Heute vor 30 Jahren starb Bon Scott
Highway to Hell
Ein Mann wie TNT, ein Tod wie aus dem Rockstar-Lehrbuch: Heute vor 30 Jahren starb Bon Scott, ehemaliger Sänger der australischen Band AC/DC, in London an einer Alkoholvergiftung. Richtiger Rock 'n' Roll muss schmutzig sein: Dafür stand kaum ein Frontmann so beispielhaft wie der frühere AC/DC-Sänger Bon Scott - mit einer Stimme, der man den passionierten Alkoholmissbrauch anhörte. Scott war der Sänger der klassischen ersten AC/DC-Periode und steht für die Hits der frühen Jahre: "TNT", "Whole Lotta Rosie", "It's a long way to the top", "Highway to Hell".
Ronald Beford Scott wurde am 9. Juli 1946 im schottischen Kirriemuir geboren. Sechs Jahre darauf wanderte die Familie nach Fremantle im Südwesten Australiens aus. Die Schule schmiss Scott mit 15, schlug sich mit den üblichen Jobs (LKW-Fahrer, Barkeeper) durch, die sich in einer Künstlerbiografie so gut machen. Er trommelte und sang in mehreren eher erfolglosen Bands, bevor er 1974 bei AC/DC einstieg. Scotts unverkennbare Stimme ist zu hören auf sieben Alben, die bis 1979 erschienen. Anfang 1980 befanden sich die Musiker um die beiden Gründer und Gitarristen Malcolm und Angus Young in London im Studio, um das Nachfolge-Album von "Highway to Hell" aufzunehmen. Am Montag, 18. Februar, machte sich Scott auf eine Zechtour mit einem Freund. Die Nacht auf Dienstag verbrachte er bewusstlos in dessen Auto und wachte nicht mehr auf: Tod in folge einer schweren Alkoholvergiftung lautete die Diagnose - Scott war an seinem Erbrochenen erstickt.
Scotts nahezu klassischer Rockstar-Tod wird nur noch von der Fiktion übertroffen - in Rob Reiners Musikfilm-Parodie über die erfundene Band "Spinal Tap" segnet deren Schlagzeuger "Stumpy Joe" auf die gleiche Weise das Zeitliche - allerdings ist es in seinem Fall nicht das eigene Erbrochene, sondern das "von jemand anderem".
Nach Scotts Tod machten AC/DC mit Brian Johnson als Sänger weiter, veröffentlichten 1980 "Back in Black", und die Weltkarriere der Band kam erst richtig auf Touren: Das Album verkaufte sich bis heute mehr als 40 Millionen Mal, AC/DC sind immer noch unterwegs.
Anmerkung am Rande: Chris von Rohr schreibt in seinem Buch «Hunde wollt ihr ewig rocken», dass Krokus-Frontmann nach dem Tod von Bon Scott ein Angebot von AC/DC bekommen hatte, den Platz der Legende einzunehmen. Doch der Schwertfisch aus dem Mittelmeer (Marc Storace) zog es vor, am Jurasüdfuss Karriere zu machen.
19.2.2010




















