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Luzart 2010

800 kleine Reformatoren aus Plastic

Kunst-Installation in Wittenberg für das Reformations-Jubiläum 2017

Es dauert zwar noch sieben Jahre bis zum 500. Jahrestag der Reformation. In Wittenberg wird aber ein erstes Mal darauf aufmerksam gemacht. Seit Samstag stehen 800 kleine Luther-Figuren auf dem Marktplatz in einer eigenwilligen Kunst-Installation. Sie gefällt nicht allen.

Auf dem Marktplatz in Wittenberg ist am Samstag eine Installation mit 800 Luther-Figuren aus Plastic eröffnet worden. Die vom Künstler Ottmar Hörl gestalteten, 98 Zentimeter grossen Statuetten sollen bis zum 12. September für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 werben.

Statuen in der Revision

Normalerweise stehen auf dem Wittenberger Marktplatz die Denkmäler von Martin Luther und seinem Mitstreiter Philipp Melanchthon. Diese waren aber Ende April von ihren Sockeln gehoben worden, um sie zu sanieren.

Mit der Installation will Hörl nach eigenen Worten zeigen, dass sich Luther auf Augenhöhe mit den Menschen gesehen habe und grosse Denkmäler nicht zu ihm passten. «Luther ist eine Figur, die sich eher klein gemacht hat als gross», sagte der Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg der Nachrichtenagentur dpa.

«Die Denkmäler, die in Wittenberg stehen, sind falsch, weil Luther es abgelehnt hat, sich auf einen Sockel stellen zu lassen.»

Nicht alle sind erfreut

Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer findet die Kunst geschmacklos und hat dies in den vergangenen Tagen mehrfach mit drastischen Worten deutlich gemacht. «Das ist theologischer und ästhetischer Schindluder», sagte er der «Leipziger Volkszeitung».

Hörls Plastiken in schwarz, dunkelgrün, purpurrot und kobaltblau sind nach der Aktion für je 250 Euro zu haben. Rund 250 Interessenten haben sich bereits gemeldet.

15.8.2010