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Luzart 2010

Flaute am US-Arbeitsmarkt

Anhaltender Abbau von Stellen im September

Auch 15 Monate nach dem Ende der Rezession in den USA zeigt der Arbeitsmarkt noch immer keinerlei Anzeichen einer grundlegenden Erholung. Im September wurden laut neusten Daten des Arbeitsministeriums 95 000 Stellen abgebaut. Bereits im August waren 54 000 Jobs verloren gegangen. Zusammen mit einem Arbeitsplatzverlust von 69 000 im Juli sind allein im dritten Quartal dieses Jahres 218 000 Stellen landesweit abgebaut worden. Mittlerweile sind in den USA 14,8 Mio. Menschen ohne Arbeit.

Angespannte Situation

Die Arbeitslosenquote verharrt bei 9,6% und damit seit Mai 2008 über der Marke von 9%. Rechnet man jene Teilzeitbeschäftigten mit ein, die keinen Vollzeitjob finden, erreichte die September-Arbeitslosenquote 17,1%, nach 16,7% im August. Und die Lage am Arbeitsmarkt dürfte angespannt bleiben, denn es ist nicht absehbar, wo die 150 000 bis 200 000 zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen könnten, die die USA allein benötigen, um die jährlich durch das Bevölkerungswachstum an den Arbeitsmarkt gelangenden Menschen zu beschäftigen. Den staatlichen Stellen fehlt das Geld für breit angelegte Arbeitsmarktmassnahmen. So ging denn auch der Arbeitsplatzabbau im September im Wesentlichen auf das Konto des Staates. Dieser strich 159 000 Stellen, davon 77 000 im Rahmen der Volksbefragung geschaffene Jobs.

Und auch wenn US-Unternehmen im September 64 000 neue Stellen geschaffen haben, setzen die grossen Konzerne angesichts trüber Aussichten auf nennenswerte Umsatzsteigerungen mehrheitlich ihren Kostensenkungskurs fort; erst am Freitag kündigte der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis die Streichung von 1700 Stellen in den USA an. Dass sich im September weder die Zahl der Wochenarbeitsstunden (34,2 Stunden) noch der Stundenlohn ($ 22.67) erhöhten, sind schlechte Zeichen; beiden Indikatoren steigen normalerweise an, kurz bevor die Unternehmen neue Stellen schaffen.

Druck auf die Demokraten

Die September-Daten sind die letzten vor den Zwischenwahlen Anfang November veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. Die Zahlen dürften den Druck auf die Kandidaten der Demokratischen Partei erhöhen. Auch könnte die hartnäckige Arbeitslosigkeit vor dem Hintergrund einer sehr geringen Teuerung Teil der Begründung einer allfälligen weiteren Lockerung der Geldpolitik der US-Zentralbank werden.

9.10.2010