Credit Suisse mit Gewinneinbruch
Die Credit Suisse hat im dritten Quartal 2010 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal schrumpfte der Gewinn um ganze 74 Prozent auf 609 Mio. Franken. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von etwas über 900 Mio. Fr. gerechnet. Der Grund für den Gewinneinbruch liegt in erster Linie im Investmentbanking, dem Geschäft mit Kapitalmarkttransaktionen. Hier brachen die Erträge trotz etwas tieferem Geschäftaufwand um einen Drittel gegenüber dem Vorjahresquartal auf noch 3,4 Mrd. Fr. ein. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 395 Mio. Franken ganze 77 Prozent tiefer als die 1,7 Mrd. Fr. als im Vorjahresquartal. Zudem musste die Investmentbank einen Verlust aus Wertberichtigungen für strukturierte Anleihen in Höhe von 172 Mio. Fr. ausweisen.
Wenig erfreulich auch das Resultat im Geschäft mit institutionellen Kunden. Das Asset Management verzeichnete 24 Prozent tiefere Erträge, trotz leicht tieferem Aufwand musste die Bank auch hier ein 57 Prozent tieferes Ergebnis von 135 Mio. Fr. (Vorsteuergewinn) ausweisen.
Halten konnten sich dagegen die Erträge im Private Banking. Die Erträge in der Vermögensverwaltung fielen gleich hoch aus wie letztes Jahr, wegen leicht höheren Kosten konnte ein im Vergleich zu den anderen Segmenten nur leicht tieferes Ergebnis von 836 Mio. Fr. Gewinn (-4 Prozent) gezeigt werden.
Netto flossen der Credit Suisse Neugelder von 14,6 Mrd. Fr. zu. Das ist leicht mehr als im Vorquartal (14,5 Mrd. Franken).
71 Prozent weniger für neun Monate
Auf die neun Monate hochgerechnet zeigt die Bank 30 Prozent tiefere Erträge von noch 23,7 Mrd. Fr. gegenüber den neun Monaten 2009 und 11 Prozent weniger Aufwände von noch 18,2 Mrd. Fr., was ein total 71 Prozent tieferes Ergebnis vor Steuern von noch 5,493 Mrd. Fr. ergibt.
Zufrieden mit Anleihen- und Emissionsgeschäft
Tiefere Kundenvolumen und ein saisonaler Abschwung – gemäss Bank war besonders der Monat Juli schwach, der August saisonbedingt immer schwach und der September gepräft von einer gewissen Erholung – waren gemäss Bank der Hauptgrund für den Rückgang in der Investmentbank. Das Resultat fiel auch im Vergleich zum Vorquartal um 50 Prozent.
Die noch erzielten Erträge seien namentlich auf gute Ergebnisse im Anleihen- sowie im Emissions- und Beratungsgeschäft zurückzuführen, so die Bank. Im Anleihengeschäft konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorquartal verbessert werden. Der Grund waren höhere Erträge aus dem Handel mit verbrieften US-Privathypotheken und aus dem Kreditgeschäft, mit guten Erträgen bei Zinsprodukten und in den Emerging Markets, den Schwellenländern, so die Bank.
Zufrieden zeigte sich die Bank auch mit dem Emissions- und Beratungsgeschäft, das wegen den branchenweit wieder steigenden Emissionstätigkeiten, vor allem im Anleihensbereich, und mehr Aktivitäten im Fusions- und Übernahmegeschäft (M&A) zulegen konnte.
Erfreulicher, da deutlich stabiler, präsentiert sich das Ergebnis in der Vermögensverwaltung. Das Segment Private Banking verzeichnete in einem gemäss Bank «durch den saisonalen Abschwung geprägten Quartal» ein «nur» vier Prozent tieferes Resultat gegenüber dem Vorquartal. Tiefere Courtagen prägten den Rückgang des Nettoertrags, das Resultat konnte auch deshalb erreicht werden, weil der Geschäftsaufwand im Segment fünf Prozent tiefer ausfiel.
21.10.2010



















