der Krise 2015 seien die Zahlen jedoch mitnichten niedrig. Er meint: „EU-Kommission und Bundeskanzlerin sollten das Ziel formulieren, die Übertritte in 2017 wieder auf 120.000, wie in den Vorkrisenjahren, zu reduzieren.“ Und er ist überzeugt: „Mit den richtigen Schritten ist das machbar.“

Quelle: DIE WELT

30.9.2016

Exzellent News

Exzellent News
Elisabeth Michel-Alder

Elisabeth Michel-Alder

Die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Michel-Alder sagt, wer im Alter noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat – und für wen es schwierig wird.

Die Rentenreform des Nationalrats stellt eine Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre in Aussicht. Wie gross ist der Widerstand in der Bevölkerung gegen diesen Tabubruch?

Eine neue Axa-Studie hat gezeigt, dass zwar nur 28 Prozent eine gesetzlich fixierte Erhöhung der Schwelle zum Ruhestand befürworten. Die Alternative allerdings, freiwillige Teilzeitarbeit von über 64- oder 65-Jährigen, unterstützten 85 Prozent der Befragten. 41 Prozent würden gerne über die Pensionierung hinaus arbeiten.

Würden alle, die arbeiten wollen, auch eine Stelle finden?

Die Erhöhung des Rentenalters hat einen bemerkenswerten Effekt: Die Chancen von über 50-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt steigen. In der Schweiz lässt sich heute rund ein Drittel der Arbeitnehmer frühpensionieren. Deshalb sind Arbeitgeber sehr skeptisch, über 50-Jährige anzustellen und einzuarbeiten, nur um sie dann wieder zu verlieren. In Norwegen etwa ist das Pensionsalter seit 2007 an die Lebenserwartung gebunden. Mit dem Effekt, dass die Menschen für die Arbeitgeber eine längere berufliche Verlässlichkeit haben und leichter eine Stelle finden.

Viele körperlich Arbeitende sind mit 65 verschlissen. Kann ihnen zugemutet werden, noch länger zu arbeiten?

Natürlich gibt es Bauarbeiter mit einem kaputten Rücken. Sie müssen umsteigen können, geschult werden, um nicht schon mit 55 zum alten Eisen zu gehören. Aber der Prozentsatz dieser Menschen wird kleiner. Im letzten Jahrhundert war die körperliche Belastung in vielen Berufen grösser und das Ansehen tiefer. Heute stehen bessere Hilfsmittel zur Verfügung, was die Arbeit erleichtert.

Werden wir dem zunehmenden Druck auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft noch gewachsen sein?

Wir werden nicht nur älter, sondern wir bleiben auch länger jung. Heute laufen Rentner Marathon, das gab es in den 70er-Jahren kaum. Zu einer Einschränkung der Belastbarkeit kommt es deshalb später. Ausserdem neigen ältere Menschen auch viel weniger dazu, sich Belastungssituationen auszusetzen, denen sie nicht gewachsen sind. Sie können ihre Fähigkeiten besser einschätzen und wissen nach vier schweren Konflikten am Arbeitsplatz, dass sie auch einen fünften lösen können.

Dass Menschen länger belastbar sein sollen, steht im Widerspruch zur Tatsache, dass immer mehr Menschen unter Stress leiden und ausbrennen.

In der Tat ist die psychosoziale Bedrohung grösser als die physische. Insbesondere wenn man langfristig immer derselben Belastung ausgesetzt wird, ermüden die Menschen. Ein Steuerkommissär steht im ständigen Druck, so viele Dossiers zu bearbeiten wie seine unzähligen Kollegen, die dasselbe tun wie er. Das führt zu hohem Vergleichs- und Konkurrenzdruck. Viele arbeiten im Rahmen genau definierter Prozesse ohne Gestaltungsspielraum, erfahren kaum Wertschätzung – so ist ihr Schicksal in der Routine eine vorzeitige berufliche Alterung.

Die Angst vor Arbeitslosigkeit im Alter ist allgegenwärtig. Zu Recht?

Heute ist es ausgesprochen schwierig, über 50 in grossen, globalisierten Unternehmen eine Neuanstellung zu bekommen. Viele dieser Firmen vermarkten sich als jung und innovativ, dort ist Jugendlichkeit per se eine Qualifikation. Die Mitarbeiter sollen das Image der Firma vermitteln. 60-Jährige werden alleine durch ihren Auftritt nicht als Träger einer solchen Unternehmenskultur angesehen. Bei IT-Unternehmen oder Werbeagenturen müssen sogar die CEOs jugendlich sein.

In welcher Situation sind ältere Arbeitnehmer besonders von Jobverlust gefährdet?

Die jungen, hoch qualifizierten Akademiker mit einer Summa-cum-laude-Dissertation in der Tasche wollen Jobs bei Glamour-Arbeitgebern wie SwissRe, Nestlé, Roche, Novartis. Sie erhalten früh Führungsverantwortung und stehen unter Druck, ihre Teams auf Produktivität zu trimmen. In solchen Umstrukturierungen geraten ältere Arbeitnehmer viel schneller auf die Abschussrampe als jüngere.

Eine Studie des Bundes sagt, ältere Arbeitnehmer hätten ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden. Wo sind über 65-Jährige noch gefragt?

Grundsätzlich überall, wo persönliche Vertrauensbeziehungen wichtig sind. Der reiche Kunde einer Privatbank möchte einen Kundenberater mit einem Verständnis für die eigene Generation. Der Bauherr einer Alterssiedlung erwartet von einem Architekten, dass er die Bedürfnisse der künftigen Bewohner versteht. Und der 60-jährige Kunde eines Fitnesscenters möchte seinen Trainingsplan nicht unbedingt von einem 24-jährigen Bodybuilder zusammenstellen lassen.

Heisst das im Umkehrschluss: Mit ihrer Fachkompetenz gibt es für Ältere nichts zu holen?

Doch, und zwar überall dort, wo sie Technologien beherrschen, bei denen es keinen Nachwuchs gibt. Ich kenne einen Maler, der auf Naturkalkputz spezialisiert ist. Weil diese Technik bei der Sanierung von denkmalgeschützten Häusern verlangt wird, ist er mit über 70 Jahren noch ein äusserst gefragter Unternehmer.

Sie sagen, wir müssen uns darauf einstellen, dass wir weit länger als bis 67 arbeiten werden. Wie lange denn?

Jeder zweite Mensch mit Jahrgang 1997 wird 100 Jahre alt. Es ist schwer vorstellbar, dass sie 33 Jahre lang im Ruhestand verharren werden. Wir müssen unsere heutige Lebensplanung – Ausbildung, Erwerbstätigkeit, Ruhestand – überdenken und uns auf 60 Jahre wechselvolle Erwerbstätigkeit einstellen. Vielleicht absolvieren wir diesen Zyklus künftig zwei- oder dreimal, durchlaufen mehrere Ausbildungen, Phasen von längerer Erholung und substanzieller Standortbestimmung.

Quelle: Tages-Anzeiger

30.9.2016

IT News

IT News

Kaspersky Lab will einen besonders fiesen Trojaner namens Tordow ausfindig gemacht haben, der über bekannte Apps auf Android-Geräte kommt und dann diverse Eingriffsmöglichkeiten kennt.

Kaspersky Lab thematisiert in der Regel E-Banking-Trojaner nicht so oft. Nun will das Unternehmen einem besonders raffinierten Zeitgenossen auf die Schliche gekommen sein. «Tordow», wie sich der Fiesling nennt, soll sich sogar Android-Root-Rechte verschaffen, womit das Programm tiefgreifende Zugriffsprivilegien auf das ganze Android-System des Opfers hätte. Allerdings schreibt Kaspersky wenig darüber, wie sich der Schädling «Root» verschafft.

Nachladen weiterer Angriffsszenarien möglich

Angeblich sei der Schadcode, einmal installiert, in der Lage, auf Onlinepasswörter wie Banking-Nutzerdaten zuzugreifen. Die Funktionalität von Tordow hänge davon ab, was die Angreifer wirklich im Schilde führen. Das gestartete File auf dem Android-Gerät ruft die Server des Angreifers auf und lade dann den Hauptteil der Schad-Software herunter. Das Nachladen weiterer Malware-Module, etwa um Root-Privilegien zu erlangen oder weitere böse Scripts anzustossen, kann danach variieren, bis Cyberganoven die perfekte Wanze in der Hosentasche des Opfers platziert haben. Die normale App respektive die App-Kopie verhalte sich wie eine reguläre App und liesse sich nichts anmerken. Wie man solche Apps genau erkennt, erläutert Kaspersky auch nicht. Kaspersky schreibt weiter im Blog, dass die Installation des Trojaners oft über Kopien beliebter Apps wie Pokémon Go und Telegram erfolge, verweist dabei aber vor allem auf Download-Quellen ausserhalb des Google Play Stores.

So schützen Sie sich vor Android-Trojanern

Im Grunde sind Malware-Meldungen dieser Art nichts Neues. Daher empfehlen wir einmal mehr, immer nur Apps herunterzuladen, die im Google Play Store zu finden sind. Falls Sie doch einmal zum Beispiel eine frühe Beta-Version eines Programms aus einer (sicheren) Quelle ausserhalb des Google Play Stores ausprobieren wollen, sollten Sie in Ihren Handy-Einstellungen unter Sicherheit den Menüpunkt Unbekannte Herkunft wieder deaktivieren.

Wenige Fälle von Trojanern, die sich schon an der Sicherheitsprüfung des Google Play Stores vorbeischmuggeln konnten, gab es auch schon. Ein kritischer Blick in die Bewertungen der Apps ist daher auch nie ganz verkehrt. Doch meist kann bei beliebteren Apps nichts passieren, weil diese meist zuoberst in der App-Auswahl angezeigt werden, wenn man den Namen der Applikation bei der App-Suche richtig eingegeben hat.

Quelle: PC Tipp

30.9.2016

Sommerloch-News – Mitten im Altweibersommer

Das haben die Gorillas nicht verdient

Das haben die Gorillas nicht verdient

Sommerloch-News – Mitten im Altweibersommer
Sefika Garibovic

Sefika Garibovic

ist Expertin für Nacherziehung und Konfliktmanagerin. Die Alte sieht ja auch nicht unbedingt lecker aus.

Schwierige Jugendliche gebe es nicht: Nacherziehungs-Expertin Sefika Garibovic rechnet in ihrem Buch mit Eltern und Therapeuten ab.

Frau Garibovic, waren Sie eine pflegeleichte Jugendliche?

Natürlich nicht. Ich war auch eine sehr lebendige junge Frau. Mit 14 Jahren wollte ich ständig ausgehen. Mit 15 verliebte ich mich. Das war eine grosse Herausforderung für mich und meine Eltern. Da begann ich zu rebellieren. Aber sie konnten mich gut unter Kontrolle halten. Denn ich war bei ihnen gut aufgehoben.

Ihr Buch «Konsequent Grenzen setzen» handelt vom Umgang mit «schwierigen Jugendlichen». Was ist ein schwieriger Jugendlicher?

Es gibt keine schwer erziehbaren Kinder oder Jugendlichen. Sie werden zu schwierigen Jugendlichen gemacht. Es sind Menschen, die von Gesellschaft, Schule und Eltern keine Achtung erhalten. Auch vermittelten die Eltern ihnen keine Werte, Normen und Rituale.

Was für Situationen finden Sie vor?

Oft leben die Kinder und Jugendlichen mit den Eltern in einer Art Wohngemeinschaft. Die Kinder sind nur eine Nebensache. Das ist einer von vielen Gründen, warum sie nachher rebellieren. Eine Aufmerksamkeitsstörung haben sie nicht. Auf Deutsch heisst ihr Verhalten: «Hey, ich bin auch hier. Komm zu mir, ich möchte Eltern haben.»

Wie sieht der Alltag in diesen «WGs» aus?

Ich erlebe tagtäglich Eltern und Kinder, die wochenlang nicht miteinander reden. Sie streiten. Oft kommt es zu Schlägereien und Randalen. In diesen Haushalten fehlt eine Eltern-Kind-Hierarchie. Die Eltern setzen ihnen keine Grenzen. Auch Worte wie «Danke» und «Bitte» sind den Kindern fremd.

In Ihrem Buch schreiben Sie: «Die meisten meiner Klienten kommen mir bei der ersten Begegnung wie Gorillas vor.» Wie meinen Sie das?

Ich sehe verbitterte junge Gesichter, junge Menschen mit krummen Körpern und hängenden Köpfen. Auch sind sie ungepflegt und bewegen sich nur sehr langsam.

Wieso befinden sich diese Jugendlichen in einem solchen Zustand?

Meine Klienten sind meistens depressiv. Sie erleben, dass mit ihnen zu Hause niemand redet und sie in der Schule als «die Schlimmsten» gelten. Auch müssen sie jede Woche zwei, drei Abklärungstermine besuchen.

Welche Rolle spielen Lehrer und Psychologen?

Ich treffe tagtäglich tolle Lehrer, die sich für das Wohl des Kindes wirklich interessieren. Es gibt aber auch Psychologen und Heilpädagoginnen, die «schwierige Kinder» als Klienten behandeln und sie jahrelang therapieren. Dazu kommt die chemische Industrie, die die Probleme der Kinder mit Medikamenten lösen will. Doch das ist der falsche Weg.

Ihre Aufgabe ist es, Kinder nachzuerziehen. Dabei gehen Sie nach der «Methode Garibovic» vor. Wie sieht diese aus?

Sehr simpel. Ich zeige den Klienten verbal und nonverbal, dass ich helfen möchte. Auch versuche ich eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, Normen und Werte zu vermitteln und ihnen verstehen zu geben, dass sie sich den Eltern unterzuordnen haben. Den Kindern geht es dann gleich viel besser. Sie fühlen sich befreit.

Mögen Ihre Klienten Sie?

Sehr. Alle meine Klienten tragen ein Foto von mir in ihrem Portemonnaie. Sie reden zusammen über Frau Garibovic. Oft rufen sie mich an – einfach so. Vor allem die Mädchen wollen manchmal, dass sich ihre Mutter gleich frisiert wie ich. Die Mädchen kopieren mich. Und die männlichen Klienten sagen, sie wollten irgendwann eine Frau Garibovic als Ehefrau oder Freundin haben. Die Jungs haben genug von Mädchen oder Frauen, die sich nur beschützen lassen wollen. Sie brauchen eine Rebellin, die ab und zu klar Ja oder Nein sagt.

Quelle: 20Minüten

30.9.2016

Die Tyrannei des Kindischen – TIPP vom Doktor

Zu diesem typischen Sommerlochthema mitten im Altweibersommer empfehle ich Ihnen folgendes Buch:

«Die kindliche Gesellschaft» von Robert Bly

Ihr Dr. Luzart

Doktor, das letzte Geheimnis Adolf Hitlers entlüftet: Der Führer hatte Fuss-Schweiss

Reif für die Psychoanalyse

Wem fehlt noch eine seidene Unterhose von Hermann Göring, Bundweite üppige 114 Zentimeter, der Bund dreifach, der Schritt einmal geknöpft? Trägt sogar ein eingesticktes Monogramm, das gute Stück. Wie, kein Bedarf? Zu haben wäre auch der Messingbehälter, in dem sich die Phiole mit Blausäure befand, mit der sich der Nazi-Reichsmarschall umbrachte, um nach den Nürnberger Prozessen dem Tod durch den Strang zu entgehen.

Nur für «ernsthafte Sammler»

Der Erwerb könnte allerdings teuer werden. 25'000 Euro hat das Münchner Auktionshaus Hermann Historica als Startpreis festgesetzt. Bei der Versteigerung ist, deutlich niedriger taxiert, auch der Hundesteuerbescheid von Adolf Hitler im Angebot. Des Weiteren Krawatten und Socken des «Führers», Kleider seiner Geliebten Eva Braun, Tischwäsche aus der Reichskanzlei und persönliche Dinge und Aufzeichnungen anderer Nazi-Grössen.

Auktionen von Nazi-Devotionalien finden immer wieder statt, gleich, ob in Deutschland, Frankreich, den USA oder in der Schweiz. Verboten sind sie nicht. Die deutsche Gesetzgebung ist im Bewusstsein historischer Schuld und fortdauernder Verantwortung strenger als anderswo, jedoch schreitet Justitia nur ein, wenn nationalsozialistische Symbole in den öffentlichen Raum getragen werden, wo sie als Propaganda wirken könnten.

Hermann Historica versichert, man sei sich «der Verantwortung insbesondere für Objekte der deutschen Zeitgeschichte bewusst» und vermittle sie «nur unter strengen Auflagen an Museen, Archive und ernsthafte Sammler». Den Online-Katalog für die Auktion kann nur einsehen, wer ein Passwort erhalten hat. Einen ernsthaften von einem nicht ernsthaften Sammler zu unterscheiden, dürfte allerdings schwierig sein.

Quelle: NZZ

30.9.2016

Die Psychoanalyse von Dr. Luzart

Fuss-Schweiss, eingewachsene Zehennägel und zu allem noch diese beschissenen Fogal-Strumpfsocken? Kein Wunder hat GRÖFAZ (grösster Führer & Feldherr aller Zeiten) den Krieg verloren.

Bauernregel zum 30. September

«Scheint am letzten Tag im September lange Zeit die Sonne, wird der Spätherbst ebenfalls eine Wonne.»

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6.9.2016

Unser täglich Bild gib uns o Herr Luzart, der du bist the sexiest Man alive from Lucerne South. Amen

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