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Luzart 2010

Sexverbot-Schilder im Tessin

Das Bild des Anstosses

Um wildem Treiben in freier Natur einen Riegel zu schieben, stellt Mosogno (TI) jetzt neue Verkehrsregeln auf. Mehrsprachig? Mit Bild? Rund oder eckig? Wie die Anti-Sex-Schilder von Mosogno aussehen werden, das weiss Sonia Gianini (51) noch nicht so genau. Nur die Botschaft muss ganz klar sitzen: Im Tessiner Onsernonetal ist die Liebe im Freien unerwünscht!

«Man könnte schreiben: Obszönitäten verboten oder so», schlägt Gemeinderätin Gianini vor, «und es müssten verschiedene Schilder her. Am Ort und unten am Fluss».

Dort, wo auch Kinder baden, hatte ein Wanderer Anfang August zwei Nackte beim Sex erwischt und mit der Kamera «dingfest gemacht» (im BLICK). Der BLICK-Leser erinnert sich: «Dass wir vorbeikamen, hat die beiden nicht gestört. Ganz im Gegenteil».

Sonia Gianini gehört zu denen, die das schamlose Treiben zutiefst empörte. «Die Leute haben keinen Respekt mehr. Alles dreht sich nur noch um das eine. Ist doch ekelhaft», sagt sie.

Doch nicht jeder denkt wie die geborene Mosognerin. Gianini: «Ich habe mit einer Deutschen gesprochen, die bei uns ein Haus hat und hier oft Ferien macht. Die sagt, Liebe sei doch was ganz Natürliches. Also ich kann dem nicht folgen. Wir sind doch anständige Menschen».

Die Anti-Sex-Schilder sind die einzige Gegenmassnahme, die dem Municipio einfiel. Am Montag kam man zusammen, um das Problem zu diskutieren. Gianini: «Wir sind nur zu dritt in der Gemeindverwaltung und haben nicht genug Leute für regelmässige Fluss-Streifen. Ob die Schilder wirklich wirken, das weiss ich nicht. Auch unsere schriftlichen Müllverbote werden regelmässig missachtet».

So bleibt Mosognos Sex-Stoppschild vielleicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Quelle: BLICK

15.8.2009